Hertha-Damen hängen Schuhe an den Nagel

Von: P. St.
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Das letzte Spiel der Damenmannschaft des RSV Hertha Strauch wurde mit einem Sieg abgeschlossen. Nach 39 Jahren wird die Abteilung aufgrund von Personalmangel aufgelöst. Foto: P. Stollenwerk

Strauch. Carmen Leuther wird ihren Platz sicher haben in der 39 Jahre währenden Geschichte der Straucher Damen-Fußballerinnen. Ihr war es am letzten Spieltag vergönnt, kurz vor dem Abpfiff das letzte Tor zu schießen, ehe die Hertha-Damen für immer die Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängten.

Es lag ein bisschen Wehmut über dem Sportplatz, als an diesem grauen Sonntagmittag die Straucher Mannschaft in ihren gelb-schwarzen Trikots zum letzten Mal im Mittelkreis Aufstellung nahm, wohl wissend, das dies der letzte sportliche Auftritt auf dem grünen Rasen sein würde.

Nach 39 Jahren stellt die Straucher Frauenfußballabteilung mit dem Ende der Saison 2008/2009 den Betrieb ein. Nur wenig tröstlich war da die Tatsache, dass der finale Auftritt am 7. Juni 2009 in der Kreisliga gegen Adler Werth auf heimischem Rasen wenigstens mit einem 2:0-Sieg endete, nachdem zuvor Nina Scheen das 1:0 markiert hatte. Die letzte Saison wird damit auf einem ordentlichen vierten Tabellenplatz abgeschlossen.

Die Straucher Damen-Fußballmannschaft hat in dieser Saison das gleiche Schicksal ereilt, wie es es auch schon viele andere Clubs aus dem Monschauer Land getroffen hat. Es fehlt am Nachwuchs, und ausscheidende Aktive können nicht nicht mehr ersetzt werden. So ist das Schicksal des Zerfalls vorgegeben. Andrea Heck und Brigitte Mathar, die weit über 20 Jahre dem Verein zur Verfügung standen, beenden ihre aktive Laufbahn, andere Spielerinnen wechseln zum TV Konzen.

Auch Abteilungsleiterin Carola Nießen, die 26 Jahre aktiv gespielt hat und wenige Jahre nach der Gründung der Abteilung zur Mannschaft stieß, sieht mit Wehmut, wie ihre Mitstreiterinnen auf dem Platz zum letzten Mal für die Hertha kämpfen. Gerne erinnert sie sich an eine schöne und intensive Zeit zurück, „auch an die dritten Halbzeiten”.

Die gemeinsamen Ausflüge (sogar mit den Männern), die Kameradschaft und der Zusammenhalt auf dem Spielfeld und darüber hinaus sind jetzt Vergangenheit. Das bedauert auch Renate Johnen, als Ausputzer vom Gegner gefürchtet und über 20 Jahre eine feste Größe in der Mannschaft: „Da spielt schon eine Menge Wehmut mit”, sagt sie und wird den regelmäßigen Besuch als Zuschauerin auf dem Sportplatz schwer vermissen. „Wir haben viele schöne, gemeinsame Stunden erlebt.”

Es war im Jahr 1970, als in Strauch die Idee umgesetzt wurde, den RSV um eine Damenmannschaft zu bereichern. Die Gründungsinitiative ging von Anneliese Gilliam aus, Rainer Breuer war der erste Trainer. Der sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Unter Trainer Hubert Lutterbach gelang 1981 der Aufstieg in die Landesliga, wo das Team drei Jahre lang mithalten konnte.

1990 wurde dieser sportliche Erfolg noch einmal wiederholt, allerdings folgte der sofortige Abstieg. „In dieser Saison wurden gleich vier Spielerinnen schwanger”, erinnert sich Abteilungsleiterin Carola Nießen lachend an eine ungewöhnliche Saison.

Nach dem Schlusspfiff verließen die Damen schweren Herzens den Rasen, auch wenn in der letzten dritten Halbzeit das Abschiedsgrillen lockte. Der junge Schiedsrichter Erman Savi aus Paustenbach bedankte sich für das äußerst faire Spiel („Es war heute das erste Damen-Fußballspiel, das ich gepfiffen habe”), und Abteilungsleiterin Carola Nießen beschenkte die Spielerinnen und deren Trainer Michael Mießen mit gelben Rosen, ehe dann mit dem Gang in die Kabine das Kapitel Frauenfußball in Strauch endgültig geschlossen wurde.
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