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Gefährliche Arbeit: Handgranate direkt am Gedenkkreuz

Von: P. St.
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Explosiver Fund: Eine Handgranate ruhte über Jahrzehnte neben dem alten Offermannkreuz nahe Fringshaus. Foto: Rolf Wilden

Roetgen. Das hätte regelrecht ins Auge gehen können: Als Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Roetgen jetzt den Platz für das neugestaltete Offermannkreuz am Waldrand nahe Fringshaus herrichteten, befanden sie sich am Rande einer hochgefährlichen Tätigkeit. Beim Freischneiden des künftigen Aufstellplatzes wurde mit einer Motorsense gearbeitet, doch dass im Gras versteckt eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg versteckt lag, ahnte niemand.

Über diese in der Tat explosive Überraschung berichtete jetzt Rolf Wilden, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, im Rahmen der Einweihungsfeier für das neu errichtete Gedenkkreuz.

Seit fast 200 Jahren hat das Blausteinkreuz seinen Platz an der Landstraße Aachen - Trier, rund 150 Meter unterhalb von Fringshaus gelegen. Als das Kreuz im Winter 2012 zerstört wurde, entweder durch Frost oder eine Beschädigung bei Holzrückarbeiten, schlossen sich die zahlreiche Heimatvereine aus der Region zusammen, um an gleicher Stelle auf belgischem Gebiet ein neues Wegekreuz zu errichten.

Unmittelbar an der heutigen Bundesstraße 258 gelegen, hat das Offermannkreuz über all die Jahre weitgehend unbeachtet am Wegesrand gestanden, Kaum einmal jemand verirrte sich hier. Das mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass die noch scharfe Handgranate hier still unter Grasnarbe ruhte. Bis jetzt.

Rolf Wilden und Franz Schroeder zogen in diesen Tagen los, um den neuen Aufstellplatz für das Kreuz ein wenig in Ordnung zu bringen. Nach einer Stunde schaltete Franz Schroeder die Motorsense aus und man trat den Heimweg an. Abends schaute sich Heimatverein-Vorsitzender Dieter Fischer den Platz noch einmal an.

Doch sein Blick fiel nicht auf die frische gemähte Fläche, sondern auf eine Handgranate, die unmittelbar am Restsockel des alten Kreuzes lag. Er rief die beiden Helfer hinzu, und besonders Franz Schroeder fuhr ein gehöriger Schreck in die Glieder, zumal es so aussah, als habe er den Sicherungsring der amerikanischen MK-Granate gleich mit abgemäht. Nur der fortschreitende Rost hatte Schlimmeres verhindert.

Korrekterweise wurden am folgenden Morgen die deutsche und belgische Polizei verständigt. Da das explosive Fundstück auf belgischem Gebiet lag, verständigte die Gendarmerie den belgischen Kampfmittelräumdienst, der am vergangenen Montag erschien, um die Munition wegzuräumen.

Zuvor war die Fundstelle mit Flatterband abgesperrt worden. Franz Schröder hatte sich zwischenzeitlich wieder von dem Schreck erholt und hat auch seinen Humor wiedergefunden: „Da soll noch einmal einer sagen, Heimatforschung sei eine langweilige Angelegenheit.“

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