Lammersdorf - Großeinsatz am Unfallschwerpunkt B266: 21-Jähriger fährt in Gegenverkehr

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Großeinsatz am Unfallschwerpunkt B266: 21-Jähriger fährt in Gegenverkehr

Von: hes
Letzte Aktualisierung:
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Auf der B266 hat es am Montagabend einen schweren Unfall gegeben. Foto: psm
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Auf der B266 hat es am Montagabend einen schweren Unfall gegeben. Foto: psm
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Auf der B266 hat es am Montagabend einen schweren Unfall gegeben. Foto: psm

Lammersdorf. Den Ersthelfern und eintreffenden Rettungskräften bot sich am Montagabend auf der Bundesstraße 266 zwischen Lammersdorf und Rollesbroich ein furchtbares Bild. Die Unfallstelle in Höhe der Kläranlage war mit Fahrzeug und Motorteilen übersät, eine Person lag auf der Fahrbahn, und aus zwei völlig demolierten Fahrzeugen waren Hilferufe und weinende Kinder zu hören.

„Einen solchen Einsatz muss man erstmal wegstecken“, sagte am Tag danach Christian Förster, Wehrführer der Gemeinde Simmerath und Einsatzleiter nach der folgenschweren Kollision am Montagabend, bei der ein junger Mann aus Vossenack ums Leben kam, seine beiden Mitinsassen schwer sowie eine junge Frau und ihre beiden Kinder leicht verletzt wurden.

„Tempo 70“ soll entschärfen

Kurz vor 20 Uhr ereilte die Leitstellen von Polizei und Rettungsdienst die Nachricht vom schweren Frontalzusammenstoß auf der B266 in Höhe der Kläranlage, also genau dort, wo sich bereits am 1. und 7. Dezember 2017 zwei schwere Verkehrsunfälle ereignet hatten. Dieser Fakt war am Montagabend auch Thema unter den Rettungskräften, „das ist schon auffällig“, bestätigte Christian Förster.

„Tempo 70“ herrscht hier in einem Bereich, der in der ferneren Vergangenheit schon durch bauliche und verkehrstechnische Maßnahmen entschärft werden musste, weil sich hier bereits einige Unfälle ereignet hatten und häufig zu schnell gefahren wird.

Ob im Falle des Unfalls am Montagabend ebenfalls überhöhte Geschwindigkeit, Eisglätte bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt oder etwas Anderes die Ursache war, konnte die Polizei am Dienstag noch nicht zweifelsfrei sagen. Fest steht für die Polizei nach der Unfallursachenermittlung durch Sachverständige dagegen, dass der silberfarbene Peugeot von Lammersdorf in Richtung Rollesbroich unterwegs war und dessen 21-jähriger Fahrer aus Vossenack in der Rechtskurve offenbar die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und auf die Gegenfahrbahn geriet.

Hier stieß das Cabrio, in dem drei junge Männer saßen, frontal mit dem entgegenkommenden Kombi einer 33-Jährigen Frau aus Paustenbach zusammen, die auf dem Rücksitz noch ihre beiden kleinen Kinder, zwei und fünf Jahre alt, dabei hatte. Es spricht für die Stabilität des Familienautos und für die Qualität und den Sinn der Kindersitze, dass die junge Mutter und ihre beiden Kinder trotz der ungeheuren Wucht des Aufpralls keine schwereren Verletzungen davontrugen. Die 33-Jährige war allerdings bei Eintreffen der Rettungskräfte „eingeschlossen, aber nicht eingeklemmt“, wie Christian Förster erläuterte. Die Frau erlitt leichte Verletzungen. „Die beiden Kinder hatten aufmerksame Ersthelfer schon vor unserer Ankunft aus dem Unfallwagen in ein anderes Auto getragen“, erzählte Sven Kämmerling vom Technischen Hilfswerk.

Das Lammersdorfer THW war bereits mit der ersten Alarmierung in die Unfallhilfe eingebunden, ebenso wie die Feuerwehren aus Lammersdorf, Rollesbroich und Kesternich sowie die Führungsgruppe und Wehrleitung der Feuerwehr der Gemeinde Simmerath. Da bei der Meldung von drei eingeklemmten Personen die Rede war, wurde vorsorglich die Löschgruppe Eicherscheid nachalarmiert, die jedoch nicht mehr eingreifen musste, da man die Frau bereits aus dem Wrack befreit hatte.

Weitaus schwieriger gestaltete sich für die Einsatzkräfte die Arbeit am Fahrzeug, das den Unfall vermutlich auslöste. „Das Öffnen von Türen und Seitenteilen ist bei einem Cabrio komplizierter, da wir es hier mit verstärkten Elementen zu tun haben“, erläuterte Sven Kämmerling. Dennoch schafften die Helfer es zügig, die auf dem Rücksitz eingeklemmte Person und den Fahrer des Peugeot mit hydraulischem Werkzeug zu befreien. Für den 21-jährigen Fahrer kam jedoch jede Hilfe zu spät, „er war bei unserer Ankunft bereits verstorben“, so der Einsatzleiter. Die dritte Person im Wagen, mutmaßlich der Beifahrer, war durch die Wucht des Aufpralls aus dem Fahrzeug geschleudert worden, und erlitt ebenso lebensgefährliche Verletzungen wie der junge Mann, der auf dem Rücksitz gesessen hatte.

Beide Männer, ein 19-Jähriger aus Vossenack, bei dem es sich um den Bruder des Fahrers handelt und ein 20-Jähriger aus Lammersdorf, mussten nach notärztlicher Behandlung ins Klinikum gebracht bzw. geflogen werden. Der Flug ins Aachener Universitätskrankenhaus war trotz Dunkelheit möglich durch das Eintreffen eines Bundeswehrhubschraubers, der auch bei Nacht fliegen kann. Um dem SAR 41 vom Fliegerhorst Nörvenich die Landung unweit der Unfallstelle zu erleichtern, wurde auf dem etwa einen Kilometer entfernten Rollesbroicher Sportplatz das Flutlicht eingeschaltet, von wo aus der schwer verletzte Patient gemeinsam mit einem Notarzt nach Aachen geflogen wurde.

Bis zum Morgen voll gesperrt

Neben 47 Kräften der Feuerwehr Simmerath und 16 Helfern des THW war auch der Rettungsdienst außergewöhnlich umfangreich in den Einsatz eingebunden. Die Rettungswagen aus Monschau, Roetgen, Hürtgenwald und Heimbach wurden ebenso zur Unfallstelle gerufen wie Notärzte aus Schleiden, Simmerath und Nideggen. Zwei weitere RTW aus der Stadt Aachen wurden zunächst nachalarmiert, mussten aber nicht mehr eingreifen. Weiterhin zum Einsatz kamen Notfallseelsorger, die sich um die Angehörigen, Ersthelfer und Einsatzkräfte kümmern mussten.

Das Trümmerfeld auf der B266 wurde durch Feuerwehr, THW und Abschleppunternehmen geräumt und grob gereinigt, erst nach der umfangreichen Unfallaufnahme musste eine Fachfirma die Straße nass reinigen. Dies führte bei Temperaturen von minus fünf Grad zu einer vereisten Fahrbahn, die deshalb erst am Dienstagmorgen nach Abstreuen wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte.

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