Höfen - Grabeinfassung ohne Grün: Bauausschuss ändert Friedhofssatzung

Grabeinfassung ohne Grün: Bauausschuss ändert Friedhofssatzung

Von: hes
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Die Grüneinfassungen der Grä
Die Grüneinfassungen der Gräber auf dem Höfener Friedhof sind ab sofort nicht mehr Pflicht, Ortsvorsteher Peter Theißen (hier bei einem Ortstermin 2009) hat sich erfolgreich um die Änderung der Satzung bemüht.

Höfen. Auf dem Friedhof in Höfen sind künftig nicht mehr nur Grüneinfassungen für die Grabstätten erlaubt. Der Monschauer Bauausschuss beschloss jetzt eine Änderung der städtischen Friedhofssatzung, in der die entsprechende Sonderregelung für den Friedhof Höfen nicht mehr enthalten ist.

In den gestalterischen Vorschriften der bislang gültigen Friedhofssatzung der Stadt Monschau war verankert, dass auf dem Friedhof im Stadtteil Höfen nur Grüneinfassungen zur Erhaltung des Gesamtbildes zulässig und liegende Steinplatten generell nicht gestattet sind. Ferner ist auf allen städtischen Friedhöfen das dauerhafte Einfassen der Grabstätten mit Holzrahmen nicht gestattet. Somit waren Steineinfassungen der Grabfläche, wie sie auf den übrigen Friedhöfen im Stadtgebiet üblich sind, auf dem Friedhof in Höfen nicht erlaubt und durfte ein Urnengrab nicht mit einer Steinplatte abgedeckt werden.

Da es seinerzeit üblich war, dass die Höfener Bürger die Gräber ihrer Verstorbenen mit Grüneinfassungen - meist Buchsbaum - anlegten, wurde bei der Änderung der Friedhofssatzung im Jahr 2001 speziell für den Friedhof Höfen nur die Anlegung einer Grüneinfassung zugelassen. „Hierdurch wurde für den Höfener Friedhof ein gärtnerisch einzigartiges Gesamtbild der Friedhofsanlage geschaffen”, so die Verwaltung.

Im Sommer 2008 jedoch wurden einzelne Grabeinfassungen, die mit Buchsbaum angelegt waren, von einem Pilz befallen. Trotz Beteiligung der Landwirtschaftskammer NRW und intensiver Behandlungen der Buchsbaumbestände mit Pflanzenschutzmittel konnte der weitere Pilzbefall der Buchsbaumpflanzen und ein Verdorren der Einfassungen nicht verhindert werden. Teilweise wurden diese von den Angehörigen durch alternative Grünenfassungen wie Hex oder Holzrahmen ersetzt, wobei Holzrahmeneinfassungen keine dauerhafte Lösung darstellen durften, wie die Verwaltung betonte.

Im April 2012 wurden durch eine Bürgerinitiative Unterschriften für eine Änderung der Friedhofssatzung gesammelt, die auch die Forderung nach einer Steingrabeinfassung umsetzen sollte. Einer Bürgerversammlung, zu der Ortsvorsteher Peter Theißen am 14. Juni dieses Jahres in die Höfener Vereinshalle eingeladen hatte, zeigte mit rund 250 Bürgern das riesige Interesse im Ort an diesem Thema. Die Diskussion zwischen Bürgern, Stadtverordneten und der Verwaltung und eine Abstimmung zeigten deutlich den Bürgerwillen nach einer Änderung der Friedhofssatzung zugunsten einer Steineinfassung und einer gestalterischen Anpassung an die übrigen Friedhöfe im Stadtgebiet auf.

„Die jetzt vorgeschlagene Änderung der Friedhofsatzung umfasst nur die Belange des Friedhofes Höfen, damit die in der Bevölkerung gewünschte Änderung der Grabeinfassung in eine Steineinfassung kurzfristig umgesetzt werden kann”, so Bernd Steffens von der Verwaltung im Bauausschuss.

In einer weiteren, umfassenden Überarbeitung soll das Friedhofswesen im Stadtgebiet Monschau generell überarbeitet werden. „Hierfür sind jedoch umfangreiche und detaillierte Vorarbeiten zu tätigen, so dass eine Beratung erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist”, kündigte Bürgermeisterin Margareta Ritter an.

Die vollständige geänderte Friedhofssatzung erhalten Bürger bei der Stadtverwaltung in Monschau, kann man aber auch auf der Homepage der Stadt Monschau unter dem Menüpunkt „Rathaus” und dort „Satzungen” abrufen.

Für eine kurze Diskussion sorgte im Bauausschuss die Sonderregelung „Grabeinfassung aus Holz für Friedhof Höfen”. Größtenteils sind die Buchsbaumeinfassungen der älteren Gräber in Höfen von der Pilzkrankheit befallen. Da hier teilweise nur noch kurze Ruhezeiten der Gräber vorliegen, wurde bei der Bürgerversammlung der Wunsch nach einer preiswerten Holzgrabeinfassung für die restliche Ruhezeit gefordert.

Dieser Forderung entsprechend soll zukünftig die Holzeinfassung als Provisorium bis zur Einebnung der Grabfläche zulässig sein; die Genehmigung erfolgt im Einzelfall auf Antrag. Dies ist Wolfgang Weber (FDP) etwas viel Verwaltungsaufwand, man könne doch „generell Holzeinfassungen bei einer bestimmten Restruhezeit, beispielsweise unter fünf Jahren, zulassen”, regte er an, und Gregor Mathar pflichtete ihm für die SPD bei. Für Bürgermeisterin Ritter aber „macht es doch Sinn, auf die einzelnen Anträge mal draufzuschauen, um eine gewisse Regelung zu haben”. Der Verwaltungsaufwand dafür sei vergleichsweise gering, so Ritter.

Die vorhandenen Grüneinfassungen haben in allen Fällen Bestandsschutz und müssen nicht den Satzungsbestimmungen für Stein-, Metall- und Holzeinfassungen angepasst werden. „Damit geht eine lange Diskussion in unserem Ort endlich zu Ende”, freute sich Ortsvorsteher Peter Theißen über die einstimmige Empfehlung, die der Rat am 25. September noch beschließen wird.
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