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Gedenktafel in Roetgen erinnert an die Befreiung

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
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Ein amerikanischer Jeep am Bahnhof Roetgen. Die Aufnahme stammt allerdings nicht vom 12. September 1944, sondern wurde später nachgestellt.

Roetgen. „Am 12. September 1944 wurde Roetgen als erste deutsche Gemeinde durch den Einmarsch amerikanischer Soldaten von der menschenverachtenden nationalsozialistischen Gewaltherrschaft befreit.” So lautet die Inschrift auf einer Gedenktafel, die auf den Tag genau 65 Jahre später am Roetgener Pferdeweiher enthüllt wird.

Am kommenden Samstag, 12. September, ab 16 Uhr, wird im Rahmen einer Feierstunde die an einem Findling angebrachte bronzene Tafel, die der Mützenicher Bildhauer Klaus Gehlen gestaltet hat, enthüllt.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat ihren Besuch angesagt, ebenso wie der Europaabgeordnete Martin Schulz und NRW-Innenminister Ingo Wolf. Auch hochrangige Militärvertreter sind zu der Feierstunde eingeladen, die von der Musikvereinigung Roetgen musikalisch begleitet wird.

Es ist schon eine historische Besonderheit, dass, bedingt durch enge Grenzlage Roetgens, die Gemeinde im Herbst 1994 der erste deutsche Ort war, den die amerikanischen Truppen nach ihrer Landung in der Normandie erreichten.

Diese Tatsache ist zwar hinreichend bekannt, aber bisher in Roetgen noch nicht ausreichend gewürdigt worden. So griff die Gemeindeverwaltung dann auch gerne einen Vorschlag des Ratsherrn Stamos Papas auf, eine Gedenktafel zu errichten, die ihren Platz nun direkt an der deutsch-belgischen Grenze finden wird.

In unmittelbarer Nähe der neuen Wanderstation dürfte sie bei vielen Menschen auch Beachtung finden, denn der Eifelsteig führt in unmittelbarer Nähe vorbei.

Die Task Force von Oberstleutnant William Lovelady erreichte am 12. September 1944, vormittags, die Ortschaft Roetgen. Zuvor noch hatten deutsche Pioniere die Gleisanlagen der Vennbahn am Roetgener Bahnhof gesprengt.

Anschließend ziehen sich die letzten deutschen Soldaten, eine Flakeinheit, zurück. Die in den Kellern ihrer Häuser zurückgeblieben Bewohner sind in völliger Ungewissheit über den bevorstehenden Einmarsch der Amerikaner, der allerdings keineswegs überraschend erfolgte.

Gegen 15.30 Uhr am Nachmittag des 12. November rollen die ersten Panzer über die Bundesstraße nach Roetgen.

In einem Interview aus dem Jahr 1990 kann sich Colonel Lovelady noch genau erinnern, wie man damals in Roetgen erstmals deutschen Boden betrat: „Wir hatten keine Gegenwehr, überschritten die Eisenbahnlinie und marschierten in Roetgen ein. Kurz danach tauchten 10 oder 12 Zeitungsreporter auf und wollten die ganze Geschichte des Grenzübertritts haben. Wir mussten die Nacht in Roetgen verbringen, weil diese fürchterlichen Panzersperren im Außenbezirk von Roetgen lagen sowie zwei Beobachtungsstände besetzt waren, die uns unmittelbar beobachteten. Am nächsten Morgen schoben die Männer den Zaun vor der Panzersperre hoch und wir entfernten die Stäbe, die aus dem Boden herausragten und legten sie an die Straßenseite. Wir dachten, es seien Minenfallen, aber es waren keine. Wir lagen die ganze Zeit unter keinem Beschuss. Dann fuhren wir weiter die Straße entlang nach Rott.”
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