Harte Bettstatt für Kaiser Karl

Von: M. S.
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Karl Franzen (vorn, Dritter von links) ist nun Kaiser der Imgenbroicher Hubertusschützen und wird mit Ehefrau Christel (mit Blumen) regieren. Links hinter dem neuen Würdenträger sein gleichwertiger Rivale, der den Wettkampf zum spannenden Krimi machte, Wolfgang Schlagloth. Links Schülerprinzessin Eva Franzen, Bildmitte Jungschützenprinzessin Sabrina Ruf. Foto: Manfred Schmitz

Imgenbroich. Eine Schützenkarriere nach Plan! 1979 wurde Karl „Charly” Franzen, Schießmeister der Imgenbroicher St. Hubertus- Bruderschaft, bereits Jungschützenprinz dieser Gesellschaft, 1986 und 2003 trug er deren Königskette. Sonntag Abend gelang ihm der dritte Streich:

Mit dem 74. Treffer aus der Donnerbüchse holte er den Rumpf des Holzvogels von der Stange und ist nun Kaiser. Eine lange und doch kurzweilige Stunde hatte sich Franzen ein beherztes Krimi-Duell mit seinem gleichfalls ambitionierten Vereinskameraden Wolfgang Schlagloth, dem Fahnenträger der Ömscher Schützen, geliefert. Beide Konkurrenten wurden vom Publikum fair und im Chor angefeuert, Jubel und Gratulationscour nach dem Fall des Torsos nahmen schier kein Ende.

Das Orakel hatte sich geirrt: Insider glaubten vor Beginn des Königsschusses zu wissen, Karl Franzen wolle in diesem Wettbewerb seiner Konkurrenz noch den Vortritt lassen und erst im Jubiläumsjahr 2013 nach den Insignien eines Kaisers greifen. Dann wird die Hubertus-Bruderschaft 50 Jahre alt. Nach seinem Dreifacherfolg ist Franzen zwar für die kommenden drei Jahre vom Ringen um den wertvollsten von ihr zu vergebenen Titel ausgeschlossen. 2013 hat er jedoch durchaus wieder eine neue Chance.

Eine dicke Überraschung erlebte dieser schon jetzt, als er sich zur - extrem kurzen - Nachtruhe begeben wollte. „Geisterhände” hatten ihm in seinem Schlafzimmer Kaiser Karls Bettstatt naturgetreu bereitet - mit einem wenig komfortablen, dafür aber original Venn-Wacken aus Mützenich als Matratze!

Im farbenprächtigen Festzug und unter Musikbegleitung wurden zur Eröffnung der Prinzen- und Königskür die scheidenden Majestäten, Brudermeister Gerd Ruf und Ehefrau Angelika, in ihrer Residenz abgeholt und zur Schießbahn auf der Rahm geleitet. Hier nahmen der zweite Brudermeister, Robert Schreiber, und Kommandant Günter Rohleder die Parade ab und sprachen zum Gelingen der Wettkämpfe ein Gebet. Dem nun ins Glied tretenden Königspaar Ruf bescheinigten die Sprecher, die Sache der Ömscher Schützen bestens vertreten zu haben.

Die zwölfjährige Eva Franzen machte deutlich, dass ihr Elternhaus eine wahre Schützendynastie ist. Eva holte mit der 38. Kugel den Greif aus seinem Kasten.

Dann ging es um Jungprinzen-Meriten und dem Wappentier an die Schwingen. Tobias Ruf erbeutete das Zepter, Andrea Franzen den Reichsapfel, und Sabrina Ruf schmückt sich seit ihrem 46. entscheidenden Treffer mit den Zeichen der Jungschützen-Prinzessin.

Den Hauptwettbewerb eröffneten Lothar Steffens, Robert Schreiber und Gerd Ruf mit Ehrensaluten. Stück für Stück eroberten zunächst im Dutzend angetretene Aspiranten einzelne Trophäen: Lothar Steffens die Krone, Franz Tings das Zepter, Ralf Schmitz den Reichsapfel.

Das Herzschlagfinale freilich überließen sie Schlagloth und Franzen. Danach gab es mehrfach Grund zu feiern, nicht zuletzt, weil das lange befürchtete Gewitter ausgeblieben war und der Kaiser noch nicht ahnte, welch eines Monarchen unwürdige Liege seine Untertanen ihm zuweisen wollten...
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