Für jede Politesse gibts ein neues iPhone

Von: Robert Esser
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Knöllchen per Handy: Mit 130
Knöllchen per Handy: Mit 130 „iPhones” jagen die Überwachungskräfte jetzt in Aachen Parksünder. Sie stehen dabei immer online in Kontakt mit den Sachbearbeitern im Ordnungsamt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Erst reibt man sich verwundert die Augen: Alle Politessen - beziehungsweise Überwachungskräfte - in Aachen sind jetzt von der Stadt mit iPhones ausgestattet worden. 130 dieser exklusiven Smartphones aus dem Hause Apple, die komfortablen Internetzugang bieten und mit endlos vielen Zusatzfunktionen bespielt werden können, erleichtern und beschleunigen nun die Jagd auf Parksünder.

„Wir sind wohl die erste Stadt Deutschlands, die bei der Kontrolle des ruhenden Verkehrs ausschließlich und im großen Umfang auf eine technische Abwicklung via Handy umgestiegen ist”, sagt Detlev Fröhlke auf Anfrage der Aachener Zeitung.

Keine Statussymbole

Der Chef des Ordnungsamtes betont, dass es natürlich nicht um die Anschaffung von luxuriösen Statussymbolen für die Überwachungskräfte ging. Im Gegenteil: „Die Abwicklung der Knöllchen via iPhone spart durch die neue Technologie künftig pro Jahr bis zu 80.000 Euro”, rechnet er vor.

Bislang mussten die Überwachungskräfte nämlich drei technische Utensilien auf ihren Patrouillen mitführen: das klobige Erfassungsgerät, ein Handy und eine Fotokamera. „Die Amtsgerichte erwarten den Fotobeweis mittlerweile bei fast jedem Widerspruchsverfahren”, erklärt der Chef des Ordnungsamtes.

Die Erfassungsgeräte kosteten pro Stück rund 1500 Euro, die regelmäßigen Reparaturen im Durchschnitt etwa 350 Euro. „Da sind wir jetzt dank enorm günstiger Konditionen bei der Sammelbestellung der iPhones deutlich kostengünstiger aufgestellt”, sagt er. Wobei eine spezielle Software den direkten und pausenlosen Online-Kontakt zu den Sachbearbeitern im Ordnungsamt gewährleistet. Früher wurde jeder Knöllchen-Computer nur einmal pro Woche ausgelesen, dann wurden die Verwarnungsbögen inklusive Zahlungsaufforderung verschickt.

Jetzt gehts schneller. „Und außerdem sinkt die Fehlerquote, weil bei jedem Knöllchen intern bis zu fünf Fotos mitgesendet werden, auf denen selbstverständlich auch das Kennzeichen abzulesen ist”, freut sich Fröhlke. Die Überwachungskräfte seien von der neuen Technik begeistert, berichtet er. Rund 300.000 Parksünder werden pro Jahr ertappt und nun über iPhones „abgewickelt”.

Übrigens: Im Internet surfen oder Privatgespräche führen, das dürfen und können die Politessen mit ihren schmucken Smartphones nicht. „Ein spezielles Programm verhindert das”, erklärt Fröhlke. Nur in dieser Hinsicht ist das Ordnungsamt bei Knöllchen noch „schwer auf Draht”. 5,6 Millionen Euro sollen die Strafzettel 2011 in die Stadtkasse spülen.
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