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Geplante Kuranlage im Grünental ist einen Schritt weiter

Von: hes
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Bis 2015 wurde das Wohn- und Gaststättengebäude im Grünental von der niederländischen Besitzerfamilie saniert. Nun soll vis-à-vis das Kurzentrum einer psychotherapeutischen Praxis mit Gastzimmern, Seminar- und Gymnastikräumen sowie Restaurant und Terrasse entstehen. Foto: Büro Krings
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Bis 2015 wurde das Wohn- und Gaststättengebäude im Grünental von der niederländischen Besitzerfamilie saniert. Nun soll vis-à-vis das Kurzentrum einer psychotherapeutischen Praxis mit Gastzimmern, Seminar- und Gymnastikräumen sowie Restaurant und Terrasse entstehen. Foto: H. Schepp

Monschau. Eine psychotherapeutische Kuranlage soll im idyllisch gelegenen Grünental in den Relikten der ehemaligen Tuchmacherfabrik entstehen. Das Mitte 2014 angestoßene, ambitionierte Projekt ist mit der Aufstellung des Bebauungsplans Imgenbroich Nr. 20 Grünental nun den nächsten Schritt gegangen.

Im Monschauer Bau- und Planungsausschuss stimmten zehn Mitglieder bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für die Offenlage und frühzeitige Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit.

Anlass der Aufstellung des Bebauungsplanes ist die Schaffung des Baurechts für eine therapeutische Kuranlage. Der Eigentümer und Antragsteller, ein niederländischer Psychotherapeut, betreibt seit vielen Jahren in Amsterdam eine Klinik und möchte die Belegung für das geplante Projekt aus diesem Bereich ziehen.

Ein Begleiteffekt des Bauvorhabens ist die geplante Schließung des Verbundes Ruruferradweg zwischen dem Anschluss Brücke Widdau und der Altstadt Monschau-Rosental, dem letzten, fehlenden Wegteil zur Schließung dieser touristischen Route. „Die künftige Nutzung der Gebäude als Erholungsraum, der Erhalt der vorhandenen und 2015 wiedereröffneten Schankwirtschaft und der Ausbau des Ruruferradweges komplettieren die Vernetzung des kulturellen und touristischen Freizeitangebotes im Rurtal“, urteilt die Verwaltung in der Vorlage zur Sitzung des Bauausschusses.

Seit nunmehr zweieinhalb Jahren ist das Projekt in der Planungsphase und wurde zunächst Ende 2014 aufgrund erheblicher wasser- und artenschutzrechtlicher Bedenken in einem sehr naturbelassenen Bereich in seinen Flächen deutlich reduziert.

Der nun vorgelegte Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes erfolgte in enger Abstimmung mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege und dem Umweltamt der Städteregion. „Es ist beabsichtigt, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Erhalt der vorhandenen baulichen Fragmente der ehemaligen Tuchmacherindustrie so zu schaffen, dass die kulturelle Bedeutung dieses Ortes erhalten bleibt“, so die Stadt Monschau. Ein großer Teil des Plangebietes wurde 2016 unter Denkmalschutz gestellt.

Das geplante Vorhaben diene im Wesentlichen der Erholung und der Reaktivierung der historischen Baustruktur, heißt es in der Projektbeschreibung. Neben der bereits vorhandenen Gastronomie sollen hier ruhebedürftige Gäste beherbergt und therapiert werden. Hierzu sind neben Übernachtungsmöglichkeiten auch Seminar-, Gymnastikräume und ein kleiner Wellness-Bereich vorgesehen. Weitere Wirtschafts- und Speiseräume dienen der Versorgung der Gäste.

Der Investor plant einen zweistufigen Ausbau der Anlage. Zunächst sollen dabei zehn Zimmer für etwa 20 Gäste im Gebäude „Kontor“ und Teilen des Gebäudes „Ehemaliger Stauteich“ realisiert werden. In einem zweiten Bauabschnitt sollen dann für weitere Gästezimmer die verbleibenden, festgesetzten Gebäude entwickelt werden, so dass sich im Endausbau Kapazitäten von bis zu 60 Gästen ergeben. Auch ein Biergarten und ein Restaurant sind Teil der Planung. Grund für den zweistufigen Ausbau ist die problematische Entwässerung des Planungsgrundstücks.

Für das anfallende Schmutzwasser wird eine satzungskonforme Entsorgung über die öffentliche Schmutzwasserkanalisation mit Anschluss in Widdau geplant. Die Herstellung dieses Anschlusses ist aufgrund der ungünstigen örtlichen Bedingungen (Entfernung zur öffentlichen Kanalisation, Baugrundverhältnisse, Höhenunterschied) mit sehr hohen Investitionskosten verbunden. „Solange das geplante Projekt keine Einnahmen erzielt, kann die Herstellung des Schmutzwasseranschlusses finanziell nicht getragen werden, so dass die Realisierbarkeit des Gesamtprojekts gefährdet ist“, teilte die Verwaltung mit.

Die Untere Wasserbehörde unterstütze deshalb die Ausnahmeregelung, dass der Kanalanschluss erst vor dem zweiten Bauabschnitt erfolgt und bis dahin die Entsorgung weiterhin über eine geschlossene Grube erfolgt. Im ersten Bauabschnitt müsse daher der Unterkunftsbetrieb auf zehn Betten und der Gaststättenbetrieb auf maximal 50 Gäste beschränkt werden. Im zweiten Bauabschnitt (Endausbaugröße) wird der Unterkunfts- und Gaststättenbetrieb erweitert und gegebenenfalls eine Wellness-Therme errichtet.

„Noch einige Stolpersteine“

Im Planungausschuss sah Hilmar Weber (CDU) „noch einige Stolpersteine“, signalisierte aber die Zustimmung seiner Fraktion „damit es weitergehen kann“.

Gregor Mathar (SPD) verwies auf einen „sehr empfindlichen Bereich“, in dem das umfangreiche Projekt entstehe. „FFH-Gebiet und Gewässerplan Obere Rur, Wasser- und Artenschutz sowie Landschaftsplan seien zu beachten und die dadurch entstehenden Kosten zwingend vom Investor zu tragen. „Der Gebührenzahler und Bürger darf durch das Vorhaben nicht belastet werden“, drängte Mathar für die Sozialdemokraten auf einen Erschließungsvertrag, der jedoch nach Auffassung von Bürgermeisterin Magareta Ritter nicht notwendig ist, da die relevanten Anforderungen im Bebauungsplan festgehalten seien. „Wir wollen uns aber dem Projekt nicht gänzlich verschließen, weil wir durchaus auch einen Nutzen für die Stadt Monschau hier sehen“, sagte Mathar.

Nach Abschluss der Offenlage muss der Bau- und Planungsausschuss über die eingegangenen Bedenken und Anregungen beraten und über den Satzungsbeschluss entscheiden. Bis zum ersten Spatenstich für das ehrgeizige Projekt im Grünental ist es also noch ein weiter Weg.

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