Herkulesstaude: Kampf mit Spaten und heißem Wasser

Von: Sarah Maria Berners
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Wehret den Anfängen: Udo Thomas (rechts) hat eine (sehr kleine) Riesenbärenklaupflanze in der Hand. Ohne Handschuh angefasst, kann sie zu heftigen Verbrennungen führen. Udo Thorwesten zeigt eine Pflanze des heimischen und völlig ungefährlichen Bärenklaus. Foto: Berners

Nordeifel. Der Riesenbärenklau bereitet in diesem Sommer wieder Probleme. Auch im Nationalpark Eifel müssen die Ranger gegen die Pflanze vorgehen. „Durch die Flüsse Urft und Olef werden die Samen des Riesenbärenklaus in den Nationalpark getragen”, erklärt Dr. Andreas Pardey vom Fachgebiet Forschung.

Weit ausgebreitet habe sich die Pflanze im Nationalpark aber noch nicht. Dadurch sei das Problem lokal auf die Talsperre begrenzt. „Unsere Ranger müssen mehrmals im Jahr die Wurzelknollen der Pflanzen mit einem Spaten abstechen”, erklärt Pardey die Vorgehensweise.

Das müsse vor der Blüte geschehen. Da die Pflanze aber sehr zäh ist, „reicht es nicht, wenn man das nur einmal macht.” Diese Art der Entfernung sei sehr aufwändig und im Nationalpark nur möglich, weil sich der Riesenbärenklau noch nicht auf eine große Fläche ausgedehnt hat.

Allerdings kann der Nationalpark das Problem dauerhaft nicht alleine angehen. Die Samen des Riesenbärenklaus werden über die Gewässer in den Nationalpark gebracht. Und genau dort, an den sogenannten Oberliegern, muss das Problem bereits bekämpft werden.

Auch in den drei Nordeifel-Kommunen wird der Riesenbärenklau intensiv bekämpft. „Die Pflanze ist gefährlich für unsere wertvollen Naturschutzgebiete und kann bei Menschen zu schlimmsten Verbrennungen führen”, begründet der zuständige Umweltdezernent der StädteRegion Aachen, Uwe Zink.

Im Weidenbachtal bei Kesternich, am Schlüsselbach bei Mützenich und am Grölingsbach in Roetgen gibt es jedoch ganze Felder von der ungeliebten Pflanze. Weil einfaches Abmähen keinen Erfolg bringt, sondern dazu führt, dass die Pflanzen noch stärker austreiben und der Einsatz von Pestiziden in Schutzgebieten nicht möglich ist, wird der Riesenbärenklau mit heißem Wasser bekämpft.

Dort, wo es von der Infrastruktur her möglich ist, rückt die Konzener Spezialfirma Udo Thoma dem Riesenbärenklau auf den Leib. Die Untere Landschaftsbehörde der Städteregion hat sie beauftragt, die Pflanzen gezielt mit kochend heißem Wasser zu vernichten. Dabei wird Wasser in Tanks gepumpt und bis auf mindestens 95 Grad erhitzt. Über Schläuche wird es in die Spitze einer Lanze gepresst, die dann in die Knolle des Riesenbärenklaus gerammt wird. So wird die Pflanze von der Wurzel her durchgekocht.

Allerdings muss jede Knolle einzeln verkocht werden, Udo Thoma muss in ziemlich viele Pflanzen stechen. Am Weidenbach ist das im Frühjahr passiert, an anderen Stellen wird Thoma jetzt aktiv.

Die chemische Keule wird die Landschaftsbehörde nach Angaben von Udo Thorwesten nicht auspacken. „Das ist für uns keine gangbare Methode.” Allerdings dürfe die Straßenmeisterei Einzelpflanzen am Wegesrand außerhalb von Schutzgebieten mit Chemie zerstören. - mit besonderer Genehmigung.

Dort, wo der Wagen nicht hinkommt und Chemie nicht eingesetzt werden kann, muss gegraben werden. Das übernehmen für die Städteregion die Mitarbeiter der Wabe. Bei bis zu 300 Pflanzen ist das eine Sysiphusarbeit. Am Weidenbach waren einige davon mehr als drei Meter hoch.

„Bis vor einigen Jahren konnte der Riesenbärenklau sogar noch als Gartenpflanze gekauft werden”, erzählt Udo Thorwesten von der Unteren Landschaftsbehörde. Imker hätten die imposante Pflanze zudem als Bienenweide ausgesetzt. Durch Grünabfälle ist die Pflanze dann am Weidenbach gelandet und hat sich von dort aus vermehrt. Schon vor Jahren haben die Behörden dort mit der Entfernung begonnen. Aber es ist ein anstrengender Kampf.

Gar ein Kampf gegen Windmühlen? „Nein, wir sind stärker”, sagt Thorwesten.
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