„Haushalt wird nicht auf Kosten der Vereine saniert”

Von: hes
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Die Sporthalle der Elwin-Christoffel-Realschule (hier bei der Einweihung vor wenigen Wochen) samt angeschlossener Gymnastikhalle ist eine der jüngeren Großinvestitionen der Stadt in ihre (Schul-) Sportstätten. Uber die Mehrwertsteuer möchte sich die Stadt nun einen Teil der Gelder zurückholen. Foto: Peter Stollenwerk

Monschau. Ein wenig Unruhe war in den letzten Tagen in die Monschauer Vereinslandschaft geraten. Das Gerücht einer Sportstättengebühr, die die Stadt Monschau angesichts ihrer misslichen Finanzlage künftig erheben möchte, hatte unter den Sportvereinen rasch die Runde gemacht.

Tatsächlich plant die Stadt die Bildung eines „Betriebs gewerblicher Art”, der die städtischen Sport- und Schwimmhallen betreibt und dafür auch Gebühren erhebt. Im Haupt- und Finanzausschuss funkten Verwaltung und Fraktionen aber Entwarnung: „Es geht nicht darum, dass die Vereine Gebühren zahlen und mit 1,00 oder 1,50 Euro pro Sportler und Stunde den maroden Haushalt sanieren”, stellte Werner Krickel (Grüne) klar.

Vielmehr hole man sich von Bund und Land die Mehrwertsteuer für die gerade in jüngster Zeit nicht unerheblichen Investitionen in die Sportstätten zurück, sagte Krickel und fügte augenzwinkernd hinzu: „Das st eine sehr elegante Art und Weise, ohne schlechtes Gewissen an das Geld anderer Leute zu kommen”, lobte der Grünen-Sprecher Kämmerer Franz-Karl Boden, der dieses Steuerschlupfloch aufgetan und gemeinsam mit der Bürgermeisterin ausgearbeitet hatte. Auch Margareta Ritter meinte, es sei „hier nichts Abschreckendes geplant”. Bei jährlich 35.000 Stunden Schul- und Vereinssport in den städtischen Sporteinrichtungen, Mindesteinnahmen von 35.000 Euro sowie hohen Investitionen sei es aber sinnvoll, vom Gesetzgeber vorgesehene steuerliche Vorteile zu nutzen, so die Bürgermeisterin. „Und schließlich ist es ja auch zum Wohl der Vereine, wenn wir in die Qualität der Sportstätten investieren, so wie demnächst in die Sanierung der Sporthalle Hauptschule”, ergänzte Ritter.

Gregor Mathar bat darum, „bei dieser Neuerung die Vereine mitzunehmen”, die dann sicherlich Verständnis für die Maßnahme zeigen würden, so Mathar. Die Bürgermeisterin kündigte an, dass schon in den nächsten Tagen eine Einladung an alle Vereine ergehe, um diese interne Leistungsverrechnung zu erläutern.

Betroffen sind von der Gründung des Betriebs gewerblicher Art (BgA) die Zweifachhalle der Hauptschule, die erneuerte Sporthalle der städtischen Realschule samt Gymnastikhalle, die Einfach-Sporthallen des Gymnasiums sowie in Höfen, Konzen, Kalterherberg und Mützenich, die Gymnastikhalle Imgenbroich und die neu zu errichtende Schwimmhalle Vennbad Monschau. Die Gründung des Betriebs erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2010, die Stadt erlangt hierdurch den Status eines Unternehmens, unterliegt der Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer und erzielt Einnahmen.

Selbst beim Betrieb der Sportstätten ohne Investitionen ergibt sich jährlich ein Umsatzplus von 10.000 Euro. Richtig deutlich wird der Steuervorteil aber bei Investitionen, so wie beim anstehenden Schwimmhallenneubau.

Der Hauptausschuss beauftragte die Verwaltung einstimmig, die Vorbereitungen für die Gründung des BgA zu treffen.
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