Guter Rat vom Doktor a.D.

Von: P. St.
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Demnächst häufiger zu Gast im Simmerather Rathaus: Der pensionierte Mediziner Dr. Ulrich Albert (li.) bietet ab 10. November einmal wöchtlich eine regelmäßige Bürgersprechstunde zu allgemeinmedizinischen Fragen ein. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns begrüßt ausdrücklich dieses ehrenamtliche Engagement. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Guter Rat muss nicht teuer sein: Das dachte sich auch Dr. Ulrich Albert, als er kürzlich die Idee entwickelte, sein medizinisches Fachwissen zum Nutzen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Anderthalb Jahre nachdem der Facharzt für Allgemeinmedizin seine Praxis in Kesternich in neue Hände übergeben hat, verspürte der 66-Jährige wieder Lust, in abgewandelter Form medizinisch tätig zu werden.

Seine neue Aktivitäten verlagert der Pensionär jetzt ins Simmerather Rathaus, wo er ab dem nächsten Monat einmal wöchentlich eine Bürgersprechstunde einrichtet, um auf ehrenamtlicher Basis Patienten oder Ratsuchende in allgemeinen Fragen rund um die Medizin zu beraten.

Der Doktor a. D. hat die niedergelassenen Ärzte im Raum Simmerath bereits über sein Projekt informiert und die Zielrichtung erläutert. Dr. Albert: „Gedacht ist zum Beispiel an die Erläuterung von Facharztbefunden.” Für manchen Patienten ist der Arztbrief ein Buch mit sieben Siegeln, und in solchen Fällen bietet Albert seine Hilfe an, wenn es um die Erläuterung medizinischer Fachbegriffe geht.

Aus seiner 25-jährigen Erfahrung als niedergelassener Arzt weiß Ulrich Albert auch, dass mit einem Besuch in der Praxis längst noch nicht alle Fragen geklärt sind. Oft herrschen danach noch bei Patienten und Angehörigen Unsicherheit oder weiterer Informationsbedarf, was beispielsweise die Einnahme von Medikamenten betrifft. Häufig brauchen Patienten auch Rat, wenn es um die Antragstellung bei den Versorgungsämtern geht. Auch in solchen Fällen möchte der Mediziner mit seinem Wissen und seiner Erfahrung dienen.

Ganz wichtig ist für Ulrich Albert der Hinweis, dass er weder Therapie-Empfehlungen geben noch Diagnosen stellen möchte: „Das Projekt ersetzt keiner Weise den Arztbesuch.” Auch medizinische Empfehlungen sollen nicht kommentiert oder bewertet werden. Da seine ehrenamtliche Tätigkeit auch nicht als „Kontrollfunktion” gedacht sei, geht Dr. Albert davon aus, „dass es keine Kollisionen geben wird” und er als Pensionär sicherlich auch keine Konkurrenz für die niedergelassenen Ärzte darstellen werde.

Sollten im Zuge der Beratung Spenden eingehen, würden diese der Gemeinde Simmerath zur Verfügung gestellt, die die Mittel dann ihre Sozialstiftung einbringen wird. Sowohl Albert als auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns gehen davon aus, dass für das neue Angebot Bedarf vorhanden ist. Angeregt zu diesem Projekt wurde der Mediziner durch einen Kollegen aus dem Ruhrgebiet, der im Ruhestand ebenfalls eine kostenlose Beratung für Patienten anbietet. Auch in der Region gibt es ein ähnliches Angebot: Medizinstudenten aus Aachen haben eine Online-Angebot für Patientenfragen eingerichtet.

Der Bürgermeister sieht in diesem Angebot eine „sinnvolle Ergänzung für das medizinische Angebot der Gesundheitsgemeinde Simmerath.” Zudem sei die Initiative von Dr. Albert ganz im Sinne der Förderung des Ehrenamtes, dem Hermanns eine hohe Bedeutung zumisst. Mit dem neuen Angebot verbindet der Bürgermeister den Appell, dass noch weitere Bürger sich ehrenamtlich einbringen möchten und ihre Kompetenz für das Allgemeinwohl zur Verfügung stellten.

Das erste Beratungsangebot von Dr. Ulrich Albert findet am Donnerstag, 10. November, von 15 bis 18 Uhr im Rathaus Simmerath statt.
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