Germania ist in der Bezirksliga angekommen, Schmidt noch nicht

Von: Kurt Kaiser
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37 Tore konnten die Blau Weißen im ersten Saisonabschnitt bejubeln. Am meisten traf Torjäger Stefan Kwasnitza (ganz links). Foto: Kurt Kaiser

Nordeifel. In den letzten Spielzeiten gab es in den Bezirksligen keine Vertreter aus der Nordeifel. Durch den Aufstieg des TuS Schmidt aus der Dürener A-Liga in die Bezirksliga, Staffel 3, und von Germania Eicherscheid aus der Aachener A-Liga in die Bezirksliga, Staffel 4, sind seit dieser Saison wieder zwei Vertreter der Region in der untersten Liga auf Verbandsebene vertreten.

Riesig war die Freude beim TuS Schmidt, als man am letzten Spieltag der vergangenen Saison durch einen 2:0-Erfolg in Barmen die Meisterschaft klar machen konnte. Nach der Aufstiegseuphorie hat sich an der Schmidter Eichheckstraße aber mittlerweile Ernüchterung breitgemacht, denn als es jetzt, nach einer 0:7-Niederlage bei Viktoria Arnoldsweiler II, in die Winterpause ging, rangierte der TuS mit nur fünf Punkten auf dem Abstiegsplatz. Da es nach dem vorzeitigen Rückzug des FC Rurdorf und von Schwarz Weiß Nierfeld II nur noch einen Absteiger gibt, ist das Minimalziel Klassenerhalt aber noch durchaus realisierbar. Vier Punkte müssen die Schwarz-Gelben auf die mitbedrohte Konkurrenz aus Brauweiler und Bachem gut machen.

Schon zum Saisonstart zeichnete sich ab, dass der Kader der Schmidter viel zu klein war. Niklas Krumpen, immerhin ein Spieler der 15 Tore zum Aufstieg beigetragen hatte, zog es zur neuen Saison wieder zu seinem Heimatverein SG Vossenack-Hürtgen zurück. Christian Knieps konnte bedingt durch sein Studium nur zwei Spiele absolvieren. Torwart Sebastian Knie und Julian Weiß fielen nach schweren Bänderverletzungen aus und werden auch in der Rückrunde fehlen. In der müssen die Schmidter auch noch auf Mike Esser verzichten, der den TuS mit einem noch unbekannten Ziel verlässt. Mittlerweile ist die Personalnot so groß, dass der Trainer der Zweiten Mannschaft, Andreas Lennartz, wieder zum Stammpersonal zählt. „Er ist ein guter Spieler, der die nötige Routine und die richtige Einstellung mitbringt“, lobt Spielertrainer Daniel Schippers den 36-jährigen, der zuletzt zwei Einsätze in der Ersten verzeichnete und auch nach der Winterpause in der Viererkette fest eingeplant ist.

Da Aushilfstorwart Dominik Poschen in der Rückrunde nicht mehr zur Verfügung steht, verpflichteten die Schmidter mit Rene Winkel, der bisher für den B-Ligisten Kerpen Manheim spielte und in Vettweiß wohnt, zum Nulltarif einen neuen Torwart. Dem Christkind hatte Daniel Schippers zwar einen längeren Wunschzettel vorgelegt, jedoch weiß er jetzt schon, dass seine Wünsche nicht erfüllt werden. „Wir müssen mit dem jetzigen Personal auskommen, das heißt aber nicht, dass wir den Klassenerhalt nicht schaffen können. In der Bezirksliga gibt es in dieser Saison mehrere Teams, die nicht besser sind als wir. Mannschaften wie Brauweiler, Bachem, Weiden und Stotzheim sind nicht wesentlich stärker, die können wir noch hinter uns lassen“, glaubt der Coach noch an den Ligaerhalt. Begeistert ist Daniel Schippers, der in seiner Fußballkarriere schon einiges erlebt hat, vom Umfeld beim TuS. „Hier wird alles für die Mannschaft getan, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich hoffe nur, dass wir einiges an die Anhänger und Verantwortlichen in der Rückrunde zurückgeben können“.

Germania überrascht die Liga

Nach der überaus erfolgreichen Saison in der Kreisliga A hatte Germania Eicherscheid auch in der Bezirksliga keine Akklimatisierungsprobleme. Zum Saisonauftakt schickten die Blau-Weißen Mitaufsteiger SF Uevekoven mit einer 0:5-Packung wieder auf die Heimreise. Nach 2:1-Erfolgen bei Arminia Eilendorf und gegen Hertha Walheim II führte die Germania nach drei Spieltagen die Liga an. Leider musste sie am vierten Spieltag beim FV Haaren die erste Niederlage (0:3) verkraften. Davon zeigte man sich an der Bachstraße weniger beeindruckt und verpasste Jugendsport Wenau eine Woche später den zweiten Fünferpack (5:1). Erst am neunten Spieltag kassierten die Eicherscheider in der Heimpartie gegen Germania Kückhoven die erste Heimniederlage. Zwei Spieltage später lieferte die Mannschaft beim 3:2-Erfolg gegen Topfavorit Inde Hahn ihre wahrscheinlich beste Saisonleistung ab.

„Gegen Hahn haben wir super gespielt, aber danach haben wir leider nicht mehr viel auf die Reihe bekommen“, blickt Co-Trainer Wolfgang Zimmer etwas wehmütig auf die letzten fünf Spiele zurück. Aus denen hatten die Blau-Weißen mehr als nur sechs Punkte erwartet. Einziger Lichtblick in der Endphase der Hinrunde war der 7:0-Kantersieg beim Abstiegskandidaten Schwarz-Weiß Schwanenberg. Absoluter Tiefpunkt war für den Co-Trainer die 1:5-Heimniederlage gegen den aktuellen Tabellendritten Concordia Oidtweiler. „In dem Spiel haben wir auf der ganzen Linie versagt, da hat kein Spieler seine Normalform erreicht.“ Entschuldigend lässt der Co-Trainer aber gelten, dass die Mannschaft nach dem Spiel gegen Inde Hahn verletzungsbedingt auf die beiden Sturmspitzen, Stefan Kwasnitza und Sascha Treitz, verzichten musste.

Zu allem Überfluss erklärte Trainer Wilfried Schmitz Anfang November dann auch noch, dass er aus beruflichen Gründen die Eicherscheider nach dem ersten Saisonabschnitt verlassen wird. Da mit Co-Trainer Wolli Zimmer aber ein hervorragender Trainer zur Verfügung steht, kann Teammanager, Ingo Steffen, die Suche nach einem neuen Trainer entspannt angehen. „Mir ist eigentlich egal, wer kommt, ich komme mit fast allen klar“, zeigt Wolfgang Zimmer sich gewohnt kooperativ. Sollte Ingo Steffen in der Winterpause keinen geeigneten Kandidaten finden, dann würde der Co auch den Trainerjob übernehmen.

In der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte wird Wolli Zimmer sein Hauptaugenmerk auf die Verbesserung der Defensivarbeit legen. „Zwanzig Gegentore sind zu viel“, verweist er darauf, dass die Abwehrreihen der anderen Top Fünf Teams stabiler stehen und weniger Gegentreffer kassiert haben. Ziel des Aufsteigers ist auch in der Endabrechnung ein Platz im oberen Tabellendrittel. Am 20. Januar beginnt für die Blau-Weißen die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Bisher hat man Testspiele gegen den Mittelrheinligisten, SV Eilendorf, und gegen den A-Ligisten, Fortuna Weisweiler, eingeplant. Weitere Testspiele sind in der Planung.

Da der Kader mit nur 17 Spielern für die Bezirksliga als zu klein erscheint, plant man bei der Germania diesen in der Winterpause zu vergrößern. Mit Daniel Krott hat man noch vor Weihnachten den ersten Neuzugang verpflichtet. Der Offensivspieler wurde beim SV Rott ausgebildet und stieg mit den Rot-Weißen von der Bezirksliga bis in die Mittelrheinliga auf, zuletzt spielte er für Ligakonkurrenten Inde Hahn. Ob noch weitere Spieler in der Winterpause den Weg an die Bachstraße finden, wollte Ingo Steffen nicht verraten.

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