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Hitlergruß stellt Alemannia erneut in die braune Ecke

Von: os
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Aachen/Herzogenrath. Was das Image der eigenen Fans angeht, kommt die Alemannia derzeit nicht aus der braunen Ecke heraus. Denn die Reihe rechtsradikaler Straftaten in einem Teil der schwarz-gelben Anhängerschaft reißt nicht ab.

Nachdem bereits die gewaltsamen Übergriffe auf antirassistische Alemannia-Ultras beim Heimspiel gegen Aue im Dezember bundesweit für Negativ-Schlagzeilen sorgten, fiel nun zumindest ein Hooligan auch am vergangenen Montag beim Auswärtsspiel in Düsseldorf übel auf - mit einem Hitlergruß.

Augenzeugen berichteten der AZ sogar von mehreren Tätern, doch eindeutig identifiziert wurde von der Alemannia nur einer: ein 19-jähriger junger Mann aus Herzogenrath, der dem Klub und auch der Polizei bereits seit einigen Jahren einschlägig bekannt ist. Bereits 2008 hatte er ein dreijähriges Stadionverbot kassiert, weil er einen Ordner mit antisemitischen Parolen beschimpft hatte.

In Düsseldorf nun hob er den rechten Arm zum Hitlergruß, als Düsseldorfer Fans Transparente gegen Rechtsradikale entrollten und die antirassistischen Alemannia-Ultras „Nazis raus” skandierten - jedenfalls besteht für die Alemannia daran kein Zweifel: Bereits am Abend des Spiels habe es konkrete Hinweise gegeben, denen man sofort nachgegangen sei, erklärt Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer: „Wir haben Überwachungsmaterial angefordert und uns selbst ein Bild gemacht. Dieses Bild war eindeutig, da gibt es keine zwei Meinungen.” Daraufhin habe man sofort Strafanzeige erstattet und ein neuerliches Stadionverbot gegen den Mann verhängt.

Die Aachener Polizei, deren szenekundige Beamte den Vorfall im Düsseldorfer Stadion nicht bemerkt hatten, bestätigte am Freitag den Eingang eindeutigen Bildmaterials über die Straftat. Man habe ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet, sagt Polizeisprecher Paul Kemen auf Anfrage - und fordert Zeugen, die weitere Neonazi-Ausfälle beobachtet haben wollen, dazu auf, sich zu melden.

Der Verein, dessen Image unter den rechtsradikalen Übergriffen im eigenen Fanblock massiv leidet, will diese Vergehen hart sanktionieren. „Wir tun das mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, und ziehen unsere Linie weiter durch”, sagt Kraemer.
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