Im Eiswasser Lapplands auf Platz acht geschwommen

Von: hes
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Ein Jagertee auf die WM-Achte: Anneliese Lauscher mit selbst gestricktem Deutschland-Mützchen kurz nach ihrem erfolgreichen Start bei der Weltmeisterschaft der Winterschwimmer in Lappland.

Schmidt/Rovaniemi. Es war eigentlich nur ein riesengroßer Spaß, doch am Ende kam für Anneliese Lauscher sogar ein richtig beachtlicher sportlicher Erfolg heraus: Die 62-jährige Hobbysportlerin des TuS Schmidt hat bei der Weltmeisterschaft der Winterschwimmer im nordfinnischen Rovaniemi einen tollen achten Platz in ihrer Leistungsgruppe Brustschwimmen/Frauen belegt.

Die eigentliche Überraschung war der Mitarbeiterin unserer Zeitung dabei schon im Vorlauf gelungen, als sie unter 45 Starterinnen aus aller Welt die 25 Meter im null Grad eisigen Wasser in 29,17 Sekunden bewältigt hatte und damit auf Platz sechs und ins Finale der alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft geschwommen war. „Das war reine Glückssache und sehr vom Start abhängig“, berichtete Anneliese Lauscher, die in der Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft Lappland den in der Eifel vermissten Winter gefunden hatte: Minus acht Grad Luft- und null Grad Wassertemperatur am Wettkampftag 21. März konnten ihr aber nichts anhaben, da sie sich zuvor ein paar Tage im finnischen Kajani hatte akklimatisieren können. „Da haben wir in einem Ferienhaus direkt an einem See gewohnt, wo wir dann jeden Tag ein Loch in das 30 Zentimeter dicke Eis geschlagen haben, um trainieren zu können“, berichtet die 62-Jährige, die von ihrem Lebensgefährten und ihrem Schwager begleitet wurde.

Auch am Wettkampfort in Rovaniemi musste vor dem Start bei dichtem Schneetreiben immer wieder das Eis auf der Oberfläche des Flusses Kemijoki abgefischt werden, um den Eisschwimmern optimale Wettkampfbedingungen bieten zu können.

In heißes Wasser getaucht

Im Finale benötigte Anneliese Lauscher dann knapp drei Sekunden mehr als in der Vorrunde, war aber mit Platz acht unter neun Finalistinnen dennoch zufrieden und glücklich: „Das war ein fantastisches Erlebnis – besonders das Bad im 39,5 Grad warmen Bottich direkt nach dem Zieleinlauf, das fühlte sich an als würde man gekocht“, erzählt Lauscher lachend.

Kurios: Dass Anneliese Lauscher für den TuS Schmidt auf Platz sechs und in den Endlauf geschwommen war, erfuhr sie zunächst per Telefonanruf aus der Heimat, wo eine Freundin im Internet mitgefiebert und die Ergebnisse entdeckt hatte. „Ansonsten aber war alles top organisiert, was bei über 1000 Startern gar nicht so einfach war“, lobt die 62-Jährige, die bis zum Aufruf ihres Laufes in einer warmen Hütte warten konnte.

In besonders guter Erinnerung bleiben wird ihr auch die sehr fröhliche Stimmung unter den Sportlern, die allesamt kurz vor dem Start noch eine finnische Version des Beatles-Klassikers „Yellow Submarine“ anstimmten. Und Anneliese Lauscher stimmte – ziemlich deutsch – fröhlich ein: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus...“

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