Kalterherberg - Im Morgengrauen hinauf zur Mariengrotte

Whatsapp Freisteller

Im Morgengrauen hinauf zur Mariengrotte

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
richelsleybild
Rund 400 Gläubige scharten sich am frühen Morgen des 1. Mai um die Richelsley mit dem Kreuz am Venn, um mitten in der Natur die Eröffnung des Marienmonats zu feiern. Foto: P. Stollenwerk

Kalterherberg. Während in den frühen Morgenstunden des 1. Mai noch die letzten Traktorengespanne mit angeschlagenen Maigesellen durch die Nordeifel irren, für die Nacht kein Ende finden will, beginnt für andere der Tag mit einem Kontrastprogramm.

Rund um das Kloster Reichenstein herrscht im Morgengrauen auch diesmal wieder eine rege Betriebsamkeit, als sich zahlreiche Gläubige hinauf auf den Weg zur Richelsley machen, um der Gottesmutter zu huldigen.

Der Gottesdienst in der Herrgottsfrühe um sechs Uhr führte am vergangenen Samstag rund 400 Menschen zum mitten im Wald gelegenen Platz am Kreuz im Venn, wohin seit 1951 wieder regelmäßig die Maiprozession pilgert. Aus diesmal kommen die Menschen aus allen Orten des Monschauer Landes und der belgischen Grenzorte im Schatten der im strahlenden Weiß leuchtenden Marien-Statue zusammen.

Die Eröffnung des Marienmonats Mai an diesem inspirierenden und traditionsreichen Fleckchen Erde ist für viele Menschen eine Feier mit einer ganz besonderen Atmosphäre.

Noch in tiefe Dunkelheit gehüllt liegen die hohen Fichten, wenn die Gottesdienstbesucher den Anstieg zur Richelsley unter die Füße nehmen, denn schon ab 5.30 Uhr beginnt das Rosenkranzgebet. In die Stimmen der Besucher mischt sich vielfaches Vogelgezwitscher auf dem gut 500 Meter langen holprigen Waldweg.

Am mächtigen Felsen angekommen, lichtet sich der Wald, der Platz vor der Mariengrotte wird von Birken und einer mächtigen Buche umrahmt. Wer ganz früh hier oben ist, kann auf einer der wenige Bänke Platz finden.

Die Statue im Felsen ist erhellt vom Schein der ewigen Lichter, einige Menschen zünden noch eine Kerze an, während die Musikvereinigung Kalterherberg an der Seite Aufstellung nimmt, um später den Gottesdienst musikalisch zu begleiten.

Über allem ragt das Kreuz im Venn in den noch wolkenverhangene Himmel, der langsam die Konturen des Wahrzeichens freigibt, das hier vor 120 Jahren Pfarrer Gerhard Joseph Arnoldy, der von 1869 bis 1914 Seelsorger an St. Lambertus in Kalterherberg war, errichten ließ. Das Metallkreuz findet einen sicheren Stand auf dem 80 Meter langen und 12 Meter hohen zerklüfteten Felsen.

Auf einem Podest, dass Stadtarbeiter hier errichtet haben, befindet sich der Altar, überdacht von einem einfachen weißen Gartenzelt. Pastor Karl Schnitzler und sein Mitbruder Lothar Klinges vom Pfarrverband Bütgenbach-Berg/Weywertz begrüßen die Gläubigen, während die Dämmerung einem freundlichen aber frischen Maimorgen Platz macht.

Karl Schnitzler erinnert an die lange Tradition und die historische Bedeutung der wohl schönsten Gebetsstätte der Nordeifel in der freien Natur. Die Menschen verspüren die besondere Ausstrahlung und Intensität dieses Platzes, der geeignet ist, den Glauben zu vertiefen und neue Kraft zu schöpfen.

Der Gottesdienst steht unter dem Leitgedanken „Ouo vadis?” und regt dazu an, den eigenen Lebens- und Glaubensweg zu betrachten.

Als die beiden Geistlichen den Schlusssegen spenden, ist es heller Morgen geworden. Schnell leert sich der Platz, der aber gerade im Marienmonat Mai werden sich an jedem Tag hier Menschen einfinden, um hier Einkehr im Gebet zu halten oder nur, um einige Minuten zu verweilen und vielleicht ohne es wissen, den Hauch von Gottes Schöpfung verspüren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert