Monschau - „Gelungene Generalprobe”: Blick hinter Fassade des schönen Scheins

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„Gelungene Generalprobe”: Blick hinter Fassade des schönen Scheins

Von: Heiner Schepp
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Eine gefeierte Premiere erlebte das Musical „Gelungene Generalprobe am Freitag im Monschauer St. Michael Gymnasium. Das gesamte Ensemble war in Topform, allen voran Hauptdarstellerin Nadine Palm, Mitarbeiterin unserer Zeitung. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Eine gelungene Generalprobe verheißt zumeist keine gute Premiere, sagt ein altes Theatersprichwort. Wenn dem so ist, dann dürfte die Generalprobe für das neue Musical am Monschauer St. Michael-Gymnasium (MGM) gründlich in die Binsen gegangen sein.

Denn das Schülerensemble feierte am Freitagabend eine rundum geglückte und stürmisch gefeierte Erstaufführung des rund 90-minütigen Stücks mit dem Titel „Gelungene Generalprobe” aus der Feder des MGM-Musiklehrers Daniel Wiegand.

Am Samstag und Sonntag folgten dann noch zwei weitere Aufführungen der musikreichen Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt, um Korruption und Machtgier, so dass insgesamt über 1000 Zuschauer am Wochenende Zeugen der „Gelungenen Generalprobe” wurden.

Die Anspannung bei den Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen war förmlich greifbar, als Daniel Wiegand die Gäste in der picke-packe vollen guten Stube der Schule begrüßte und schon vorab „ein Riesen-Dankeschön an die überaus motivierten und engagierten Schülerinnen und Schüler” richtete, die seit Wochen ihre Freizeit für die Vorbereitungen zur Musical-Aufführung geopfert hätten.

Dank galt auch Schulleiter Dr. Lothar Stresius, der nicht nur die Initialzündung dazu gegeben hatte, nach fast vier Jahren Unterbrechung wieder ein Musical an Monschaus größter Schule zu etablieren, sondern das Projekt auch mitgetragen habe: „Er hat uns einfach machen lassen”„, sagte Wiegand und lobte die Flexibilität seiner jungen Akteure, denn der Verfasser und Komponist des Stücks hatte bis zuletzt immer wieder noch kleine Änderungen eingebracht.

Pünktlich zur „Welturaufführung” aber stand der Ablauf. Fleißige Hände hatten die Schulaula in eine Musical-Halle verwandelt und Kunstlehrer Rainer Bauer hatte mit seinem „Darstellen- und Gestalten-Kurs” der Jahrgangsstufe 9 für das passende Bühnenbild gesorgt.

Das Musical erzählt die Geschichte der Mädchen-Band „Waisenschwestern”, die kurz vor einem großen TV-Auftritt steht und schon bei den Proben Einblicke in die Scheinwelt der Fernsehmacher bekommt. Ausgerechnet kurz vor dem großen Auftritt erfährt Jay, die Leadsängerin der Band (Nadine Palm), dass ihr Bruder entführt wurde.

Für das Mädchen bricht eine Welt zusammen, und sie scheint nicht in der Lage zu sein, zu singen. Die rote Ivette wittert nicht ganz uneigennützig die eigene Chance, den Part der Frontfrau zu übernehmen, doch die übrigen Bandkolleginnen stehen fest hinter Jay, obwohl es keine Hoffnung auf einen perfekten Auftritt zu geben scheint. Dazu tragen vor allem auch die hinterlistige Moderatorin Bittermann und ihr Assistent Jonas bei, der zwar heimlich in Jay verliebt, aber auch der mächtigen Moderatorin hörig ist.

Am Ende aber bricht das Lügengespinst der korrupten Medienmacher zusammen und es stellt sich heraus, dass diese auch hinter der Entführung von Jays Bruder stecken. Der hatte nämlich als Journalist enthüllt, dass der Medienkonzern sein neues Sendezentrum im Naturschutzgebiet „draußen vor der Stadt” hatte errichten wollen.

Mit einer mutigen Ansage vor der Fernsehnation lassen Jay und ihre Band Pläne und Schwindel auffliegen und sind erleichtert, als sich der freigelassene Bruder meldet. Dem großen Fernsehauftritt steht nichts mehr im Wege.

Glänzendes Ensemnble

Dass bei diesem Musical die band-, bühnen- und sogar fernseherprobte Hauptdarstellerin Nadine Palm glänzen würde, hatten wohl die meisten Zuschauer schon vor dem MGM-Musical erwartet. Dass aber am Monschauer Gymnasium so viele echte Gesangs- und Schauspieltalente stecken, überraschte doch viele positiv.

Felix Offermanns beeindruckte mit großer Stimmsicherheit, ebenso Marie Offermanns als Jays flippige Freundin, Lisa Kirch in der Rolle der Ivette, Vivian Dohlen als herrlich-zickiges Moderatorinnen-Biest sowie die Sängerinnen Theresa Tambornino, Alina Rosenwick und Judith Swoboda, die in schwierigen a-capella-Passagen zu Beginn und am Ende auch mehrstimmige Chorsätze meisterten.

Hier war die harte Trainingsarbeit von Vocal-Coach Sylvia Noel zu hören, die dann bei der Aufführung mit ihrem Ehemann Daniel Wiegand auch die schwierige Tontechnik übernahm. Für das passende Licht sorgte Michael Schmitz, die Choreographien steuerte Michelle Bougé bei, und Katja Egnick und Julia Szarek zeichneten für die Organisation verantwortlich.

Gesamtleiter Daniel Wiegand aber importierte mit der „Gelungenen Generalprobe” die Machart der erstklassigen Musicals von seiner ehemaligen Schule, dem Franziskus-Gymnasium Vossenack, nach Monschau, wie sich spätestens nach der Premiere zeigte, als sich das begeisterte Publikum einen Weg durch das immer noch singende, klatschende und feiernde Ensemble vor der Aula bahnen musste.
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