Holocaust-Überlebender berichtet an der Mädchenrealschule

Von: sasou
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Helmut Clahsen, der den Holoca
Helmut Clahsen, der den Holocaust als Kind überlebte, berichtete Schülerinnen der Mädchenrealschule St.Ursula über das Grauen des Naziterrors. Foto: Sarah Soumagne

Monschau. Der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus” erinnert an die Befreiung der Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945. Da Gedenkveranstaltungen gegen den Naziterror bei der Bischöflichen Mädchenrealschule St.Ursula eine Tradition ist, hat sie dieses Jahr Helmut Clahsen, Autor des Buches „Mama, sag was ist ein Judenbalg?” und Überlebender des Holocaust, eingeladen.

Der Schulleiter war sehr froh, dass zum zweiten Mal eine Autorenlesung in der Schule statt gefunden hat, und noch dazu von einem Autor aus der Region. Allen Schülerinnen ist das „Tagebuch der Anne Franck” bekannt, da es eine Pflichtlektüre an der Mädchenrealschule ist, doch es ist etwas Anderes, wenn man weiß, dass das Buch „Mama, sag was ist ein Judenbalg?” hier in Monschau und Umgebung spielt.

Durch die Begegnung mit Zeitzeugen wollten die Geschichts- und Religionslehrer der zehn Klassen Wege gegen das Vergessen sowie für Versöhnung und gegen rechte Gewalt aufzeigen.

Mehrere Schülerinnen der 10. Klasse lasen Gedenktexte vor und zündeten Kerzen an. Anschließend hielt man zu einer Schweigeminute für alle Opfer des Nationalsozialismus inne.Nach den Vorträgen der Mädchen begann Helmut Clahsen, den Schülerinnen etwas über sein Buch zu erzählen. Er nannte Beispiele und forderte die Mädchen auf, über bestimmte Situationen nachzudenken. Nach einer langen Redeschlägt er das Buch auf und liest vor, „weil dies zu hart sei, zu erzählen”, meint er.

Alle Mädchen hörten gespannt und interessiert zu, wie Helmut Clahsen eine Textstelle aus seinem Buch vortrug. Nach dieser Lesung schloss er es, ging wieder im Raum, auf und ab und begann erneut, aktiv zu erzählen. Indem er frei berichtete und so alles genauer beschreiben konnte, hörten die Schülerinnen ihm aufmerksam zu und konnten seinen Ausführungen besser folgen.

Helmut Clahsen fing an zu schreiben, um den Schlaganfall seiner Frau zu verarbeiten. Als er bemerkte, dass es ihm lag, begann er, seine Kindheitserlebnisse zu verfassen, da er mit im Alter von Jahren seiner Großmutter versprochen hatte, alles aufzuschreiben, falls er überleben sollte.

Insgesamt hat er das Buch drei Mal geschrieben, doch die ersten beiden Male sind ihm seine Manuskript abhanden gekommen. Sein drittes Manuskript wurde von etwa 800 Seiten auf zirka 300 Seiten gekürzt und im Jahr 2004 veröffentlicht. Seitdem hält er regelmäßig Autorenlesungen an verschiedenen Schulen.

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