Rott - Herzkissen als Hilfe für Körper und Seele

Herzkissen als Hilfe für Körper und Seele

Von: Helga Giesen
Letzte Aktualisierung:
Schon seit Jahren trifft sich
Schon seit Jahren trifft sich die Gruppe Vichtbachquilter, um einmal im Monat im Jugendhaus Rott ihrem Hobby nachzugehen. Foto: Helga Giesen

Rott. Eigentlich ist kunstvolles Patchwork und Quilten (die Herstellung von Steppdecken) ihre Leidenschaft, aber dazu haben die sechs Frauen der Gruppe „Vichtbachquilter” kaum noch Zeit. Seit fast zwei Jahren sind sie vollauf damit beschäftigt, Herzkissen für die Patientinnen des Brustzentrums am Aachener Marienhospital zu nähen.

Im Rahmen einer Weihnachtsausstellung ihrer Arbeiten im Jugendhaus in Rott machten sie jetzt auch auf dieses Anliegen aufmerksam.

Projekt zieht Kreise

Schon seit Jahren treffen sich Kristine Mirbach, Dagmar Möller, Hildegard Peters und Annette Ludwig aus Rott, Waltraud Müller aus Roetgen und Marita Braun aus Simmerath einmal im Monat im Jugendhaus Rott, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. Sie gehören dem deutschlandweiten Verein Patchwork-Gilde an, der sich der Pflege und Förderung des Patchwork-, Quilt- und Textilkunsthandwerks verschrieben hat. In der Vereinszeitschrift haben sie Anfang 2010 vom Herzkissenprojekt erfahren, dessen Idee von Amerika über Dänemark zunächst nach Rostock gekommen ist und hier von den Gildemitgliedern aufgegriffen und weiterverbreitet wurde.

„Es zieht Kreise”, freut sich Waltraud Müller, dass es inzwischen auch in Deutschland viele Initiativen gibt, die sich an dem Projekt beteiligen. Die in ehrenamtlicher Arbeit handgefertigten Herzkissen werden in Krankenhäusern als Geschenk an frisch operierte Brustkrebs-Patientinnen überreicht. Durch ihre Form eignen sie sich bestens, unter die Achsel gelegt zu werden und helfen so, den Wundschmerz zu lindern. Zugleich sind sie aber auch ein Zeichen des Mitgefühls, das Trost spendet. „Das Herzkissen hilft Körper und Seele”, weiß Waltraud Müller.

Nach dem in der Gilde-Zeitschrift veröffentlichten Schnittmuster nähten die Nordeifeler Vichtbachquilter zunächst probeweise zehn Kissen, um sie über die Roetgener Ärztin Dr. Carina Wilms dem Brustzentrum des Marienhospitals zukommen zu lassen. Hier waren sie mit ihrer Spende sehr willkommen. Seitdem kommen sie mit der Produktion kaum noch nach. Der Bedarf sei erschreckend groß, haben die Frauen inzwischen festgestellt.

Rund 700 Kissen, so schätzen sie, haben sie bisher angefertigt. Sie freuen sich zwar, hier ihre Hilfe anbieten zu können, aber anderseits mache es auch traurig, „weil hinter jedem verschenkten Kissen ein persönliches Schicksal steht”. Abstecken, ausschneiden, zusammennähen, ausstopfen und zunähen - das sind die Arbeitsschritte zur Anfertigung eines Herzkissens, ca. eine Dreiviertelstunde braucht eine geübte Näherin dafür. Die Kissen sollen zwar hübsch aussehen, aber natürlich keine drückenden Nähte haben, deshalb wird Patchwork, wenn überhaupt, nur sparsam eingesetzt.

Das Krankenhaus unterstützt die Arbeitsgruppe inzwischen durch die Spende von Stoff und Füllmaterial. Preiswert und gut geeignet zum Ausstopfen sind die Inletts der Kissen des blaugelben Möbelhauses, das hat sich als Tipp über das Internet verbreitet.

In Würdigung ihres ehrenamtlichen Einsatzes waren die Vichtbachquilter auch zur Weihnachtsfeier des Brustzentrums eingeladen und auch auf dem Nikolausmarkt des Marienhospitals hatten sie kürzlich Gelegenheit, ihr Projekt vorzustellen.

Während der Öffnungszeiten der Ausstellung haben die fleißigen Näherinnen wieder ca. 80 Kissen fertiggestellt, die aber noch nicht alle gefüllt sind. Das geschieht jetzt je nach Bedarf.

Wer Freude am Nähen hat und die Vichtbachquilter beim Herstellen der Herzkissen unterstützen möchte - ob zu Hause oder bei den monatlichen Treffen in der Gruppe- , kann Kontakt aufnehmen entweder telefonisch unter 02471/4543 (Waltraud Müller) oder 02471/2923 (Kristine Mirbach), per E-Mail unter patchatrott@web.de oder einfach mal vorbeischauen an jedem 1. Donnerstag im Monat ab 14.30 Uhr im Jugendhaus Rott, Quirinusstraße 43.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert