Simmerath - Helena-Stollenwerk-Haus: In zehn Jahren viele Barrieren abgebaut

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Helena-Stollenwerk-Haus: In zehn Jahren viele Barrieren abgebaut

Von: P. St.
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Ein neues Zuhause in Simmerath
Ein neues Zuhause in Simmerath: Andrea Mießen-Comuth ist seit 1. Juni 2012 neue Leiterin des Helena-Stollenwerk-Hauses in Simmerath. Am Samstag wird das 10-jährige Bestehen gefeiert. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Als im Jahr 2002 in Simmerath die Nachricht die Runde machte, dass in der Quadfliegstraße ein Behinderten-Wohnheim gebaut werden soll, gab es auch durchaus verhaltene Reaktionen in der Bevölkerung. Doch nicht für die Bürger sondern auch für das Vinzenzheim Aachen bedeutete die Tatsache, dass man fernab des etablierten Standortes eine Außen-Wohngruppe errichtete, die Erschließung von Neuland.

Zehn Jahre später nun ist das Helena Stollenwerk-Haus ein hervorragendes Beispiel für Inklusion, wie man heute sagt. Einfacher ausgedrückt würde man es wie Andrea Mießen-Comuth sagen: „Wir haben das Gefühl, in Simmerath angekommen zu seien. Wir sind nicht mehr das Haus hinter dem Krankenhaus.” Seit 1. Juni ist Andrea Mießen-Comuth die neue Leiterin des Helena-Stollenwerk-Hauses, und bereits seit 24 Jahren beim Vinzenzheim beschäftigt.

Weil das Haus inzwischen ein fester Bestandteil des Ortes ist, hat man auch das Sommerfest aus Anlass des 10-jährigen Bestehens unter das Motto „Wir in Simmerath” gestellt. Gefeiert wird am Samstag, 1. September.

Viele der 24 Bewohner des Helena-Stollenwerk-Hauses sind längst ein Teil der Gesellschaft in Simmerath geworden und bringen sich aktiv in das Alltagsleben ein. Betreut werden sie von 32 Mitarbeitern, überwiegend Teilzeitkräfte. Den Tag verbringen fast alle Bewohner als Beschäftigte in der Caritas-Werkstatt in Imgenbroich.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends herrschte beim Vinzenzheim Aachen Aufbruch-Stimmung, nachdem der Startschuss für dezentrales Wohnen für Menschen mit Behinderung in der Städteregion Aachen gefallen war. In Herzogenrath, Alsdorf und Brand wurden neben Simmerath neue Häuser zusätzlich zur Stammeinrichtung in Burtscheid eröffnet. Insgesamt bietet das Vinzenzheim, das zur Josefs-Gesellschaft gehört und seit 107 Jahren in Aachen ansässig ist, 280 Menschen mit Behinderung ein Zuhause.

Die Verbundenheit zu den Menschen in der Eifel drückte das Simmerather Haus auch durch die Namesgebung aus: Die Steyler Missionsschwester und Ordensgründerin Helena Stollenwerk wurde in Rollesbroich geboren.

Die gelungene Integration in das Simmerather Ortsleben dokumentiert sich für Andrea Mießen-Comuth vor allem im Alltagsleben. Die Nachbarschaft und die Geschäftswelt seien stets unterstützend zur Stelle und es gebe eine Reihe von „nonverbalen Agreements”, bezeichnet die Leiterin das vertrauensvolle Miteinander: „Die Offenheit, die wir versuchen auszustrahlen, wird uns auch erwidert.” So biete das Sommerfest auch eine weitere ideale Gelegenheit, noch eventuell vorhandene Barrieren abzubauen.

Barrierefreiheit ist ein wichtiges Stichwort für Menschen mit Behinderung, erst recht wenn sie auf einen Rollstuhl angewiesen sind. In diesem Punkt gibt es aus der Sicht von Andrea Mießen-Comuth noch Veränderungsbedarf, denn die baulichen Gegebenheiten in Simmerath sind noch nicht überall auf die Bedürfnisse von Behinderten abgestimmt. Auch wenn in den letzten Jahren der Begriff Barrierefreiheit in keiner Planung mehr fehlt, sind abgesenkte Gehwege und behindertengerechte Zugänge noch nicht überall die Regel.

Gemeinsam mit der Seniorenresidenz Simmerath und der Gemeindeverwaltung, die erst kürzlich einen barrierefreien Zugang zum Rathaus herrichtete, könnte sie sich hier noch einige Impulse vorstellen.

„Wir in Simmerath”, lautet das Motto des Sommerfestes aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des Helena-Stollenwerk-Hauses. Start ist am Samstag, 1. September, um 11 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Gelände in der Quadfliegstraße. Um 12 Uhr findet die offizielle Begrüßung statt. Torwandschießen, Entenangeln, Pfeilwerfen, Kinderschminken und Dosenwerfen lockeren das Nachmittagsprogramm auf; auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Dank Unterstützung der Simmerather Geschäftswelt wird auch eine attraktive Tombola gestartet.

Am Nachmittag lassen die Bewohner unter dem Gedanken „Träume steigen in den Himmel” Luftballons in den Himmel steigen.

Auch ehemalige Mitarbeiter sind zum Fest eingeladen worden.

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