Roetgen - Gestapelte Gräber auf Roetgener Friedhof

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Gestapelte Gräber auf Roetgener Friedhof

Von: Jessica Küppers
Letzte Aktualisierung:
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Die Umbaumaßnahmen auf dem Roetgener Friedhof sollen in Zukunft eine mehrmalige Nutzung des Friedhofsgeländes ermöglichen. Bagger und Lkw sind voraussichtlich noch bis Ende September im Einsatz. Foto: J.Küppers

Roetgen. Von Totenstille kann auf dem katholischen Friedhof in Roetgen momentan keine Rede sein. Stattdessen fahren regelmäßig Bagger und Lkw auf das Gelände und laden große Mengen Erde ab, geanuer gesagt handelt es sich um eine Kalkstein-Schotter-Gemisch.

Was derzeit noch wie eine Baustelle aussieht, sollen in Zukunft neue Grabstätten werden. Zudem wird ein Teil des Friedhofs umgestaltet und dem Trend zu mehr Urnenbestattungen angepasst. Alte Gräber werden nicht verändert.

Blumenschmuck noch erhalten

Langsam wird es eng hinter der Kirche. Mitten im Ortskern gelegen sind die Möglichkeiten zur Erweiterung der Friedhofsfläche begrenzt und so müssen alte Begräbnisfelder wieder reaktiviert werden. Doch gerade das ist nicht nur in Roetgen, sondern auch in Eifeldörfern ein großes Problem. Auch viele Jahre nach der vorgesehenen Ruhezeit von 30 Jahren, liegen die Särge noch nahezu unversehrt im Erdreich und zersetzen sich nicht wie gewöhnlich mit der Zeit.

Schuld daran ist der typische wasserhaltige Boden der Eifelregion und die damit verbundene fehlende Luftzufuhr. Dadurch werden die Gräber regelrecht konserviert und der Verwesungsprozess unterbunden. Dass dieses Problem auch auf den Roetgener Friedhof zukommen könnte, war also schon länger bekannt. Um herauszufinden, wie es aber tatsächlich um die Gräber steht, hat die Gemeinde Roetgen vor zwei Jahren Probebohrungen machen lassen. „Dabei haben wir festgestellt, dass zum Teil sogar der Blumenschmuck von vor 40 Jahren noch deutlich erkennbar ist“, berichtet Dirk Meyer, Bauamtsleiter Roetgen.

Eine Lösung wäre eine Anbohrung der Särge, damit das überschüssige Wasser abfließen kann. Zusätzlich müsste eine neue Erdschicht aufgetragen werden, um eine Durchlüftung des Bodens sicher zu stellen. Diese ethisch und moralisch fragwürdige Methode wurde seitens der Kommune abgelehnt, zumal anschließend einige Jahre vergehen müssten, bis der Verwesungsprozess abgeschlossen wäre.

Platz für 49 Särge und 114 Urnen

„Alternativ haben wir uns für eine Anhöhung des Grabfeldes entschieden“, erklärt Meyer. Das vorhandene Gefälle werde auf diese Weise mit einem luft- und wasserdurchlässigen Kalkstein-Schotter-Gemisch aus Venwegen begradigt. An der tiefsten Stelle werden 1,60 Meter Erdmasse aufgetragen. Die flachste Stelle wird um 50 Zentimeter erhöht. Da dort keine Sargbestattungen möglich sein werden, biete dieser Bereich ausreichend Platz für Urnenbegräbnisse, erklärt Michael Schlamann, zuständig für den Hochbau der Gemeinde Roetgen. Meyer ergänzt: „Da die Zahl der Urnenbegräbnisse stetig zunimmt, entspricht die Baumaßnahme auch dem Wunsch vieler Bewohner.“ In dem tieferen Bereich seien auch weiterhin Sargbestattungen möglich.

Insgesamt 49 Särge und 34 Urnen können auf dem neuen Feld bestattet werden. Zusätzlich werden zwei Urnen-Stelenwände errichtet, die Platz für weitere 80 Urnen schaffen. Diese Wände enthalten einzelne Grabkammern, die mit einer individuellen Platte verschlossen werden. Bereits vorhandene Gräber werden durch die Maßnahmen nicht verändert.

190.000 Euro Kosten

Die Bauarbeiten hinter der Kirche im Roetgener Ortskern sollen bis zum 29. September abgeschlossen sein. Die gesamte Maßnahme kostet rund 190.000 Euro.

Auf Beerdigungen, die in dieser Zeit stattfinden, werde mit einer Unterbrechung der Bauarbeiten Rücksicht genommen, versichert Meyer.

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