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Hartmut „Haki” Ritzerfeld: Nach Moskau ist Monschau dran

Von: V.M.
Letzte Aktualisierung:
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Öl-Gemälde von Hartmut „Haki” Ritzerfeld „Gretchen von Monschau”, Ausschnitt, Öl auf Leinwand, Original: 80 mal 60 cm. Foto: V. Monterey

Monschau. Farbig und vielfältig sind die Arbeiten von Hartmut Ritzerfeld, genannt „Haki”. Mit der Ausstellung vom 15. Januar bis 27. Februar in der Galerie Beumers im Tuchschererhaus in Monschau lässt sich ein guter Eindruck über dessen Werk, Phantasie und Kreativität gewinnen.

Rund 30 Gemälde des bekannten Aachener Künstlers, meist Öl auf Leinwand, sowie Pastelle zeigt Manfred Beumers, langjähriger Freund und Künstlerkollege zum Jahresbeginn.

„Jeder ist ein Künstler”

„Jeder Mensch ist ein Künstler”, so sagte einst Joseph Beuys. Damit ist nicht nur der Kunstschaffende selbst, sondern auch der Betrachter, von dem abverlangt wird, sich in die Phantasie des Künstlers hineinzudenken, gemeint. Er nimmt sich die Zeit, sich mit dem, was er sieht auseinanderzusetzen, Farben und Formen zu zerlegen und wieder zusammenzufügen und die Bilder dann wieder als Ganzes auf sich wirken zu lassen. Farbgebung, Formen und Symbole können Sinnhaftigkeit, Chaos, Ironie und Wahrheit zeigen.

Der Meisterschüler von Beuys, 1950 in Stolberg geboren, lässt sich schwer definieren. Oft erinnert er mit seinen Frauenportraits, Stillleben und Landschaften an Picasso. Bilder mit Szenen im Stil der neuen Wilden Malerei, die an den Expressionismus erinnern und dann wieder Elemente aus der folkloristischen Kultur, wie Masken, archaische Tierfiguren und Traumszenen, bestimmen seine Kunst. Dunkle, warme Farben treffen auf darunterliegende leuchtende, als strahle das Bild kraftvoll von innen heraus, wie zum Beispiel das gezeigte Bild: „Gretchen von Monschau”. Aber auch politische Themen und solche aus dem täglichen Leben verarbeitet Ritzerfeld.

Enormes Werk

Wer sich die Zeit nimmt, in einem seiner Kataloge zu blättern, wird erstaunt sein über sein enormes Werk. Zahlreiche Ausstellungen in ganz Deutschland, Belgien, der Schweiz, Holland, Österreich, in den USA und nicht zuletzt die spektakuläre Ausstellung in Moskau im Jahre 2002 zeugen von seinem Werk. Er ist in vielen Privatsammlungen vertreten und gehört zu den produktivsten Künstlern der heutigen Zeit.

„Hör mal, wie bist du auf die Kunstakademie gekommen?”, erkundigte sich einst Ritzerfeld bei Manfred Beumers. Das war 1969 in Düsseldorf. Beumers klärte den jungen Akademieanwärter über das Auswahlverfahren auf und erzählte, er habe eine Mappe eingereicht und sei damit aufgenommen worden, ausgewählt von Professor Geiger.

Haki tat es ihm gleich und kam zu Professor Karl Kneidl und Joseph Beuys. Letzterer ist jener, der nicht auswählte, sondern der Überzeugung folgte, jeder sei ein Künstler. Ritzerfeld wurde schließlich zu seinem Meisterschüler. Es folgte ein Studienaufenthalt in Zürich des „Jungen Wilden”. Viele Jahre verloren sich Beumers und Ritzerfeld aus den Augen, bis Anfang der 90er Jahre, als Haki plötzlich wieder auftauchte und einige Skizzen in Beumers Galerie ließ. Seit 1994 wirkte Ritzerfeld mit Angelika Kühnen in einem gemeinsamen Atelier in Stolberg und kam oft nach Aachen, um dort gemeinsam mit Beumers in dessen Atelier zu malen.

So kommt man kaum umhin Vergleiche anzustellen, Parallelen zu finden zwischen den beiden Schülern der Beuys-Ära, die sich wiederfindet in der gewagten Nebeneinanderstellung warmer und kalter Farben, in der Symbolhaftigkeit und vor allem in einem: Der Widerspiegelung des Lebens selbst.
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