Heinrich Poschen: Partner im Kampf gegen die Behörden

Von: ho
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Heinrich Poschen steht beim Ortsverband Lammersdorf des Sozialverbandes VdK seit 2004 an vorderster Stelle. Der ehemalige Leiter des Steuer- und Personalamtes der Gemeinde Simmerath ist Ansprechpartner für viele Hilfesuchende, die im Kampf mit Ämtern und Behörden nicht weiter kommen. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Als junger Mann und in der Anfangsphase seines Schaffens im Rathaus hat Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns von ihm gelegentlich noch Tipps und Anregungen zum speziellen Umsetzen und Mitteilen von Verwaltungsakten im ländlichen Raum erhalten. Damals war Heinrich Poschen, der heute in der Lammersdorfer Hoscheidter Straße wohnt, Leiter des Steuer- und Personalamtes der Gemeinde, wo er sich 1998 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete.

In diesen ist der agile 75-jährige aber praktisch nie eingetreten, da Poschen im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den Sozialverband VdK Ansprechpartner für viele Hilfssuchende ist, die in sozialrechtlichen Angelegenheiten Probleme haben bzw. Hilfestellung benötigen. Eine durchaus umfangreiche Palette, denn wer sich beispielsweise schon einmal mit seiner Renten- oder Krankenversicherung in strittigen Fragen herumgeschlagen hat, weiß solch ein Serviceangebot zu schätzen, das für VdK-Mitglieder auch die Bereiche der Behinderung, Prävention, Rehabilitation, der Alten- und Sozialhilfe sowie der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) und dem Patientenschutz umfasst. Das alles gehört zu den Kernaufgaben des VdK, der bundesweit 1,6 Millionen Mitglieder hat und dem der 1948 gegründete Ortsverband Lammersdorf mit derzeit 230 Mitgliedern angehört.

Aufgrund des demografrischen Wandels verzeichnen die Mitgliederzahlen und der der Arbeitsumfang steigende Tendenz. Heinrich Poschen, der das Amt des Vorsitzenden beim OV Lammersdorf seit 2004 innehat, kann sich daher auch über mangelnde Arbeit nicht beklagen, was auch daran deutlich wird, wenn man einen Blick in seinen Terminkalender wirft. Ergänzend führt er dazu aus, dass „seine Klientel“, wenn sie an ihre Grenzen im Kampf mit irgendeinem Behördenmoloch gestoßen ist, nicht nur über ihre Rechte und Ansprüche aufgeklärt werde, sondern dann auch der notwendige Schriftwechsel mit den Ämtern und Behörden erledigt würde.

Nachdem zwischendurch in seinem Arbeitszimmer das Telefon in VdK-Angelegenheiten wieder einmal klingelte, ergänzt er dazu: „Wer erst einmal mit dem gesetzgeberischen Wirrwarr im Sozialversicherungsrecht, das da dem Steuerrecht in Nichts nachsteht, mit seinem für Laien teils unverständlichen Fachchinesisch in Berührung gekommen ist, wird froh sein, im Streitfall von uns kompetente Hilfe zu erhalten“. Dazu vertreten gegebenenfalls Prozessbevollmächtige des Verbandes ihre Mitglieder vor den Sozial- und Verwaltungsgerichten vertreten.

Hilfe bei der Antragstellung auf Schwerbehinderung stehen laut Poschen bei seiner Arbeit meist im Vordergrund. Zum „Kampf“ mit dem Versorgungsamt um die Feststellung des Grades der Behinderung merkt Heinrich Poschen an:“Man hat oft das Gefühl, dass die die Einstellung haben, die Leute verlangen etwas, was ihnen nicht zusteht“. Da laut Poschen im dann oft folgenden Widerspruchsverfahren meist keine Abhilfe erfolgt, landen danach zwangsläufig viele Fälle vor dem Sozialgericht in Aachen, wo dann aber überaus häufig für den Betroffenen entschieden werde.

Nicht nur im Bereich des hiesigen Ortsverbandes stehen in großer Zahl Fälle aus dem Bereich der Pflegeversicherung an, wenn es um die Einstufung in die entsprechende Pflegstufe geht. „Auch das ist ein ständiger Kampf und viele nehmen ihre Rechte zum Teil aus falscher Zurückhaltung gar nicht mehr in Anspruch“, schildert Poschen die momentane Situation und ergänzt, "Im Moment haben wir da sehr viele Fälle“. Problematisch sei in dem Zusammenhang auch häufig, dass die Pflegebedürftigen bei Erscheinen des medizinischen Dienstes aus falschem Ehrgeiz und unter Mobilisierung der letzten Kraftreserven eine Vitalität an den Tag legen, die ansonsten im normalen Alltag nicht vorhanden ist.

Heinrich Poschen, der im übrigen auch 18 Jahre lang ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Aachen war, weiß aus der Erinnerung heraus von einem gravierenden Fall aus dem Bereich der Pflegeversicherung zu berichten, wo der VdK aus Lammersdorf helfen konnte. Betroffen war eine bettlägerige und schwer krebskranke Frau, welche lediglich die Pflegestufe 1 erhalten hatte. „Da ist es uns bereits im Widerspruchsverfahren gelungen, also ohne Inanspruchnahme des Sozialgerichtes, die Pflegestufe 3 durchzusetzen“. Wer mit der Materie vertraut ist, weiß, dass man da (auch in finanzieller Hinsicht) schon von einem kleinen Quantensprung sprechen kann. All diese umfangreichen Serviceleistungen und Hilfestellungen werden im übrigen vom Sozialverband den Mitgliedern für einen Monatsbeitrag von lediglich 4,50 Euro zur Verfügung gestellt. Darin eingeschlossen die Vertretung durch Prozessbevollmächtigte vor Sozial- und Verwaltungsgerichten.

„Wer mehr über die Arbeit des VdK erfahren will“, rührt Poschen zum Schluss noch einmal die Werbetrommel, “der sollte sich mal die Internetseite des Verbandes anschauen“. (www.vdk.de/nrw). Und dann besteht natürlich auch noch die Möglichkeit, sich vor Ort bei Heinrich Poschen (Tel. 02473-7207) zu informieren. Der Ortsverband Lammersdorf bietet darüber hinaus noch einen weiteren Service an. Einmal im Monat trifft man sich bei einer gemütlichen Kaffeetafel zum allgemeinen Meinungsaustausch. „Das fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl und zudem sprechen wir dort aktuelle Themen an“, ergänzt Poschen hierzu und weiß auch noch schnell darauf hinzuweisen, dass man für die Gemeinde die Pflege des Ehrenmals auf dem Lammersdorfer Friedhof übernommen habe.

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