Himmelsleiter: Der „Mäusetunnel” bleibt noch eine Weile

Von: Udo Kals und Ernst Schneiders
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Die so genannten Mäusetunnel wurden vor gut zwei Jahren auf der B258 zwischen Roetgen und Fringshaus montiert. Die von den Pendlern viel kritisierte Maßnahme auf der kleinen Himmelsleiter bleibt jetzt erhalten länger als so mancher gedacht hat. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Nordeifel. Die Einwohner und Besucher Monschaus müssen sich schon bald auf eine neue Großbaustelle mit entsprechenden Staus gefasst machen: Nachdem die Arbeiten auf der Himmelsleiter vor allem bei Pendlern für einigen Verdruss gesorgt hatten, soll ab Mitte 2011 der Burgring (Umgehungsstraße Monschau) auf einer Länge von rund 1,9 Kilometern saniert, die Hänge gestützt und entwässert werden.

Gegenüber dem Parkplatz für Wohnmobile am Biesweg soll ein neues Regenauffangbecken gebaut werden, so Bürgermeisterin Margareta Ritter, denn eine Entwässerung sei quasi bisher nicht vorhanden. Eine Umleitung ist nicht vorgesehen, der Verkehr soll während der Arbeiten halbseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden.

Damit sich die Situation nicht verschärft, wollen Stadt Monschau und Landesbetrieb beizeiten Termine abstimmen, damit nicht am Regenauffangbecken und am neuen Vennbad in unmittelbarer Nähe zur selben Zeit gebaut wird, so Ritter weiter.

Wie dringlich die Angelegenheit ist, belegt eine aktuelle Warnung des Landesbetriebs Straßenbau, wonach die Hänge am zentralen Burgring in Monschau abzurutschen drohen und bereits einige Bäume umgefallen sind. Neben der Entwässerung müssen die denkmalgeschützten Natursteinwände restauriert werden.

Die Kosten für den Burgring beziffert Edgar Klein, Leiter der Niederlassung Ville-Eifel des Landesbetriebs Straßen NRW, auf circa sechs Millionen Euro.

Vor dem Verkehrsausschuss der Städteregion bezeichnete er die Sanierung des Burgrings als eines der dringendsten Projekte im Rahmen des Maßnahmenkatalogs, der den Ausbau und die Ertüchtigung der B258 zwischen Aachen und Monschau umfasst. „Wir geben viel Geld aus, aber wir sind vom Nutzen überzeugt”, betonte der Chefplaner.

Als weitere wichtige Baustelle sieht Klein den dreispurigen Ausbau der Bundesstraße, der „kleinen Himmelsleiter”, zwischen Roetgen und Fringshaus an. Gerne würde der Landesbetrieb, der das Projekt auf einer Länge von 1,6 Kilometern mit rund vier Millionen Euro veranschlagt, mit dem Bau einer Zusatzspur (2+1) im nächsten Jahr loslegen. Doch dies hänge vom Verlauf einiger Gespräche unter anderem mit den Grundstücksbesitzern sowie den Landschafts- und Wasserbehörden ab.

Auf Nachfrage von Werner Krickel (Grüne) betonte Klein, dass kein Kreisverkehr an der Einmündung der B399 an Fringshaus geplant sei. Abschlägig beschied der Chefplaner auch die Forderung von Axel Wirtz (CDU), den so genannten Mäusetunnel so früh wie möglich zu beseitigen. Klein betonte, dass es eine Anordnung der Städteregion zur Trennung der Fahrbahnen gebe: „In diesem Punkt hat die Verkehrssicherheit klaren Vorrang vor einer höheren Leistungsfähigkeit der Straße.” Will heißen: Der Mäusetunnel bleibt vorerst.

In diesem Zusammenhang rückte Klein den geplanten dreispurigen Ausbau der B258 zwischen Kalkhäuschen und dem Aachener Gewerbegebiet Pascalstraße in den Blickpunkt, der auch für die Eifeler wichtig sei. „Bislang bestimmt das langsamste Auto auf der Monschauer Straße das Tempo”, sagte Klein. Doch durch den geplanten Ausbau nach der 2+1-Variante, bei der dem bergauffahrenden Verkehr jeweils zwei Spuren zur Verfügung stehen, werde sich das ändern.

„Es gibt Platz zum Überholen, was auch die Nerven einiger Verkehrsteilnehmer schont und somit der Sicherheit dient”, sagte Klein. Kosten: etwa zehn Millionen Euro. Mit dem Bau könnte 2014 begonnen werden, einen vierspurigen Ausbau schloss Klein dagegen für die mehr als vier Kilometer lange Strecke aus.

Anders sieht die Situation weiter in Richtung Aachen aus. So wird die Monschauer Straße (L233) zwischen der Autobahnanschlussstelle Lichtenbusch bis zur Pascalstraße vierspurig ausgebaut. „Hier muss etwas passieren”, sagte Klein mit Blick auf die weiter steigenden Verkehrsströme.

Werden derzeit täglich rund 20.000 Fahrzeuge auf diesem Streckenabschnitt gezählt, sollen es laut Prognosen im Jahr 2025 bereits 28.000 sein. Rund fünf Millionen Euro könnten für den Ausbau auf einer Länge von 1,3 Kilometern zu Buche schlagen. Wobei die Bürger von Oberforstbach nach Ansicht von Klein vom Ausbau der Hauptverkehrsachse vor ihrer Haustüre dennoch profitieren, denn: „Die Menschen bekommen jetzt einen richtigen Lärmschutz.”
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