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Höfener Superkrippe: 30.000 Euro für krebskranke Kinder

Von: wm
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Die beachtliche Summe von 30.550 Euro hat Reiner Jakobs in den vergangenen 47 Tagen in der Pfarrkirche in Höfen als singender Hirte mit seiner Naturkrippe gesammelt. Am Sonntag übergab er die Spenden an Professor Dr. Rolf Mertens, dem Leiter der Kinderkrebsstation des Klinikums Aachen. Foto: Walter Mertens

Höfen. „Ich finde die Krippe echt super”, hat der zehnjährige Heinrich aus Aachen in das Gästebuch in der Pfarrkirche in Höfen geschrieben. Auch in diesem Jahr, wie in den vergangenen 15 Jahren, hat Reiner Jakobs seine wunderschöne Naturkrippe in der Höfener Pfarrkirche St. Michael aufgebaut.

Hier hat er in den vergangenen 47 Tagen von morgens 10 bis abends 18 Uhr weihnachtliche Weisen und Volkslieder gesungen und in dieser Zeit Spenden gesammelt.

„Echt super”, das ist nicht nur die zweifellos schöne, mit Liebe zum Detail aufgebaute Krippe. „Echt super” ist wohl die zutreffende Umschreibung für das, was Reiner Jakobs in der Höfener Pfarrkirche leistet.

Stolze 30.550 Euro konnte Jakobs am Sonntag dem Leiter der Kinderkrebsstation des Uniklinikums Aachen, Professor Dr. Rolf Mertens übergeben.

Was Reiner Jakobs vor 15 Jahren in der Höfener Kirche begann, ist längst zu seinem Lebenswerk geworden. Getreu dem Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel” werden, nachdem die Krippe vom vergangenen Jahr abgebaut ist, bereits Pläne für das folgende Jahr geschmiedet.

Mit seinen fleißigen Helfern, allen voran Rudi Rader, Engelbert und Franz Roder, Klaus Schülter und Heinz Pontzen schafft Reiner Jakobs die vielen Figuren und Tiere in das trockene und geheizte Sommerquartier.

Den Frühling und Sommer verbringt Reiner Jakobs damit, neue Ideen und vor allem Baumaterialien aus der Natur zu sammeln. Im September wird es denn so langsam ernst.

Die Vorbereitung auf die nächste Krippenzeit beginnt für Jakobs damit, so dass er sich ab September nicht mehr rasiert, denn ein waschechter Hirte hat nun einmal einen Bart.

Richtig los geht es dann ab dem 5. Dezember. Von diesem Tag an trifft man Reiner Jakobs eigentlich nur noch in der Kirche bei seiner Krippe an.

Und wenn man in dem ausgelegten Gästebuch blättert, dann müssen viele Besucher ihn da getroffen haben. Aus dem benachbarten Belgien und den Niederlanden haben sich ebenso Gruppen in das Buch eingetragen wie aus Bonn, Recklinghausen oder Stuttgart.

Manche Besucher statten der Naturkrippe in jedem Jahr ihren Besuch ab. „So etwas Schönes haben wir noch nie gesehen” oder „Das ist die schönste Krippe, die ich je gesehen habe” ist da zu lesen. Jung und alt, Einzelpersonen oder ganze Gruppen sind in Höfen zu Besuch gewesen, und auch der Kindergarten „Sonnenland” aus Rohren hat sich in das Gästebuch eingetragen.

Die Besucher schauen nicht nur die Krippe an, sie spenden auch fleißig. Prof. Dr. Mertens freute sich denn auch riesig über diese große Spendenbereitschaft. Das Geld wird dringend gebraucht. Aktuell ist die Kinderkrebsstation vor drei Monaten umgezogen. Auf der 7. Etage des Uniklinikums haben die Kinder ihr Reich gefunden.

Dort gibt es einen großen offenliegenden Hof mit einer Glaswand an der Frontseite. Rechts und links von diesem Hof sind die Kinderkardiologie und die Kinderkrebsstation untergebracht. Wenn jetzt noch die Fenster geöffnet werden und die Klimaanlage zurückgebaut wird, dann haben die kleinen Patienten einen licht- und luftdurchfluteten Bereich zur Verfügung, der ihrer Genesung sehr förderlich ist.

Prof. Dr. Mertens sieht durch das Spendenaufkommen noch einen weiteren, eher psychologischen Moment: Durch die enormen Spenden, die dem Förderkreis zufließen und die dieser zu nahezu 100 Prozent an die Kinderkrebsstation weitergibt, sieht sich auch die Verwaltung des Uniklinikums immer wieder in der Pflicht, für die krebserkrankten Kinder das Optimum an Betreuung zu schaffen. Durch die Spendenaktionen erfährt die Kinderkrebsstation eine erhöhte Aufmerksamkeit in breiten Schichten der Gesellschaft.

Es sei ein Glück, so Prof. Dr. Mertens weiter, dass die Krebsforschung in den vergangenen Jahren so gute Fortschritte gemacht habe. Über 80 Prozent der kleinen Patienten könnten inzwischen geheilt werden. Auch die Forschung werde mit Mitteln des Förderkreises unterstützt.

Der Bart ist ab

Wenn Bescheidenheit eine Tugend ist, dann ist Reiner Jakobs ein tugendhafter Mensch. Von Dank und Hochachtung, die ihm am Sonntag in Anbetracht der gewaltigen Spendensumme entgegengebracht wurde, wollte er nicht sonderlich viel wissen. Er schaute vielmehr in die Zukunft und damit auf das vor ihm liegende Jahr. Bereits am Montagmorgen traf er sich um 6 Uhr in der Früh, um mit seinen Helfern die Krippe abzubauen und die Tiere ins Sommerquartier zu bringen. Und rasieren wollte er sich auch wieder, zumindest vorübergehend.

Im September geht es dann wieder los. Dann wird er sich der singende Hirte wieder einen Bart wachsen lassen zur nächsten Naturkrippe in der Pfarrkirche in Höfen.
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