Gefällte Rotbuchen bewegen Bürger und Bürokraten

Von: Carmen Krämer
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Die gefällten Rotbuchen am Steinrötsch in Imgenbroich waren am Freitag das Gesprächsthema. Ortsvorsteher Bernd Neuß hatte bis zuletzt versucht, die Bäume vor der Motorsäge zu bewahren. Foto: Carmen Krämer

Imgenbroich. Die Baumfällaktion im Imgenbroicher Steinrötsch hat nicht nur bei den Anwohnern, sondern auch bei den Behörden große Wellen geschlagen. Am Donnerstag war, sehr zur Verärgerung von Anwohnern in dem Neubaugebiet eine ganze Reihe von Rotbuchen gefällt worden, die um einen Spielplatz herum standen.

Für einige der Anwohner war keine Gefahr ersichtlich, so dass sie die Aktion als unnötig und traurig empfanden.

Imgenbroichs Ortsvorsteher Bernd Neuß hatte nach eigenem Bekunden bis zuletzt versucht, die alten Bäume zu retten. Ein Hinweis aus der Bevölkerung hatte die Stadt Monschau auf den Zustand der Bäume aufmerksam gemacht, die daraufhin entschied, die Riesen zu fällen.

„Ich habe mich bis zuletzt dagegen gewehrt und darauf bestanden, dass eine Behörde hinzugezogen wird”, betont Ortsvorsteher Neuß.

Die hinzugezogene Untere Landschaftsbehörde der Städteregion Aachen hatte jedoch gemeinsam mit dem Monschauer Forstwirt Klaus-Jürgen Schmitz eine Gefahr für Kinder und Verkehr festgestellt. Es ist Praxis, dass die übergeordnete Behörde sich auf das Urteil der Fachleute vor Ort stützt, so auch in Imgenbroich.

„Die Bäume in der Eifel stammen in aller Regel aus den Flurhecken. Durch das Beschneiden der Hecken werden die Stämme häufig verletzt und sind dann anfällig für Pilze oder andere Krankheiten”, erklärt Richard Bollig von der Unteren Landschaftsbehörde der Städteregion Aachen.

Auch die Bäume im Steinrötsch sollen von einer solchen Krankheit befallen gewesen und aus diesem Grunde gefällt worden sein. „Ich bin nur Laie und habe keine Ahnung davon, aber für mich sahen die Bäume gesund aus. Ich habe schon an der Qualität der Landschaftsbehörde gezweifelt. Aber dann habe ich eingesehen, dass es nicht zu verantworten wäre, wenn nach diesem Gutachten einem Kind ein Ast auf den Kopf fallen würde”, erläutert Ortsvorsteher Neuß die „schwierige Situation”.

Völlig zu Unrecht in den Diskussionsstrudel gerissen sieht sich Dietmar Wunderlich, der betont, nicht offiziell in seiner Eigenschaft als Simmerather Gemeindeförster, sondern lediglich als Anwohner mit Sachverstand auf Bitte von Nachbarn hin einen Blick auf die Bäume geworfen zu haben. Er habe nichts initiiert, sich nicht für oder gegen den Erhalt der Bäume ausgesprochen, geschweige denn irgendetwas entschieden, was auch niemand behauptet oder geschrieben hat.

Dennoch sahen Wunderlich und seine Ehefrau sich Kritik und Belästigungen ausgesetzt, was der Förster der Monschauer Nachbargemeinde „überhaupt nicht gut” fand.

Nach Informationen unserer Zeitung ist das Grundstück, auf dem die Bäume standen, schon einmal verkauft und wegen des bisherigen Fällverbots wieder an die Stadt zurückgegeben worden. Das konnte Stephan Dicks vom Bauamt der Stadt Monschau aus dem Stegreif auf Anfrage nicht bestätigen. Um diese Information zu erhärten, müssten zunächst hausinterne Recherchen im Rathaus angestellt werden.

Dass das Grundstück nach der Befreiung von den Bäumen verkauft werden soll, ist bisher ebenfalls nicht bestätigt. Ortsvorsteher Bernd Neuß will eine Veräußerung, wenn es sein muss, „unter Einsatz meines Lebens” verhindern.
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