Imgenbroich und Kalterherberg: Schulen werden Teilstandorte

Von: hes
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Die Grundschule Imgenbroich ist momentan die zweitkleinste Schule im Stadtgebiet Monschau, weist für das kommende Schuljahr aber die höchsten Anmeldezahlen aus. Deshalb hält die SPD die Schließung für verfrüht. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Die Grundschullandschaft in der Stadt Monschau verändert sich. Zum kommenden Schuljahr 2010/11 werden die Grundschulen in Imgenbroich und Kalterherberg aufgelöst und als Teilstandorte an die benachbarten Grundschulen Konzen und Mützenich angeschlossen. Dies hat der Rat der Stadt am Dienstag mit großer Mehrheit gegen die sechs Stimmen der SPD beschlossen.

Der Schulausschuss hatte diese Entscheidung nach umfangreichen Vorberatungen und unter Einbeziehung aller Beteiligten Ende Februar getroffen, auch da hatten die beiden SPD-Vertreter im Schulausschuss die Auflösung der beiden Standorte nicht mitgetragen. In der Ratssitzung löste das wiederholte „Nein” der SPD eine kontroverse Debatte aus.

„Zwei Jahre lang hat die SPD diese Entscheidung mitentwickelt und mitgetragen, um dann in letzter Minute umzukippen und nun die Auflösung der beiden Standorte madig zu reden und für Wahlkampfzwecke zu nutzen”, ging CDU-Sprecher Micha Kreitz mit den Sozialdemokraten hart ins Gericht. Kreitz bezeichnete die gefundene Lösung als „positive Entscheidung, die auch künftig Schule in allen Orten ermöglicht”.

Natürlich sei das Wort „Auflösung” negativ besetzt, räumte Kreitz ein; aber letztlich sei das „Andocken” der Schulen in Imgenbroich und Kalterherberg „die einzige Möglichkeit, in allen Orten Schulen anzubieten”.

Für die SPD stellte Gregor Mathar fest, dass „im kommenden Schuljahr alle fünf Grundschulen über genügend Schüler” verfügen würden und der Schließungsbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt „ohne Not” und verfrüht falle. „Außerdem haben wir bei den Infoabenden den Eindruck gewonnen, dass bei den Eltern doch noch sehr viel Informationsbedarf besteht”, so der SPD-Sprecher. „Uns wäre nichts weggelaufen, wenn wir die Entscheidung um ein Jahr vertagt hätten”, meinte Gregor Mathar.

Bernd Händler (Grüne) bezeichnete es als „unverantwortlich, das mühsam und mit allen Beteiligten gemeinsam geschnürte Paket jetzt wieder aufzumachen”. Der schulpolitische Sperecher der Bündnisgrünen erinnerte an die mahnende Aussage des Schulrats (der eigentlich zur Ratssitzung hatte kommen wollen, dann aber kurzfristig verhindert war), der festgestellt hatte, dass man „beim nächsten Mal über die endgültge Schließung von Grundschulen reden” werde. „So aber lassen wir die Wurzeln einer Grundschule in allen Orten”, meinte Händler.

Dies sah Brigitte Olschewski anders. „Wenn eine Schule einmal geschlossen ist, kommt sie nicht wieder”, meinte die Sozialdemokratin und plädierte für Verbundschulen statt für Schließung und Teilstandort.

Bürgermeisterin Magga Ritter bekräftigte, dass man mit der jetzigen Entscheidung nichts verschließe. Ritter: „Es ändert sich ja auch zum neuen Schuljahr noch nichts, und wir haben ein Jahr Zeit, diese gemeinsam gefundene Lösung auszuarbeiten.”
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