Simmerath - Heckenprämierung: „Pralinen” für die Schwindelfreien

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Heckenprämierung: „Pralinen” für die Schwindelfreien

Von: P. St.
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Insbesondere aus der Vogelperspektive wird die Bedeutung des Monschauer Heckenlandes (wie hier bei Eicherscheid) für das Landschaftsbild in der Nordeifel deutlich. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Die Flur-, Haus-, Schutz- und Trutzhecken der Eifel stellen in kulturhistorischer, biologischer und ästhetischer Hinsicht etwas Besonders und Einzigartiges dar.” So beschreibt der Aachener Schriftsteller Hermann-Josef Schüren seine Eindrücke vom Monschauer Heckenland. Für die Eifelbewohner bedeuten die Hecken aber in erster Linie Arbeit.

Heckenpflege ist Schwerstarbeit, und man sollte auch schwindelfrei sein, aber trotz aller Schwierigkeiten ist der Heckenbesitzer nach getaner Arbeit mit Stolz erfüllt.

Diese Erfahrung machte auch in jedem Jahr wieder die Heckenkommission der Städteregion, die wechselweise die Eifeldörfer zwecks Prämierung bereist. In diesem Jahr konzentrierte sich das Augenmerk wieder auf insgesamt 540 Hecken in Roetgen (60) und Simmerath (480).

„Wir haben wieder unheimlich viele Eindrücke gewonnen”, fasste nach der Bereisung Udo Thorwesten von der Unteren Landschaftsbehörde der Städteregion seine Eindrücke zusammen. Landschaftsgärtner Stefan Pauls aus Konzen und der Simmerather Gemeindeförster Dietmar Wunderlich komplettierten die Jury, die außerdem von Bernd Röhrlich vom Simmerather Ordnungsamt begleitet wurde.

Schon im alten Landkreis Monschau gab es die Heckenprämierung, damals wie auch zu den Anfangszeiten des Kreises Aachen allerdings noch mit vergleichsweise ansehnlichen Prämien. Heute gibt es für eine mit Note sehr gut bewertete Hecke rund 25 Euro, entsprechend weniger für mit gut und befriedigend bewertete Exemplare. Insgesamt steht ein Budget von 6800 Euro für die Heckenprämierung zur Verfügung.

So bezeichnete Udo Thorwesten die Zuwendung an die Heckenbesitzer auch nur „als Praline”, die eine kleine Anerkennung für den hohe Pflegeaufwand darstellen solle, „aber wann bekommt man von einer Behörde schon einmal Geld geschenkt?”

Die Hausschutzhecke sei auch in heutigen Zeiten immer noch ein bewährter Schutz, und erfreulich sei, dass auch immer wieder neue Hecken aufgenommen würden. Bedauerlich sei allerdings, „dass auch einige alte Hecken weggefallen sind.” Hin und wieder würden auch alte Hecken radikal gekürzt, deren Lebensdauer dann nur noch begrenzt sei. Udo Thorwesten, der das Heckenwesen in der Eifel sei 25 Jahren genauestens kennt, bedauert, „dass uns die Superhecken so langsam verloren gehen.”

Keine großen Chancen räumt er aber den „usseligen Thuja-Hecken” ein. Durch Pilzbefall, Streusalz und Frost erledige sich das Thema oft von selbst.

Jedes Jahr besucht die Kommission auch stellvertretend einen Heckenbesitzer, der die Note sehr gut erhält. Voraussetzung für diese Einstufung ist eine Heckenlänge von mindestens 40 Meter Länge und fünf Metern Höhe. Da kann die Hecke von Clemens Braun, die von der Jury als „schönste Hecke von Bickerath” erkannt wurde, locker mithalten.

Der 77-jährige Clemens Braun schneidet seine Hecken noch selbst und hat eine besondere Beziehung zu seiner hohen Hausschutzhecke, die sogar eine kleine Laube bietet. Im Krieg ist die Hecke zur Hälfte verbrannt, aber sie erholte sich mit den Jahren wieder, „denn auch die Hecke hängt am Leben”, weiß der stolze Besitzer.
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