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„Große Lösung” bei der Sekundarschule

Von: P. St.
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Zug um Zug geht die energetische Sanierung des Hauptschulgebäudes in Simmerath weiter. Ein Standort Simmerath bei Errichtung einer Sekundarschule ist für den Gemeinderat unverzichtbar. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Kurz vor dem Jahresende 2011 und kurz vor der möglichen Zerschlagung der Schullandschaft in der Nordeifel haben alle Beteiligten dann doch noch die Kurve bekommen, um gemeinsam auf die Zielgerade einzubiegen.

Der Errichtung einer gemeinsamen Sekundarschule der vier Eifelkommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath zum Schuljahr 2013/14 steht nichts mehr im Wege.

Der Gemeinderat Simmerath sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig für die „große Lösung” aus; zeitgleich verabschiedete auch der Stadtrat Monschau einen wortgleichen Beschluss, ein Konzept für die Errichtung einer gemeinsamen Sekundarschule zu erarbeiten.

Der ebenfalls am Dienstag tagende Roetgener Gemeinderat kam zwar noch zu keiner politischen Willensbildung, steht aber der Mitgliedschaft in einem noch zu gründenden Schulzweckverband durchaus positiv gegenüber sobald die Rahmenbedingungen geklärt sind. Heute tagt der Rat der Gemeinde Hürtgenwald, wo die Verwaltung vorgeschlagen hat, dass sich die Kommune im Interesses eines regionalen Konsens zur Weiterentwicklung der Schullandschaft an der Errichtung einer Sekundarschule beteiligt.

Kritik am Projektbüro

Die Diskussion im Simmerather Gemeinderat wurde bestimmt von der Erleichterung darüber, schließlich doch noch einen gemeinsamen Weg gefunden zu haben, aber auch von dem ernsthaften Appell, dass bei der Aufstellung einer Konzeption für die Sekundarschule Fairness und Gleichbehandlung aller Partner das oberste Gebot sind. Unverzichtbar und „Voraussetzung für eine gemeinsame Lösung” ist laut Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns dabei ein Schulstandort Simmerath,

CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer sprach rückblickend von einer „erstaunlichen Entwicklung”, die man vor einigen Monaten noch nicht für möglich gehalten hätte. Begünstigt worden sei diese Entwicklung auch dadurch, dass Simmerath sich zwecks Kooperation in Richtung Hürtgenwald orientiert habe, vor allem aber durch die Feststellung der Bezirksregierung, dass die Errichtung einer Sekundarschule ohne regionalen Konsens nicht machbar sei.

Als „wohltuend” bezeichnete er es, dass in der Schulfrage in Simmerath stets Einmütigkeit geherrscht habe. Weniger wohl fühlte sich Löhrer allerdings mit der Beauftragung der Projektgruppe „biregio” aus Bonn zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für die Region.

Das Büro hatte bereits Anfang des Jahres, damals beim Start der Verhandlungen der drei Eifelkommunen über die Errichtung einer Gemeinschaftsschule, einen Schulentwicklungsplan vorgelegt, laut Löhrer mit einer „einseitigen Darstellung.” Um so mehr solle die Verwaltung daher auf eine objektive Vorgehensweise des Büros achten.

Laut Beschluss soll das Büro, das bereits Erhebungen vorgenommen hat, einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan für die vier an der Sekundarschule beteiligten Kommunen aufstellen mit dem Ziel drei Schulstandorte (Hürtgenwald, Monschau und Simmerath) mit jeweils mindestens zwei Zügen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 zu schaffen.

Die Bedenken über die Beauftragung der „biregio” teilte auch Hermann-Josef Bongard (FDP), wenngleich es nun entscheidend sei, dass man die Chance ergreife, um um in der Eifel ein neues Kapitel in der Schullandschaft aufzuschlagen mit drei gleichwertigen Standorten.

Erleichtert zeigte sich Franz-Josef Hammelstein (SPD) darüber, dass nun eine „große Lösung” gefunden worden sei, auch wenn man verschmerzen müsse, dass die Sekundarschule erst zum Schuljahr 2013/14 starten könne. Durch die Verzögerung aber habe man auch Zeit gewonnen, um ein solides und qualitativ gutes Angebot zu schaffen.

Ein Schulstandort Simmerath sei unverzichtbar, da er für die Kommune auch einen Standortvorteil bedeute. Bei der Aufstellung des Schulentwicklungsplans gelte es daher, auf Gleichbehandlung zu achten. Er lobte das „partnerschaftliche Verhalten” der Gemeinde Hürtgenwald; doch nun gelte es, „die Hand in Richtung Monschau auszustrecken.”

„Wachsam bleiben”

Klaus Stockschlaeder (Grüne) sah in der Bezirkregierung den wesentlichen Auslöser, „dass sich alle noch einmal bewegt haben.”

Auf Distanz zur „biregio” gingen auch Claus Brust („Das Büro ist voreingenommen”) und Stephan Weber (UWG), der Zweifel daran äußerte, ob es möglich sei, im Beschluss von vorneherein drei Schulstandorte festzulegen.

Bernd Goffart (CDU) bat darum, jetzt gemeinsam den neuen Weg zu beschreiten und ein Signal zu geben, „dass wir gemeinsam mit Monschau die Chance ergreifen wollen.” Diese Chance sah auch Ulrich Offermann (CDU). Auch er appellierte an „Gleichbehandlung und ehrliche Zusammenarbeit”, wenngleich es gelte, „wachsam zu bleiben.” In diesem Sinne äußerte sich auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. „Wir wollen den ernsthaften Versuch starten, auf Augenhöhe zu kooperieren.”

Die Kritik am Projektbüro „biregio” könne er nachvollziehen, aber das Büro habe bereits zahlreiche Daten erhoben, so dass es keinen Sinn mache, den Auftrag neu zu vergeben. Außerdem werde sich zeigen, „wie die Anmeldezahlen für die Sekundarschule in Simmerath sein werden. Hermanns warb um „Vertrauensvorschuss” und hielt fest: „Die Eltern wollen, dass wir zusammenarbeiten.”
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