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In der Eifel leuchten die Sterne heller

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
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Ein Blick ins Weltall: Hubert Winter hat den Nordamerikanebel im Mai 2012 mit automatischer Nachführung fotografiert. Dazu machte er fünf Einzelaufnahmen und rechnete sie nachher am Computer zusammen. Foto: Hubert Winter
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Die Sterne sind ihre Leidenschaft: Georg Görgen (v.l.), Hans Kirch und Hubert Winter von den Monschauer Sternfreunden. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. In der Eifel leuchten die Sterne heller als an anderen Plätzen in der Region. Die Sicht auf Sterne, Galaxien und Gasnebel im Weltraum ist in der Eifel besonders gut. Im „Starcamp Roetgen“, wie Hubert Winter seine Parzelle auf dem Campingplatz an der Roetgener Faulenbruchstraße bezeichnet, hat er sein Teleskop aufgebaut.

Sterne, Sonne und Planeten zu beobachten und zu fotografieren sind neben dem Camping seine Leidenschaften. Das Hobby Astronomie teilt er mit rund 30 anderen in der Region, die sich zu den Monschauer Sternfreunden zusammengeschlossen haben. Die Monschauer Sternfreunde treffen sich unregelmäßig zum Beobachten auf dem freien Feld oder in privaten Sternwarten. An diesem Tag sind Georg Görgen aus Monschau und Hans Kirch aus Mützenich zu Besuch im „Starcamp“ zu Besuch. Hans Kirch war es, der die Sternenforscher im Monschauer Raum im Jahr 1991 auf den Geschmack brachte. Als Lehrer an der Elwin-Christoffel-Realschule hatte er damals ein Schulprojekt auf den Weg gebracht, aus dem später die Monschauer Sternfreunde hervorgingen.

„Lichtverschmutzung“

Die Astronomen sprechen von „Lichtverschmutzung“, wenn Lichter am Boden die Sicht in den Himmel beeinträchtigen. „Je mehr unten leuchtet, um so weniger sieht man oben“ sagt Georg Görgen. Da es in der Eifel im Vergleich zur Stadt deutlich weniger Lichter gibt, zeigen sich Besucher aus der Stadt oft begeistert von der guten Sicht. „Unsere Galaxie, die Milchstraße, lässt sich hier gut erkennen, in Aachen sind die Chancen dafür eher gering“, sagt Görgen.

An sich reicht das bloße Auge aus, um Sternbilder, Planeten und auch die Raumstation ISS am Nachthimmel zu erkennen. „3000 bis 4000 Sterne lassen sich bei klarem Himmel mit bloßem Auge erkennen“, sagen die Sternfreunde. Hilfreich ist dabei eine sogenannte Sternkarte, an der man Monat, Tag und Uhrzeit einstellt und sich den Himmelsrichtungen orientiert, um anschließend die einzelnen Sterne identifizieren zu können. So hat das Georg Görgen anfangs auch gemacht. Inzwischen gibt es auch dafür eine App für Tablet-Pcs und Smartphones, die auf dem Bildschirm die Position der Sterne einblendet. Das demonstriert Hubert Winter eindrucksvoll.

Wer einen Schritt weitergehen will, greift zum Fernglas. Damit lassen sich schon helle Galaxien, einige Nebel, Mondkrater und auch Sternhaufen in der Milchstraße erkennen. So zum Beispiel die 2,3 Millionen Lichtjahre entfernte Andromeda-Galaxie. Zu erkennen ist auch der Doppelstern Albireo im Sternbildschwan. „Dieser Stern leuchtet gelb-orange blau. Je älter der Stern ist desto röter leuchtet er, je jünger desto blauer“, erklärt Hubert Winter.

Mit einem Teleskop kommt man den Sternen natürlich noch näher. Einsteiger-Teleskope gibt es auch oft beim Discounter. „Damit kann man schon tiefer in den Weltraum schauen“, sagt Görgens. Der Nachteil der günstigen Exemplare aus dem Supermarkt seien oft eine unzureichende Mechanik und Dokumentation.

Bessere Schnäppchen seien auf sogenannten Astrobörsen zu machen. Damit sich erste Erfolge auch schnell einstellen, sei es ratsam, sich Gleichgesinnten anzuschließen und von deren Erfahrung zu profitieren. „Da lernt man am meisten.“

Gerne stehen auch die Monschauer Sternfreunde bei den ersten Schritten hilfreich zur Seite. Außerdem haben die drei Hobby-Astronomen noch einen Buchtipp auf Lager. „Im Kosmoshimmeljahr 2013 steht alles drin, was über das Jahr am Himmel zu entdecken gibt und es bietet vor allem Einsteigern eine gute Orientierung“, sagt Kirch.

Innerhalb der Sternfreunde gibt es verschiedene Interessensgruppen: Die einen bauen Teleskope, andere beobachten lieber und wieder andere legen ihren Schwerpunkt auf die Fotografie. Görgen macht von allem etwas. Kirch und Winter haben ihre Schwerpunkte auf Beobachtung und Fotografie gelegt. Görgen bastelt gerne und nimmt seine Ausrüstung auch mit in den Urlaub. „Dahin, wo der Himmel noch besser als in der Eifel ist.“ In eines seiner Teleskope hat er hunderte Stunden Arbeit investiert und die Spiegel immer wieder abgeschliffen. „Was man selbst gebaut hat, ist noch genauer. Man weiß es mehr zu schätzen und ist auch ein wenig stolz auf die eigene Arbeit“, sagt Görgen.

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