Hotelier sucht händeringend Arbeitskräfte

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Das Hotel „Eifelgold-Roding” in Erkensruhr liegt idyllisch. Hinreichend Personal für das große Haus zu finden, erweist sich bisher als schwierig.

Erkensruhr. Als Juul Caubo und seine Ehefrau Pascale Roding im November 2007 ein großes leerstehendes Hotel im kleinen Eifelort Erkensruhr kauften, da hatte das Hotelierspaar aus den Niederlanden mit einigen Problemen gerechnet, vermutlich aber nicht damit, dass es so schwierig werden würde, Personal zu finden.

Und das in einer Region, in der es von Touristen nur so wimmelt, die alle bedient und versorgt werden wollen.

Etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit im Hotel Eifelgold-Roding beschäftigt. „Wir sind so etwas wie eine große Familie. Wir essen sogar zusammen”, berichtet der Hotelier von menschlicher Wärme, die ihm und seiner Ehefrau ein Bedürfnis sei. Dennoch brennt personell der Baum an vielen Stellen.

Caubo sucht Zimmermädchen, Leute für den Service, für die Küche, für den Garten und, und, und. Normalerweise würde ein Anruf bei der Monschauer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit reichen. Normalerweise, aber in diesem Verhältnis steckt irgendwie der Wurm.

Caubo ist ziemlich enttäuscht, fühlt sich von Mitarbeitern der Agentur ignoriert, mehr noch, er spricht von „Mobbing”. Mitarbeiter der Monschauer Geschäftsstelle hätten Leute, die in seinem Hotel anheuern wollten, vor ihm und seiner Frau gewarnt, von schlechtem Arbeitsklima, schlechter Bezahlung und bisweilen völlig ausbleibendem Lohn gesprochen. Caubo: „Das ist völliger Unsinn. Wir zahlen den branchenüblichen Lohn, und zwar regelmäßig!”

Von einer „schwierigen Situation” spricht Heinz Klinkenberg, Geschäftsstellenleiter der Agentur in Monschau, und meint damit in erster Linie die Lage des Hotels. „Es ist schwierig, jemanden dorthin zu vermitteln.”

Natürlich arbeite seine Agentur mit dem Hotelierspaar zussammen, habe bereits 84 Vermittlungsangebote gemacht, widerspricht Klinkenberg dem Vorwurf, die Agentur ignoriere die personellen Engpässe in Erkensruhr.

Auch das „Mobbing” will Klinkenberg nicht gelten lassen. Nicht seine Mitarbeiter hätten von geringem oder ausbleibendem Lohn gesprochen, sondern sie seien von Arbeitssuchenden auf diese Dinge angesprochen worden. Sie hätten dazu keine Stellung genommen, sondern die Leute gebeten, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Heinz Klinkenberg: „Es ist uns untersagt, in diese Richtung Bewertungen vorzunehmen. Wir vermitteln lediglich das Arbeitsverhältnis.”

Um aber die „Kuh vom Eis” zu bekommen und das Klima zu verbessern, werde die Agentur das Gespräch mit Caubo und Roding suchen: „Vielleicht lassen sich die Animositäten dann schnell abbauen!”

Das trifft sich gut, denn da steht ohnehin noch eine Einladung im Raum, die Juul Caubo bereits vor einiger Zeit ausgesprochen hatte, damit die Mitarbeiter der Agentur das Haus und die Hoteliers kennenlernen können.

In absehbarer Zeit hofft Juul Caubo dann auch, den Shuttleverkehr in seine niederländische Heimat einstellen zu können. Um personell überhaupt über die Runden zu kommen, leiht er sich Leute bei Freunden und Bekannten aus, die dort gastronomisch tätig sind, holt sie ab und bringt sie nach ein paar Tagen wieder zurück.

„Ich weiß nicht mehr, wieviel Kilometer ich gefahren bin und wieviel Sprit ich verfahren habe. Das ist grotesk, das kann nicht sein!”
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