Ganz von den Sinnen leiten lassen

Von: P. St.
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Oberhalb von Hirschrott beginnt der rund drei Kilometer lange Schöpfungspfad im Nationalpark Eifel, der am Samstag eingeweiht wurde. Foto: P. Stollenwerk

Hirschrott. Als vor einigen Jahren der Wegeplan für den Nationalpark heftig diskutiert wurde, gehörte der Leykaul-Höhenpfad zu den umkämpften Wegestücken. Der romantische Pfad von Hirschrott hinauf zum ehemaligen Gehöft Leykaul wurde schließlich auf Drängen der Wander-Lobby in die Karten aufgenommen.

Im Nachhinein erweist sich diese Entscheidung als glückliche Fügung, denn auf diesem drei Kilometer langen Wegestück durch jungen Buchenwald, dunkle Fichten-Monokultur und vorbei an atemberaubenden Felsformationen wurde jetzt der so genannte „Schöpfungspfad” eingeweiht. Er ist das Ergebnis einer Initiative des ökumenischen Netzwerkes „Kirche im Nationalpark”.

Unter dem Gedanken „Dem Leben auf der Spur” bietet der Weg auf einer Stunde Gehdauer an zehn Stationen einen spirituellen Zugang zur Natur. Die Stationen bestehen aus zehn drehbaren Tafeln mit Zitaten aus der Bibel und der Literatur.

Die vorletzte Station auf der Leykaul-Höhe ist als begehbares Labyrinth gestaltet. Die kretische Form mit sieben Umgängen wurde aus Grauwacke gelegt. Dieser Stein kommt zwar auch in der Eifel vor, aber die 28 Tonnen für den Schöpfungspfad wurden in einem Steinbruch im Bergischen Land geschlagen.

Am Ausgangspunkt des Schöpfungspfades oberhalb der Gaststätte „Waldstube” in Hirschrott fand eine kleine Eröffnungsfeier mit rund 70 Gästen statt. Mareike Becker hatte mitten im Wald ihre Harfe postiert, und die sphärischen Klänge stimmten die Teilnehmer auf die Erstbegehung ein.

Henning Walter, der Leiter des Nationalparkforstamtes Eifel, erinnerte an die fast fünf Jahre währende Entstehungsgeschichte des Pfades, nachdem man mehrere Möglichkeit geprüft und schließlich dieses herrliche Fleckchen Natur ausgewählt habe, das zum Teil auch über den Wildnis-Trail verläuft. Walter: „Hier kann man Natur und Schöpfung abseits der Motorengeräusche erleben”.

Weihbischof Johannes Bündgens sagte, dass der Weg deutlich mache, wie groß die dem Menschen übertragene Verantwortung für die Natur sei, rege aber auch zum Nachdenken an, wie es gelingen könne, die Lebensgrundlagen für die Menschen kommender Generationen zu bewahren.
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