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Grundschulplätze: Eltern werden auf Geduldsprobe gestellt

Von: hes
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Wohin führt der Weg, der künftigen Erstklässler an den Schulen in der Nordeifel? Erst Anfang Mai wird amtlich, ob die Kinder tatsächlich die Grundschule besuchen können, bei der ihre Eltern sie angemeldet haben. Grund für diese Sonderregelung ist die Einführung des Inklusionsgesetzes zum 1. August 2014. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Exakt 292 Kinder im Alter zwischen fünf und sieben Jahren wurden in den letzten Wochen und Monaten an den insgesamt acht Grundschulen in der Nordeifel angemeldet. Ob und vor allem wo sie aber tatsächlich am 20. oder 21. August in die erste Klasse starten, dies ist zumindest noch nicht amtlich. Denn in diesem Jahr fordern die Schulverwaltungen vor Ort und bei der Schulaufsicht von den Eltern der zukünftigen Grundschüler vor allem eines: Geduld.

Wer sein Kind an einer Grundschule in unserer Region angemeldet hat, wird die Zu- oder Absage für das Schuljahr 2014/15 rund drei Monate später bekommen als gewohnt. „Die endgültige Entscheidung über die Annahme der Kinder wird erst Ende April fallen, die entsprechenden Bescheide über Zu- oder Absage werden voraussichtlich am 5. Mai verschickt“, teilte Ruth Meyering, Leiterin des Schulamtes bei der Städteregion Aachen mit. Im vergangenen Jahr bekamen die Eltern bereits Ende Januar Bescheid.

Laut Inklusionsgesetz (s. Box) haben behinderte Schüler ab dem 1. August 2014 das Recht, an einer Regelschule unterrichtet zu werden. Darüber hinaus besagt das 9. Schulrechtsänderungsgesetz, dass grundsätzlich nun die Eltern einen Antrag einreichen, wenn ihr Kind sonderpädagogische Unterstützung benötigt. Diesen Antrag können die Eltern noch bis Mitte Februar stellen.

Dann müsse noch über die Anträge entschieden werden, die Kinder würden begutachtet. Für die Behörden ist also erst Ende April klar, welche Kinder Förderbedarf haben. Dann wisse man folglich auch erst, wie viele dieser Kinder in die jeweilige Schule oder Klasse kommen, so das Schulamt der Städteregion. In solchen Fällen sollen – wenn möglich – kleinere Klassen gebildet werden, so der Wille des Gesetzgebers.

Wie viele Eltern einen solchen Antrag stellen, weiß bislang noch niemand. Ursprünglich endete die Anmeldefrist für das „Verfahren zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs“ (AO-SF) am 30. Januar. „Da wir aber vor allem den Schulen, die noch keine Praxis im Umgang mit dem Gemeinsamen Lernen (zuvor Gemeinsamer Unterricht/GU) haben, die Chance geben wollten, entsprechende Anträge nachzureichen, endet die Frist erst am 18. Februar“, so die Leiterin des Schulamts. In der Nordeifel verfügen allerdings fast alle Grundschulen schon über Erfahrung im GU.

Unabhängig von der Frage, ob und wie viele Eltern Förderbedarf beantragen, bereitet das aufwendigere Anmeldungs- bzw. Zu- und Absage-Prozedere den Grundschulen in der Nordeifel keine Kopfschmerzen. In Monschau, Simmerath und Roetgen dürfen Eltern davon ausgehen, dass ihr künftiger Erstklässler die Schule besuchen darf, für die er bzw. sie auch angemeldet wurde. Denn anders als an den besonders beliebten Grundschulen in den Ballungsräumen gibt es an den Eifeler Schulen kein Raumproblem. Da könnte schon eher ein Problem sein oder werden, dass mangels Anmeldungen nicht die gewünschte Klassenstärke erreicht wird.

Da die Inklusion nicht nur Kinder mit einer Lern- oder Entwicklungsstörung (Lernbehinderung, Sprachbehinderung, Erziehungsschwierigkeit), sondern auch künftige Grundschulkinder mit einer Körperbehinderung betrifft, muss eine Schule bei Annahme eines körperbehinderten Kindes auch entsprechende bauliche Voraussetzungen erfüllen. Sehr unterschiedlich sind dabei die Bedürfnisse der Kinder je nach Behinderung. Rollstuhlfahrer, Gehörlose oder Blinde stellen zum Beispiel schon ganz unterschiedliche Anforderungen an eine Schule. Blinde Kinder bräuchten einen besonderen Boden, und es darf nichts im Weg stehen. Rollstuhlfahrer müssten Treppen überwinden – zum Beispiel mit einer Rampe.

Wenn ein gehbehindertes Kind beispielsweise die Roetgener Grundschule besuchen wolle, sei dies kein Problem, sagte unlängst die Schulleiterin Elisabeth Gerhards-Eckert im Roetgener Schulausschuss. „In jeder Jahrgangsstufe ist ein Klassenraum ebenerdig zu erreichen; darauf hat man bei der Raumaufteilung nach Fertigstellung des Um- und Neubaus geachtet“, meinte die Leiterin, ergänzte aber: „Diese Frage stellt sich uns derzeit jedoch nicht, da im Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2014/15 keine entsprechende Anmeldung vorliegt“, so die Leiterin.

Für die Eltern in unserem Raum heißt es dennoch: abwarten bis Anfang Mai, denn erst dann wird amtlich, wo der Weg der künftigen Erstklässler hinführt.

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