Schleiden-Gemünd - Gehörlose Menschen stellen Andenken an Nationalpark her

Gehörlose Menschen stellen Andenken an Nationalpark her

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Die Schreiner des LVR-Gehörlosenheims Euskirchen stellen die neuen Merchandising-Produkte für die Nationalpark-Tore vor: Es handelt sich um Graureiher und Libellen. Foto: Nationalparkverwaltung

Schleiden-Gemünd. Die Lebensbedingungen für die neuen Nationalpark-Tor-Bewohner könnten nicht günstiger sein, mehr als ein bisschen Wind braucht es nicht für eine „artgerechte“ Haltung.

Ab Freitag stehen die neuen Merchandising-Produkte in den fünf Nationalpark-Toren in Simmerath-Rurberg, Schleiden-Gemünd, Heimbach, Monschau-Höfen und Nideggen sowie im Nationalpark-Infopunkt in Hellenthal zum Verkauf: ein Graureiher mit wippendem Hals und eine im Wind schwingende Libelle, hergestellt von gehörlosen Menschen, die im LVR-Gehörlosenheim in Euskirchen leben.

Wilderich von Weichs, stellvertretender fachlicher Direktor des LVR-HPH-Netz-West und Martina Lenzen, Teamleiterin HPZ Euskirchen, sind stolz auf das Ergebnis: „Die Tiere sind mit großer Sorgfalt und viel Liebe hergestellt. Es ist schön, dass unsere langjährige Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Eifel damit eine neue Facette bekommt.“ Seit Gründung des Nationalparks und mit stetig größer werdendem Angebot für Menschen mit Behinderung ist das Gehörlosenheim ein wichtiger Partner der Nationalparkverwaltung. Beispielsweise unterstützte das LVR-HPH-Netz-West von Beginn an die Rangerführungen mit Übersetzung in Gebärdensprache.

Ein gemeinsames Merchandising-Produkt stand schon länger zur Diskussion, Ideengeber für ein passendes Produkt war schließlich ein Holz-Flamingo mit Federstahlhals, gesehen beim „Tag der Begegnung“ in Xanten. Dieser diente dem kunsthandwerklichen Kreativkopf der Nationalparkverwaltung, Ranger Helmut Bergsch aus der Wildniswerkstatt Düttling, als Vorlage für Graureiher und Libelle – beides Tiere aus dem Nationalpark. In Abstimmungsgesprächen mit den Schreinern des LVR-HPH-Netz-West sind die Entwurf-Exemplare ausgefeilt, die Materialbeschaffung geklärt und die Kostenkalkulationen durchgeführt worden. Cornelia Freuen, Geschäftsstellenleiterin des Nationalpark-Tors Rurberg, nahm die erste Bestellung für ihre Infoeinrichtung am Donnerstag entgegen: „Die Wackeltiere ergänzen unser bestehendes Verkaufs-Angebot perfekt – die Gäste erwerben damit nicht nur ein schönes Nationalpark-Souvenir, sondern fördern Inklusion in der Region“.

Der hölzerne Graureiher eignet sich als Balkon- oder Gartenbewohner und ist für 18,50 Euro erhältlich. Die Libelle, die sich gerne im Wind wiegt, aber auch als dekorativer Stiftehalter für den Schreibtisch dient, kostet 15 Euro. Verkaufsstellen sind vorerst die Nationalpark-Tore und der Infopunkt Hellenthal.

Täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, kombinieren die Nationalpark-Tore eine Tourist-Information mit Nationalpark-Ausstellung. Alle Tore bieten mehrere Filme zur Auswahl und ein dreidimensionales Geländemodell, auf das jeder die von ihm gewünschten Themen projizieren kann. Stufenlos erreichbar und mit barrierefreien Sanitäreinrichtungen ausgestattet, verfügen die Häuser teilweise über Blindenleitsysteme, Audioführer und ähnliche Anlagen. Jedes Tor verfügt über einen Fan-Shop mit Nationalpark-Souvenirs, (Wander-)Büchern, Karten und vielem mehr.

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