Gefährdungsstufe 3 von 5: Die Waldbrandgefahr steigt

Von: ag
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Glas kann wie ein Brennglas wirken: Das war vermutlich auch die Ursache für den großen Vennbrand am Ostermontag 2011.

Nordeifel. Der Leiter des Regionalforstamtes Rureifel-Jülicher Behörde, Konrad Hecker, schaut auf die Karte des Deutschen Wetterdienstes. Trotz der anhaltenden Hitze ist die Lage in der Eifel noch einigermaßen entspannt. Gefährdungsstufe 3 von 5 meldet der Wetterdienst. In vielen Gebieten sieht das anders aus.

„Insbesondere an der holländischen Grenze vorbei aber natürlich auch im Hohen Venn“, sagt Hecker. Dort besteht Warnstufe 4, die Gefahr ist hoch. Die Temperaturen im Flachland seien höher und vor allem in vergrasten, lichten Kiefern- oder Laubwäldern sei die Waldbrandgefahr besonders hoch, sagt Hecker. Aber auch in der Eifel solle man genauso vorsichtig sein, wie in anderen Gebieten auch.

Erst am Samstag musste die Freiwillige Feuerwehr Monschau ausrücken, um den Steilhang hinter einem Wohnhaus im Rosenthal zu löschen. Aus bisher unbekannter Ursache waren dort Gras und Sträucher in Brand geraten. Am Montagmittag wurde die Feuerwehr erneut an diese Stelle gerufen. Die Einsatzkräfte hatten die Brände schnell unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand. Um so manchen Feuerwehreinsatz vorzubeugen, sollte man derzeit auf Nutzfeuer verzichten und keinesfalls in Waldnähe grillen oder gar ein Lagerfeuer entfachen. Auch Glas sollte man nicht zurücklassen und keine Zigarettenkippen achtlos wegwerfen. „Auf diese Art und Weise sind schon zig Brände entfacht worden. Eine aus dem Auto geworfene Kippe, entzündet schnell den Fahrstreifen neben der Fahrbahn, der dann wie eine Lunte in den Wald führt“, erklärt Hecker.

Das kann der Leiter des Nationalpark Forstamtes, Henning Walter, nur unterstreichen. Auch er sieht die Hauptgefahren in weggeworfenen Zigaretten und zurückgelassenem Glas. Auch der große Vennbrand am Ostermontag 2011 ist vermutlich auf Glas zurückzuführen. „Das kann wie ein Brennglas wirken“, sagt Walter. An jedem Eingang zum Nationalpark stehen unübersehbare Ge- und Verbotsschilder, die dem Besucher erklären, was erlaubt ist und was nicht. Offensichtlich mit Erfolg, denn in den vergangenen Jahren gab es nach Auskunft von Henning Walter nur einen kleineren Brand im Nationalpark. Rund 150 Quadratmeter gingen damals in Flammen auf. „Wir haben sehr viel Glück gehabt in den vergangenen Jahren, scheinbar sind die Besucher aber auch sensibilisierter als an anderen Stelle. Hinzu kommt, dass wir kaum an landwirtschaftliche Nutzflächen angrenzen und von dort auch kein Feuer übergreifen kann“, sagt Walter.

Zurzeit als der Nationalpark noch militärisch genutzt wurde, hat es dort noch weitaus öfter gebrannt. Die roten Fahnen, die den Zutritt in das Hohe Venn verbieten, haben die belgischen Behörden indes noch nicht gehisst, und auch die Feuerwachtürme bei Hattlich und Petergensfeld sind momentan nicht besetzt. „Wenn das Wetter so bleibt, werden wird das aber sicherlich bald ändern“, sagt der Leiter der Forstdirektion Malmedy, Leo Schlembach. Vorbereitungsmaßnahmen werden weder im Regional- noch im Nationalparkforstamt getroffen. „Da man nicht weiß, wo und wie ein Brand entstehen wird und auch andere Faktoren wie die Windrichtung unbekannt sind, ist das Anlegen von Brandschneisen im Vorfeld wenig sinnvoll. Man muss auf jeden Brand individuell reagieren“, sagt Hecker.

„Sowas machen wir nicht“, sagt auch Henning Walter. Im Gegenteil, im Nationalpark wird nach dem Motto verfahren „Natur Natur sein lassen“. Dazu gehört auch, dass Löschteiche eher zurück- als ausgebaut werden, um die Gewässer fließen zu lassen und Amphibien Wandermöglichkeiten zu geben. Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, rückt aber auch im Nationalpark die Feuerwehr an. „In den meisten Fällen ist das Löschen das Normale, nur wenn das Feuer sehr klein und begrenzt ist, wird auch schon mal überlegt es brennen zu lassen“, sagt Walter. Dies hänge aber von den örtlichen Gegebenheiten und der Wetterlage ab. Für die nächsten Tage sind Gewitter angekündigt. Die könnten die Lage entspannen und die Waldbrandgefahr senken. „Wir werden sehen“, sagt Hecker.
 

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