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Geburtenrate an St. Brigida klettert weiter

Von: Heiner Schepp
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Dreimal erklang am zweiten Tag des neuen Jahres der erste Schrei eines neugeborenen Menschen in den Kreißsälen der Eifelklinik. Nach zwei ambulanten Geburten buchten der kleine Henri Nießen und seine Mama nach Kaiserschnitt noch ein paar Tage Eifelklinik. Um 22.33 Uhr war der Stammhalter von Stefanie und Stefan Nießen aus Vossenack zur Welt gekommen. Mit den Eltern freuten sich (v. li.) Hebamme Vera Forster, Dr. Andreas Cousin, Stationsleitung Franziska Jouck, Dr. Dieter Sohr und Assistenzärztin Friederike Wußow. Foto: H. Schepp

Simmerath/Nordeifel. Das traditionelle „Christkindchen“ gab es an den Weihnachtstagen 2015 nicht auf der geburtshilflichen Station der Eifelklinik in Simmerath. Die „Geburtenpause“ an Sankt Brigida während der Feiertage – übrigens sehr zur Freude des Personals – konnte der positiven Jahresbilanz der Abteilung des Krankenhauses Simmerath nichts mehr anhaben.

Der 2014 begonnene positive Trend mit wieder steigenden Geburtenzahlen in der Eifelklinik wie auch in der Nordeifel hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt: 262 neue Erdenbürger erblickten vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 in den Kreißsälen des Simmerather Krankenhauses das Licht der Welt. Dies war gegenüber 2014, als es einen signifikanten Anstieg um 36 Geburten gegeben hatte, eine nochmalige Steigerung um sechs Neugeborene.

„Das ist für unsere Abteilung und für das Haus insgesamt naürlich eine sehr positive Nachricht“, freute sich Dr. Dieter Sohr, der im Team mit Dr. Andreas Cousin die Abteilung als Chefarzt leitet, über die aktuellen Zahlen. Wenngleich sich der starke Zuwachs von 2014 (+20) nicht habe wiederholen lassen, so sei doch „eine deutliche Tendenz“ zu erkennen. „Das zeigt auch ein Stück weit die Zufriedenheit unserer Patientinnen und dass sich das System mit unseren Beleghebammen weiter bewährt“, so die Einschätzung des Chefarztes. Natürlich spiele dabei auch der gesellschaftliche Trend eine Rolle, der ja auch – mehr noch als politische Maßnahmen – bewirkt habe, dass in Deutschland allgemein wieder mehr Kinder zur Welt kämen.

Die Eifelklinik bzw. der Träger Artemed aber tun nach Aussage des Chefarztes der geburtshilflichen Abteilung auch weiterhin das Ihre, um eine Geburt in Simmerath für Familien interessant zu machen. „Was erforderlich und sinnvoll ist, wird angeschafft“, sagt Dr. Sohr auch angesichts der Investitionen, die Artemed für die Geburtshilfe tätigt. So wurde 2014 ein neuer High-Tech-Ultraschall angeschafft, wurden die CTG-Geräte erneuert und wurde der Kreißsaal eins Anfang 2015 zur „Gebär-Landschaft“ aufgewertet, was besonders die Hebammen freut: „Das ist ein so genanntes Multifunktionskreißbett, mit dem die Mütter viele verschiedene Möglichkeiten des Gebärens haben“, erläutern Kathrin Weinert und Vera Forster, die ein Dreierteam mit Andrea Victor bilden. Eva Krings und Justine Grube, die auch Beleghebamme am Krankenhaus in Marmagen ist, vervollständigen das Hebammenteam der Eifelklinik. Rita Greuel konzentriert sich auf Geburtsvorbereitung, Rückbildungskurse und Beratung in allen Phasen des Mutterwerdens und -seins, und Sabine Wirtz erwartet im März ihr zweites Kind, pausiert also weiterhin.

Wenngleich die positiven Zahlen auch das Ergebnis eines funktionierenden Teams aus Hebammen, Ärzten und Pflegepersonal sind, spricht Dr. Sohr von einer „schwierigen Suche nach gutem Personal“ als Ersatz für ausscheidende Kollegen im Ärzteteam. Zwar lägen in Simmerath fast ein Dutzend Bewerbungen von Kolleginnen und Kollegen aus Syrien und aus anderen arabischen Ländern vor, doch hätten diese zum Teil keine Approbation und gebe es große sprachliche Schwierigkeiten, was gerade in der Gynäkologie und Geburtshilfe „äußerst schwierig“ sei.

Ein anderes sprachliches Problem, das sich nach Angaben des Chefarztes erst in den vergangenen Wochen verstärkt gezeigt hat, konnte dagegen mit Deutsch und Arabisch sprechenden Kollegen im Haus gemeistert werden: Etwa ein halbes Dutzend Frauen aus den Flüchtlingseinrichtungen in der Nordeifel haben seit Spätsommer ihr Kind in der Eifelklinik zur Welt gebracht. „Auch da gab es die ein oder andere sprachliche Barriere, da diese Frauen meist nur Arabisch und weder Englisch, noch Französisch oder Deutsch sprechen konnten.“ Weniger problematisch war laut Dr. Sohr die Behandlung der muslimischen Wöchnerinnen durch Ärzte, obgleich im Islam Männer bei der Geburt im Regelfall nicht dabei sind. „Der Koran lässt aber zu, dass auch ein Mann die Behandlung durchführen darf“, hat der Chefarzt in Erfahrung gebracht.

Im Übrigen sei man in Simmerath „froh und glücklich auch über diese Patientinnen“, da sie zum positiven Ergebnis der Abteilung beitrügen, die Finanzierung ihrer Behandlung durch das Land gesichert sei und diese Frauen letztlich „Wöchnerinnen sind wie jede andere hier auch“. Das bestätigt Hebamme Vera Forster, die schon mehrere Gebärende aus Flüchtlingseinrichtungen vor, unter und nach der Geburt begleitet hat. Problematischer als die Zeit im Wochenbett sei aber, wenn die frisch Entbundene mit dem drei, vier Tage alten Säugling in die Notunterkunft zurückkehre und sich dort einen großen Raum mit der Großfamilie teilen müsse.

Drei Geburten am zweiten Tag

Dennoch: Gute Nachrichten für 2015 – und auch 2016 hat gut begonnen in Simmerath: Gleich dreimal erklang am zweiten Tag des neuen Jahres der erste Schrei eines neugeborenen Menschen in den Kreißsälen der Eifelklinik. Während die Mamas von Hannah Sophie Pull aus Mechernich (erstes Baby 2016 um 6.31 Uhr) und von Mia Hüpgens aus Huppenbroich (15.43 Uhr) nach ambulanter Geburt nach Hause durften, buchten Henri Nießen und seine Mama nach Kaiserschnitt noch ein paar Tage Eifelklinik. Um 22.33 Uhr war der kleine Stammhalter von Stefanie und Stefan Nießen aus Vossenack auf die Welt gekommen.

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