Hoscheiter Venn: Nach zehn Jahren kommt das Torfmoos zum Zuge

Von: P. St.
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Die vor rund zehn Jahren im Hoscheiter Venn auf Initiative von Hermann Carl wieder neu angelegten Pingos entwickeln sich langsam aber sicher. Venntypische Pflanzen wie das Torfmoos sollen Binsen und Gräser nach und nach verdrängen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Rund zehn Jahre ist es her, da wurden mehrere Lkw-Ladungen Lehm ins Hoscheiter Venn geliefert. Mit diesem natürlichen Material sollten hier die weitgehend verlandeten Pingos (Bodenerhebungen) auf den Wiesen- und Waldflächen zwischen Eifelstraße und Vennbahn wieder renaturiert werden. Mehrere Sponsoren unterstützten die Aktion.

Die Ausführung vor Ort übernahm das Team von Jugendaktiv Simmerath unter der Federführung von Hermann Carl von der Kreisjägerschaft Aachen. Hermann Carl, der auch hier ein Jagdrevier betreut, weiß, dass man der Natur viel Zeit lassen muss, ehe man das vom Menschen angestrebte Ziel erreicht.

Das Ziel lautete, die einstigen aus der Eiszeit stammenden Gewässer wieder anzustauen, damit sich hier in der Vennlandschaft wieder Torfmoos und andere seltene Pflanzen entwickeln können. Nur durch Regenwässer füllten sich die kreisrunden Pingos mit der Zeit.

Das Unternehmen Torfmoos ist inzwischen auf einem guten Weg: Zwar ist ein Teich vermutlich aufgrund einer undichten Stelle leer gelaufen, aber in den restlichen Pingos kommt das Torfmoos so langsam wieder zum Zuge. Bei ein bis zwei Millimeter Wachstum im Jahr sollte man auch nicht zu viel erwarten.

Doch nur das geübte Auge erkennt diese Entwicklung. Noch dominieren Binsen und Gräser in den Pingos. Neben dem Torfmoos sollen hier auch in den nächsten Jahren Fieberklee, Sonnentau und Moosbeere die Oberhand gewinnen. Das Torfmoos verfügt über die Eigenschaft, das Wasser extrem zu versauern. Durch diesen Prozess verschwinden Binsen und Gräser dann von ganz allein.

Nicht so lange wie auf die typischen und seltenen Vennpflanzen musste man im Hoscheiter Venn auf den Moorfrosch warten, der in diesen Tagen enorm aktiv ist. Zentnerweise Laich liegt in den Pingos und das meditative Konzert der Frösche sorgt für ein besonderes Naturschauspiel.

Die seit Urzeiten existierenden Pingos waren im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung durch Gräben geöffnet worden, um mehr Nutzfläche für Grünland und Waldanbau zu gewinnen.

Im Rahmen des Renaturierungs-Projektes wurden diese Gräben dann wieder mit Lehm verschlossen. Insgesamt wurden 20 Pingos im Hoscheiter Venn und im Roten Venn in Mützenich wieder hergestellt. Jetzt muss man der Natur nur genügend Zeit lassen, ehe hier wieder die natürliche Vennlandschaft grünt und blüht.

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