Gleich 85 Vogelarten haben in der Nordeifel etwas auszubrüten

Von: gük
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Scheint sich bei uns als Brutvogel etabliert zu haben: Der Baumfalke, ein naher Verwandter des Turmfalken. Foto: imago/blickwinkel

Nordeifel. Von den insgesamt 129 bei uns im vergangenen Jahr gezählten Vogelarten dürften circa 85 in unserer Heimat gebrütet haben. Seltene Brutvögel sind wegen der veränderten Landwirtschaft schon seit Jahren Feldlerchen und Feldsperlinge. Singende Lerchen wurden nur noch gehört im Bereich Witzerath – Kesternich, über den Schafweiden bei Huppenbroich, über einem Maisacker bei Höfen und am Windpark bei Strauch.

Wer noch zahlreichen Lerchen beim Singen zuhören will, muss sich auf die Dreiborner Hochfläche im Nationalpark begeben, wo noch Lerchengesang zu hören ist, wie er in den 50er Jahren überall in unserer Heimat zu hören war. Feldsperlinge wurden während der Brutzeit nur an Hochspannungsmasten im Bereich Simmerath/ Konzen/Am Gericht gefunden. Wie aus anderen Beobachtungsgebiet bekannt ist, hat auch der Baumpieper bei uns abgenommen und ist längst nicht mehr so häufig anzutreffen wie noch vor 30 Jahren. Das trifft allerdings nicht für das Fuhrtsbachtal zu, wo bei einer Zählung im Frühjahr 30 singende Männchen gezählt wurden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Bluthänflingen, die ebenfalls abnehmende Tendenz zeigen. Verschwunden aus unserer Feldflur ist weiterhin das Rebhuhn. Wegen der veränderten Siedlungsstruktur unserer Dörfer sind auch „Dorfbewohner“ seltener geworden. In vielen Dörfern fehlen Rauchschwalben mittlerweile völlig, Mehlschwalben machen sich auch rar. Es fehlt diesen Vögeln an Nistplätzen, Nistmaterial und an Nahrung. An einer Halle der Firma Weiss-Druck jedoch wurden im vergangenen Jahr rund 50 Nester der Mehlschwalbe gezählt.

Singende Braunkehlchen oder fütternde Altvögel wurden nur noch festgestellt an der Kranzbachmündung in die Kall, in den Feuchtwiesen „Auf den Kempen“ bei Simmerath und am alten Modellflugplatz an der Kall. Häufiger als in den vergangenen Jahren wurde der singende Feldschwirl vernommen: im Fuhrtsbach- und Perlbachtal, im Roten Venn bei Mützenich, im Roetgener Wald bei Fringshaus, im Kranzbruch bei Simmerath, im Paustenbacher Venn und im NSG Lenzbach bei Paustenbach. Es konnte auch der immer sehr seltene Orpheusspötter nachgewiesen werden.

Der Baumfalke, ein naher Verwandter des häufig vorkommenden Turmfalken, scheint sich als Brutvogel in unserer Heimat etabliert zu haben. In dem großen, offenen Wiesengelände zwischen Konzen/Am Gericht/Simmerath wurde eine Brut mit zwei flüggen Jungfalken erfolgreich beendet. Weitere Beobachtungen stammen aus dem Rurtal zwischen Dedenborn und Einruhr, aus dem Fuhrtsbachtal, aus Mützenich, aus Monschau und im Gebiet der Perlbachtalsperre. Wespenbussarde wurden zwar gelegentlich beobachtet, aber ob es zu einer erfolgreichen Brut gekommen ist, konnte nicht nachgewiesen werden.

Ähnliches gilt für den Schwarzmilan, der im Bereich der großen Talsperren gesehen wurde, aber es ist kein Bruthorst bekannt geworden. Er dürfte aber sicherlich im Gebiet des Nationalparks brüten. Im März wurden in einem größeren Waldgebiet rufende Raufußkäuze gehört, die zu den Ausnahmeerscheinungen unter den Brutvögeln unserer Heimat gelten.

An einem Palsen im Hohen Venn bei Mützenich saß eine brütende Graugans auf einem Nest, wobei jedoch nicht bekannt wurde, ob die Brut erfolgreich war. Erfolgreiche Bruten hatten Nilgänse am Rursee bei Woffelsbach. Ganzjährig zu beobachten ist seit einigen Jahren wieder der Kolkrabe in unserer Region, jedoch wurde bisher keine Brut entdeckt. Auch der Schwarzstorch wurde ziemlich oft gemeldet, jedoch dürfte auch hier die Brutvorkommen auf den Nationalpark beschränkt sein. Von den Kiebitzen fehlt im vergangenen Jahr auch jeglicher Brutnachweis.

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