Monschau - Gelungener Start von Lit.Eifel

Gelungener Start von Lit.Eifel

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
Lit.Eifel
„Ich wollte schon als Kind schreiben“, berichtete die Autorin Stefanie de Velasco, die im Rahmen der Lit.Eifel in Monschau aus ihrem Debütroman „Tigermilch“ las.  Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Monschau. „Wunderbare Abende“ und einen „tollen Start“ habe man erlebt, zog Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter in ihrer Funktion als 1. Vorsitzende des Vereins lit.eifel jetzt Bilanz des ersten Lesefestivals, das in diesem Herbst in den Kreisen Düren, Euskirchen und der Städteregion Aachen stattfand. 14 Veranstaltungen fanden an ungewöhnlichen Orten in zwölf Kommunen der nordrhein-westfälischen Eifel und der Deutschsprachigen Gemeinschaft statt.

Den krönenden Abschluss bildete die erste Eifeler Buchmesse in Nettersheim mit rund 600 Besuchern. Auch wenn man sich, so die Vorsitzende, bei der einen oder anderen Veranstaltung mehr Besucher gewünscht hätte, habe des Festival für eine hohe Aufmerksamkeit gesorgt. lit.Eifel-Geschäftsführer Wilfried Pracht, Bprgermeister der Gemeinde Nettersheim, betrachtete das Lesefestival eine weitere Möglichkeiten die beteiligten Kommunen über die Literatur zu vernetzen. Er zeigte sich überzeugt davon, „dass die Besucherzahl sich noch wesentlich steigern wird.“ Zwischen 30 und 150 Besucher wurden bei den Veranstaltungen gezählt.

Das Programm für 2014 sei zwar noch nicht unter Dach und Fach, aber man dürfe sich schon jetzt auf namhafte Autoren freuen.

Seitens des Beirates sah Helmut Lanio das Festival „auf einem guten Weg.“ Viele junge Autoren habe man eingeladen und neue Präsentationsformen für Literatur gefunden. „Die Autoren fühlten sich bei uns gut aufgehoben.“ Auch Beiratsmitglied Dr. Günter Zehnder Freute sich über den geglückten Start. Man habe erfolgreich eine „etwas andere Richtung“ als andere Festivals eingeschlagen. „Die Autoren waren ganz nahe beim Publikum.“ Außerdem habe man feststellen können, „dass das oft totgesagte Buch noch sehr lebendig ist.“

Regionale Autoren hätten beim 1. lit.eifel die größte Anziehungskraft ausgelöst, bilanziert Projektleiter Joachim Starke von der Gemeinde Nettersheim. Für das kommende Festival im Jahr 2014 stehen jetzt schon einige Veränderungen fest. Die geplanten 15 bis 20 Lesungen sollen zeitlich gestreckt werden mit einem Schwerpunkt im Herbst. Die Eifeler Buchmesse soll ihre Fortsetzung finden, was der Wunsch der Verlage ist.

„Poetry Slam“ in Vogelsang soll eine feste Einrichtung werden und das junge Publikum soll stärker in das Festival eingebunden . KStarke denkt da kulturpädagogische Projekte und Schreibwerkstätten in Kooperation mit Schulen.

Bei der Umsetzung des Konzeptes „Literatur in neuer Form an ungewöhnlichen Orten“ bewiesen die Macher von Lit.Eifel Experimentierfreude und Kreativität. So stießen etwa Schriftsteller Oliver Lück und seine Zuhörer bei einer Lesefahrt im Gelenkbus durch Heimbach und den Nationalpark mit einem Gläschen Wodka an, es gab Lesungen in historischen Gemäuern wie der Burg Blankenheim, der Wildenburg, dem Aukloster in Monschau, der Schülerkapelle des Klosters Steinfeld oder im altehrwürdigen Jünglingshaus in Eupen sowie im geschichtsträchtigen Kulturkino Vogelsang ip, wo der vierte Poetry Slam und ein Slam-Workshop für Kinder im Rahmen der Lit.Eifel über die Bühne gingen.

Die Verantwortlichen unterstrichen auch ihre Absicht, nicht in Konkurrenz treten zu wollen zu anderen Literatur-Festivals. Vielmehr sollen sich die Festivals ergänzen und die Literaturlandschaft Eifel bereichern.

Auch inhaltlich bot Lit.Eifel einen gelungenen Mix, wie zum Beispiel beim urkomischen „Alpenglühn“ mit Jacques Berndorf, Ralf Kramp, Hubert vom Venn und Erika Kroell in der Internationalen Kunstakademie Heimbach, wo der Groschenroman im Blickpunkt stand.

Während „Spiegel online“-Autor und Literatur-Comedian Sick vor über 100 Zuhörern in der Aula des Berufskollegs Kalls las, war der preisgekrönten jungen Schriftstellerin Sarah Stricker nicht annähernd das Auditorium vergönnt, das ihr exzellentes Buch „Fünf Kopeken“ und ihr temporeicher Erzählstil verdient hätten.

„Aus ostbelgischer Sicht hatten wir zwei wunderbare Lesungen mit zwei großartigen Nachwuchsautorinnen. Alle Besucher waren begeistert. Aber es waren durchweg zu wenig Besucher. Vielleicht, weil wir bewusst auf gute Literatur und weniger auf Effekthascherei gesetzt haben“, sagte rückblickend Guido Thomé, Pressereferent in der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Bei den sich an die Lesungen anschließenden Talks mit den Autoren hatte das Publikum Gelegenheit, Fragen zu stellen und Bücher signieren zu lassen. Beifall fand auch das musikalische Begleitprogramm zur Lesung von Dietmar Sous („Sweet about me“), der in Rurberg vom Jazz-Pianisten Gero Körner begleitet wurde.

Ein perfekter Abschluss des ersten Lit.Eifel-Festivals war die erste Eifeler Buchmesse: 14 Verlage und 30 Autoren waren dabei. Die Messe hatte auch den Charme eines literarischen Talentschuppens, der versierten Autoren und solchen, die es werden wollen, ein gleichberechtigt Podium bot. Sie soll zu einer fest terminierten Einrichtung werden.

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