Monschau - In der Monschauer Altstadt entsteht ein neues Museum

CHIO-Header

In der Monschauer Altstadt entsteht ein neues Museum

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
4919377.jpg
Hermann Carl und Marie-Theres Fischer haben viele Pläne mit dem ehemaligen Monschauer Stadttheater: Hier soll bis zum Frühjahr ein Natur-Museum zum Anfassen entstehen. Foto: A.Gabbert

Monschau. Da, wo früher Jürgen Becker, Heinrich Pachl, Stefan Jürgens oder Gaby Köster auf der Bühne standen, soll bald ein Feuchtbiotop entstehen. Noch sind an allen Ecken und Enden aber 30 Handwerker als freiwillige Helfer beschäftigt. Wenn sie ihre Arbeit beendet haben, soll an der Stelle des ehemaligen Stadttheaters ein Natur-Museum Platz finden. Lernort Natur soll es einmal heißen.

Zu dem Feuchtbiotop gehört auch ein Teich, wo sich Fische , Biber Enten und Kormorane tummeln werden. So sollen die Besucher an dieser Stelle später in die Tierwelt über und unter Wasser eintauchen können. „Später kommt dann auch noch ein fliegender Kranich dazu, der ist aber noch beim Präparator, erklärt Hermann Carl, der die Idee zu diesem Projekt hatte und sich damit einen Traum verwirklichen möchte.

Immer mehr Präparate

Mit seiner „Rollenden Waldschule“ ist Carl seit Jahren in Schulen, Altenheimen und Kindergärten unterwegs und stellt immer wieder fest, wie hoch der Bedarf an Wissen aus der Natur ist – nicht nur bei Kindern.

Da die Zahl der Präparate ständig zunimmt, hegte er schon lange die Idee, der Waldschule einen festen Ort zu geben. Bei Marie-Theres Fischer stieß er damit auf offene Ohren. Sie hat die Logistik und das Marketing übernommen und wird das neue Museum in Zukunft leiten.

Ideen haben Fischer und Carl eine Menge. Die Augen des Polizisten, Jägers und Naturführers leuchten vor Begeisterung, wenn er von den Plänen erzählt. Gleich neben dem Feuchtbiotop wird bald der Krähenbaum aufgestellt, wo dann die verschiedenen Arten dieses Vogels erklärt werden. In den Fensternischen sollen so genannte Dioramen Platz finden, die Informationen über Greif- und Singvögel oder die verschiedenen Marderarten vermitteln sollen.

Darunter werden sich etliche Dinge finden, mit denen Kinder selbst agieren können. Dazu gehören Tierspuren zum selber machen, eine Rallye durch die Ausstellung, aber auch Begleitmaterial für den Unterricht in der Schule. Darauf legen die Macher wert. „Es ist sehr wichtig, dass die Kinder nicht nur gucken, sondern Dinge probieren, testen, spielerisch entdecken und im Wortsinne begreifen können“, sagt Marie-Theres Fischer.

Rechts neben der ehemaligen Bühne fängt dann das Gebirge an. Dort finden Gemsen, Murmeltiere, Alpenschneehühner oder Auerhähne ein Zuhause. „Nur ein Steinbock fehlt uns leider noch“, sagt Carl.

In erster Linie soll im Lernort Natur die deutsche Tier- und Pflanzenwelt dargestellt werden. „Vielleicht richten wir aber auch noch eine afrikanische Ecke ein, wo dann auch Löwen zu sehen sein werden. Das glaub ich aber selbst erst, wenn wir die Tiere haben“, sagt Carl.

Aus dem Gebirge wird sich ein Bachlauf in die angrenzende Moorlandschaft schlängeln und dann mitten im Saal in einem Teich enden. Anhand einer vier Meter hohen Buche mit Pilzen und Spechthöhlen soll den Besuchern die Funktion des Totholzes erklärt werden.

Vom Moor geht es ins Dörfliche über. „Die alte Theke wird mit einem Vennhäuschen überbaut. Da warten dann spannende Dinge wie der Fuchs beim Hühnerklau“, erklärt Carl.

Neben der Treppe wird eine Bärenhöhle entstehen – das ist klar. Unklar ist nur noch, ob es ein kleiner oder großer Bär sein wird.

Eintauchen in die Unterwelt

Unter der Treppe wird ein Kriechgang angelegt, wo man die Tiere unter der Erde erleben und Fuchs, Dachs, Maus, Maulwurf und Tausendfüßler begegnen kann.

Auf der Empore findet ein Klassenzimmer Platz, die Tafel ist schon mal da. Hier sollen angemeldete Schulklassen (Carl und Fischer denken dabei auch an Gäste aus den Jugendherbergen) Unterricht wie in der „Rollenden Waldschule“ erhalten. Anmelden können sich aber auch Kindergärten, die Carl mit der Rollenden Waldschule nicht mehr besuchen wird.

Voraussichtlich werden die Kindergärten aber Zuschüsse für eine Fahrt nach Monschau in das neue Museum beantragen können, denn die Städteregion Aachen hat bereits eine Anerkennung als außerschulischer Lernort in Aussicht gestellt. Daneben planen Carl und Fischer Aktionen wie Lesungen, Imkertage, Aufführungen und Seminare.

Unterstützt werden sie dabei von 25 Naturführern, Jägern und Förstern, die ehrenamtlich für Führungen bereit stehen. „Erst wenn man darüber redet, fangen die Dinge an zu leben“, sagt Carl.

Die Trägerschaft hat die Kreisjägerschaft übernommen. „Das war mutig, jetzt hoffen wir auf genügend Besucher“, sagt Carl. Denn auch der Lernort Natur wird auf Einnahmen angewiesen sein. „Wir hoffen nun auf unser Glück, sonst kann es sein, dass wir in einem Jahr wieder abbauen müssen.“

Zunächst steht jetzt aber erstmal die Eröffnung an. „Unser Wunschtermin wäre Ostern, aber ob wir das schaffen, ist noch nicht sicher“, sagt Carl.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert