Aachen - Grenzlandtheater verliert seinen „Motor”

CHIO-Header

Grenzlandtheater verliert seinen „Motor”

Von: Anke Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
abschied_bu
Blumen, Plaketten und Porträts hatte Landrat Carl Meulenbergh (links), für Manfred Langner, Martin a Kullmann und Franz Herrmanns (von rechts) dabei. Für den neuen Intendanten Uwe Brandt (2. von links) gab´s die besten Wünsche. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Opi, keine Tränen jetzt, bitte”, sagen die Enkelinnen von Franz Hermanns, wenn eine Situation gar zu rührend wird. Doch Tränen und den berühmten Kloß im Hals konnte der gerührte Geschäftsführer des Grenzlandtheaters bei seiner Verabschiedung am Donnerstag kaum verbergen.

Hielt doch Landrat Carl Meulenbergh im Theater eine kleine Laudatio vor großem Publikum auf den 80-Jährigen und überreichte ihm die silberne Ehrenplakette des Landrates nebst Urkunde, Blumengesteck und einem Hermanns-Portrait, gemalt von der Aachener Künstlerin Mele Brink.

44 lange Jahre

44 Jahre lang war Hermanns als kaufmännischer Geschäftsführer für das Grenzlandtheater tätig, seit 1965, als das Grenzlandtheater noch im Haus Nuellens am Elisenbrunnen „residierte”. Hier übernahm er eine höchst verantwortungsvolle Funktion, denn immerhin hatte sich das 1950 gegründete „Zimmertheater” schon 1956 zum ersten Theater Deutschlands gemausert, dessen Trägerschaft ganz in den Händen des Kreises lag.

Wenig später gesellte sich noch das Land als Finanzträger hinzu. Daher musste Herrmanns zunächst beim damaligen Oberkreisdirektor vorsprechen und bekam die Stelle als Geschäftsführer erst nach einer Probezeit.

Seitdem sorgte Hermanns durch seine „akkurate und akribische Arbeit und dank seines persönlichen Einsatzes dafür, dass das Grenzlandtheater leistungsfähig blieb”, lobte Meulenbergh das Urgestein und nannte ihn den „Motor” für das erfolgreiche Theater.

Denn das Theater fährt traumhafte Gewinne ein. So deckten die Einnahmen des kleinen Theaters mit seinen 218 Sitzplätzen im vergangenen Jahr 59 Prozent der Gesamtausgaben.

Aber den Ruhm mochte Hermanns nicht alleine einstecken: „Ich hatte das Glück, mit zwei Intendanten zusammenzuarbeiten, die auch Rücksicht auf die Belange des Kaufmanns nahmen”, schmunzelte er.

Einer von ihnen war Manfred Langner, der Aachen in Richtung Stuttgart verlässt. „Doch ob der Tausch Printen gegen schwäbische Maultaschen wirklich so eine gute Idee ist, möchte ich dahingestellt lassen”, überlegte Meulenbergh laut und überreichte auch Lagner, der die Bühne 1994 übernahm, die Ehrenplakette mit Blumen und Portrait.

„Ich wohne ja noch in Aachen. Und wenn ich dann mal eine Karte für eine Vorstellung kriege, komme ich auch”, scherzte der Noch-Intendant, der Dramaturgin Martina Kullmann mit an die Stuttgarter Bühne nimmt.

Der Zukunft des Grenzlandtheaters sieht Meulenbergh optimistisch entgegen, denn mit Hermann Fuchs erhalte man einen sehr guten Geschäftsführer und mit Uwe Brandt als Intendanten einen Karnevalisten erster Güte, ehemaligen Verwaltungsmitarbeiter und eingefleischten Alemannia-Fan - das sei eine hervorragende Kombination: „Die Zukunft wird unter Uwe Brandt in bewährter Weise hervorragend!”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert