Monschau - Helle Freude an Mozarts „Figaro“ auf Burg Monschau

Helle Freude an Mozarts „Figaro“ auf Burg Monschau

Von: Anneliese Lauscher
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Figaros Hochzeit bei Monschau-Klassik: Das Publikum spendete begeistert Beifall nach der gelungenen Aufführung der berühmten Mozart-Oper auf der Burg Monschau. Foto: Anneliese Lauscher

Monschau. Die berühmte Mozartoper „Figaros Hochzeit“ zog am Freitag das Publikum aus allen Himmelsrichtungen zur Monschau-Klassik. Beinahe bis auf den letzten Platz besetzt waren beide Tribünen; die Menschen genossen Mozarts Musik und ein Fest der Stimmen.

„Comedia per Musica“ nannte Wolfgang Amadeus diese Oper, in der es um die Liebe und die Macht der Frauen, um Eifersüchteleien, Eitelkeit und Herrschsucht geht – und in der ein Graf vor seinen Untergebenen lächerlich gemacht wird.

Offensichtlich war es das nicht ganz junge Publikum, das sich diesen Programmpunkt auf der Monschauer Burg nicht entgehen lassen wollte.

Wohltuend für die Opernfreunde, denen die turbulente, manchmal verwickelte Handlung möglicherweise nicht ganz geläufig war: Es wurde in Deutsch gesungen.

Die Inszenierung der Kammeroper Köln mit einem eher kargen Bühnenbild rückte die Farbigkeit der Musik und die Vielschichtigkeit der Charaktere in den Vordergrund. Tief beeindruckt waren die Zuschauer nicht nur von den wunderbaren Stimmen, sondern auch von der schauspielerischen Leistung der Akteure; immer wieder gab es Szenenapplaus, der klang höchstens deshalb etwas verhalten, weil die Meisten unter ihren Regencapes applaudierten.

Im ersten Akt begegnete das Publikum gleich dem Figaro (Sebastian Neuwahl) und seiner Geliebten, Susanna (Sarah Cossaboon). Vor dem übergroßen Bild der spanischen Infantin Margareta Theresa entspann sich ein heiterer Disput.

Figaro sieht sich als Bräutigam, er misst das Zimmer aus, in dem er mit Susanna wohnen wird. Doch Susanna gesteht ihm, dass der Graf ihr nachstellt. Und Figaros Reaktion ist temperamentvoll und angriffslustig: „Will einst das Gräflein ein Tänzchen wagen – mag er‘s nur sagen“, schmettert Figaro seine Bariton-Arie.

Schnell wird klar, dass sich die Untergebenen keinesfalls mit den Ambitionen ihres eitlen Herrn Grafen anfreunden können, doch schon keimt die Eifersucht. Ein herrliches Singspiel entwickelte sich zwischen den keifenden Damen, Marcellina und Susanna – „nur vorwärts, ich bitte Sie, Muster von Schönheit!“ Das Publikum hatte seine helle Freude an den wohlklingenden Sopranstimmen.

Und viel Beifall bekam Kevin Dickmann als Graf Almaviva, der mit starker Stimme und voller Häme den vermeintlichen Rivalen Cherubino davonjagen will: „Du wirst nicht mehr die Mädchen betören“ – eine der bekanntesten Arien der Oper wurde zum Hörgenuss.

Leider hatte Esther Hilsberg als Gräfin Almaviva zu Beginn des zweiten Aktes gegen das unvermeidliche Rascheln der Regencapes anzusingen; die zu Herzen gehende Arie „Heil’ge Quelle reiner Triebe“, in der sie die Untreue ihres Gatten beklagt und die sie mit glasklarem Sopran vortrug, wurde dennoch mit spontanem Applaus bedacht.

In der Pause hörte man viele zustimmende Kommentare der Gäste, ein Ehepaar aus Düren meinte: „Wir kommen seit fünf Jahren hierher, egal wie das Wetter ist. Wir genießen einen wunderschönen Musikabend.“

Dieser setzte sich fort mit dem einfühlsamen Spiel der Kölner Symphoniker und der pfiffigen Inszenierung des Ensembles. Sarah Cossaboon wurde zum Publikumsliebling, ihr starker Sopran und ihre witzige Spielweise als aufmüpfige Susanna begeisterten die Zuschauer. Aber auch ihr fescher Figaro und Herr und Frau Gräfin bekamen lautstarken Beifall, als sie sich zum Schluss verneigten. Viele Opernbesucher trampelten mit den Füßen, um ihrer Begeisterung Ausdruck zu verleihen.

Als die Dirigentin, Inga Hilsberg, die Bühne betrat, schwoll der Applaus noch einmal an.

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