Simmerath - Ideen gegen die Überalterung auf dem Land

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Ideen gegen die Überalterung auf dem Land

Von: P. St.
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Nur noch teilweise bewohnt ist der Leister-Hof in Rurberg. Beim Aktionsprogramm „Regionale Daseinsvorsorge“ spielen solche Immobilien in den Dorfkernen eine wichtige Rolle.

Simmerath. Der demografische Wandel kommt, und er wird zuerst die ländlichen Regionen treffen. Darin sind sich alle Experten einig, die sich mit der künftigen Altersstruktur der Bevölkerung befassen. Deswegen hat die Bundesregierung ein Aktionsprogramm aufgelegt.

Ziel des Aktionsprogramms „Regionale Daseinsfürsorge“ ist es, ausgewählte Modellregionen im ländlichen Raum darin zu unterstützen, sich den Herausforderungen des demografischen Wandels zu stellen.

Die Regionen selbst sollten eine auf ihre Herausforderungen und Bedürfnisse angepasste „Regionalstrategie Daseinsvorsorge“ entwickeln. In einem Wettbewerb wurden im Jahr 2011 daraufhin 21 Modellregionen in Deutschland ausgewählt, darunter auch die Region Nordeifel.

Sieben Themenfelder

Erste Ergebnisse des Aktionsprogramms wurden jetzt von Regionalkoordinator Frederic Wentz in der Sitzung des Simmerather Strukturausschusses vorgestellt.

Da es sich um einen die Kreisgrenzen überschreitenden, interkommunalen Prozess handelt, sind neben der Städteregion Aachen auch die Kreise Düren und Euskirchen mit vertreten, sodass die Region Nordeifel nicht nur die Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath sondern auch Heimbach, Hürtgenwald, Kreuzau, Nideggen und Vettweiß im Kreis Düren sowie Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Bad Münstereifel, Mechernich und Schleiden im Kreis Euskirchen umfasst.

Hier lebten 2012 zusammen 157854 Menschen, deren Zahl bis 2030 auf 143817 (minus acht Prozent) schrumpfen wird. Insgesamt, berichtete Wentz, seien sieben Themenfelder aufgestellt worden, von der Kindertagesbetreuung, über ärztliche Versorgung bis hin zu ÖPNV und Gemeinschaftsleben im Dorf.

Mit Blick auf die Gemeinde Simmerath erläuterte Wentz die ersten bereits laufenden Maßnahmen Das Pilotprojekt „Dorfgespräch“ wurde in Eicherscheid über die Internet-Plattform (www.wir-in-eicherscheid.de) gestartet. Hier können Bürger ins Gespräch kommen und z. B. Hilfe organisieren, sei es bei der Gartenarbeit, für Kinderbetreuung oder bei der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit. Diese Anregung kam aus dem Dorf heraus, aber der Austausch ist noch recht in Schwung gekommen.

Beispiel Leister-Hof Rurberg

Leerstände ist auch ein großes Thema in der Region. In Simmerath gibt es dafür ein Beispiel das Sorgen bereitet, den so genannten Leister-Hof in Rurberg. Die alte Hofanlage, die den historischen Dorfkern Rurbergs repräsentiert, steht weitgehend leer und ist dem Verfall preisgegeben.

Dank des Aktionsprogramms, dass auch eine Finanzierung umfasst, hat die RWTH Aachen ein Bau-Aufmaß des Gebäudes vorgenommen. Dies wäre ein erster Schritt, um auf mögliche Investoren zuzugehen, hieß es. Das Aktionsprogramm ziele auf die Stärkung und Belebung von Ortskernen, um ortsprägende Bausubstanz zu erhalten. Dieser Schritt aber ist vorerst noch reine Theorie, da sich die Immobilie in Privatbesitz befindet.

Dennoch nahm der Strukturausschuss die bisherigen Aktivitäten im Rahmen des Aktionsprogramms wohlwollend zur Kenntnis, zumal es für die Gemeinde Simmerath auch mit keinerlei finanziellen Verpflichtungen verbunden ist.

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