Simmerath - Gemeinschaftsschule für die Nordeifel: Von der Standortfrage kaum zu trennen

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Gemeinschaftsschule für die Nordeifel: Von der Standortfrage kaum zu trennen

Von: P. St.
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Der Elternwille zählt: Bei der abschließenden Informationsveranstaltung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule Nordeifel in der Aula der Hauptschule Simmerath war das Interesse Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Am Montag sind alle schlauer: Dann liegt das Ergebnis der Elternbefragung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule Nordeifel zum Schuljahr 2012/13 vor. Eine Vielzahl von Fragebögen sind bereits ausgefüllt worden, während andernorts noch Informationsveranstaltungen für Eltern laufen.

Die Befragung der Eltern soll nicht nur Aufschluss darüber geben, ob eine Gemeinschaftsschule überhaupt Akzeptanz findet, sondern auch die in den zurückliegenden Wochen heftig diskutierte Standortfrage der neuen Schule klären. Bekanntlich möchte die Stadt Monschau die Gemeinschaftsschule in der Elwin-Christoffel-Realschule ansiedeln, während die Gemeinde Simmerath ihr Hauptschulgebäude ins Gespräch bringt, zumindest als Teil-Standort für das 5. und 6. Schuljahr.

Nachdem in Monschau und Roetgen die Eltern der Grundschüler des zweiten und dritten Schuljahres bereits ins Bild gesetzt wurden, fand nun am Mittwochabend in der Aula der Hauptschule Simmerath die dritte Informationsveranstaltung für Eltern der Gemeinde Simmerath statt. Über zweieinhalb Stunden wurde unter der Moderation von Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns informiert und auch politisiert. Die Information über die pädagogischen Inhalte des so genannten Schulversuchs, der zum übernächsten Schuljahr gestartet werden soll, stand zwar im Mittelpunkt, war aber untrennbar mit der Standortfrage verbunden, die zuletzt die Diskussion überlagerte und auch bei Simmerather Info-Veranstaltung immer wieder aufkochte.

Rund 120 Eltern hatten sich eingefunden. Auf dem Podium hatten die Vertreter der Kommunen Simmerath und Monschau sowie die Projektgruppe Gemeinschaftsschule, bestehend aus Vertretern der vier weiterführenden Schulen, Platz genommen.

Sinkende Zahl der Grundschüler nicht zu leugnen

Die Notwendigkeit einer Veränderung der Schullandschaft, auch in der Nordeifel, wird mit Blick auf die demographische Entwicklung, jedem deutlich. Auf der Grundlage dieser Prognose gab die Stadt Monschau auch einen Kommunen-übergreifenden Schulentwicklungsplan in Auftrag, der von Andrea Compes von der Monschauer Schulverwaltung erläutert wurde. Dass die Zahl der Grundschüler in den drei Eifelkommunen Monschau, Simmerath und Roetgen von 2005 (1800 Schüler) bis zum Jahr 2025 auf 1200 zurückgehen wird, ist nicht zu leugnen. Wenn man ferner betrachtet, dass inzwischen 51 Prozent aller Grundschüler zum Gymnasium wechseln, 31 Prozent zur Realschule und nur noch neun Prozent zur Hauptschule, lässt sich daraus ablesen, dass die Eltern die Hauptschule abgewählt haben.

„Handlungsbedarf” sah auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Daher habe auch die Schulkonferenz der Hauptschule Simmerath beschlossen, sich dem auf auf sechs Jahre angelegten Schulversuch anzuschließen. Dies allerdings auf der Grundlage des jüngsten Beschlusses der Schulausschusses, der das Hauptschulgebäude wegen seines Raumkonzeptes als geeigneteren Standort für eine Gemeinschaftsschule sehe, zumindest als Teil-Standort. Wichtig für Simmerath sei es, weiterhin ein Schulangebot der Sekundarstufe I vorzuhalten, warb Hermanns um Verständnis. „Das richtet sich nicht gegen Monschau.” Das Hauptschulgebäude mit insgesamt 46 Klassen- und Fachräumen werde nach erfolgter Sanierung im Sommer 2012 nebst neuer Sporthalle und Schwimmhalle in einem „Top-Zustand” sein.

Diese räumliche Voraussetzungen würden in Monschau laut des in Auftrag gegebenen biregio-Gutachtens weder an der Realschule noch an der Hauptschule erfüllt. Als weitere Argumente für Simmerath brachte Hermanns eine Entfernungs-Kilometer in Gespräch, die Simmerath als den zentraler gelegenen Standort ausweise, wie auch den Gedanken ein, dass ein Gemeinschafts-Schulstandort Simmerath auch noch für Kinder aus Schmidt und Vossenack interessant sei.

„Wir glauben, dass eine Gemeinschaftsschule mit einem Standort in Simmerath besser angenommen wird.”

Vertrauen bei den Eltern schaffen

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter betonte, dass der Schritt zur Gemeinschaftsschule „alternativlos” sei. Er könne aber nur gelingen, wenn man Vertrauen bei den Eltern schaffe. Monschau werde bei entsprechendem Elternwillen auch zwei Standorte mittragen, „auch wenn das pädagogisch schwierig ist.” Es stelle sich aber die Frage, „ob die Simmerather Eltern sich abwenden, wenn es nur einen Standort Monschau gibt.” Ihr Wunsch sei es nach wie vor, dass sich Simmerath mit der Hauptschule am Schulversuch beteilige.

Nachdem die Projektgruppe dann ausführlich und detailliert die pädagogischen Grundlagen einer Gemeinschaftsschule dargelegt hatte, schlossen sich zahlreiche Fragen von Eltern an, die Inhalte und Organisation der neuen Schulform betrafen, aber auch die Standortfrage blieb nicht außen vor, ebenso auch die Bedenken nach eventuell zu langen Fahrzeiten für Kinder bei einem Ganztagesbetrieb, der bei einer Gemeinschaftsschule verpflichtend ist. Eine Mutter forderte, dass „Monschau und Simmerath sich einig werden sollen”, ein Vater bezeichnete die Standort-Debatte als „traurig.”

Eine Mutter wollte auch wissen, warum im Fragebogen nicht auch die Alternative eines alleinigen Standortes Simmerath aufgeführt sei. Margareta Ritter: Dies würde eine „Zerschlagung der Realschule Monschau” bedeuten. Karl-Heinz Hermanns: Rechtlich sei eine solche Lösung zwar möglich, sie werde am Veto-Recht Monschaus scheitern.
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