Für den Ernstfall ist Simmerath gerüstet

Von: M. S.
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Ein brandneues und leistungsfähiges Notstromaggregat, das in jeden privaten Heizungskeller passen würde, wurde in Simmeraths Feuerwehr-Gerätehaus unter reger Besucherresonanz installiert. Foto: Manfred Schmitz

Rurberg. Wenn in den 1950er Jahren in der Nordeifel einmal die Stromversorgung der Haushalte ausfiel, war dies beileibe kein Grund zur Sorge für die Bewohner.

Stets fütterten sie schließlich ihren Herd fleißig mit Holz und Briketts und verfügten jederzeit kesselweise über heißes Wasser wie brutzelbereite Pfannen, hatten einen beruhigenden Kerzenvorrat zur Hand. Ihr Leben ging mithin fast seinen gewohnten Gang.

„Heute dagegen”, schildert Herbert Dondorf, Vorsitzender des Ausschusses „Rettungswesen und Katastrophenschutz” der Städteregion, ein weitaus folgenschwereres Szenarium, „käme ein solcher Blackout einer nationalen Katastrophe gleich. Denn die nun elektrisch statt, wie damals, mit Kohle betriebenen Dampfloks der Züge kämen zum Stehen, die Flugsicherung der Luftfahrt zum Erliegen, Verkehrsampeln blieben dunkel, Aufzüge im Hochhaus stecken, in den Tiefkühltruhen verdürben kleine Vermögen wertvoller Nahrungsmittel.”

Weitere Geräte in der Gemeinde

Dondorf war mit Experten nach Rurberg gekommen, um ein deutliches Zeichen pro funktionierende Stromzufuhr im Ernstfall zu setzen und die verzahnte Abhängigkeit unseres gesamten gesellschaftlichen Lebens von Elektrizität zu verdeutlichen und abzusichern. Im Feuerwehr-Gerätehaus Rurberg wurde ein brandneues Stromversorgungs-Aggregat in Betrieb genommen.

Kostenpunkt für die Städteregion: 10 000 Euro. Im Bezirk „Simmerath Mitte” und in Steckenborn waren bereits im vergangenen Jahr Aggregate installiert worden und sind seitdem betriebsbereit. Im Extremfall kann ein mit Zusammenbruch der Kommunikationssysteme verbundener Stromausfall für jeden Einzelnen lebensbedrohend sein.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns („Eine Ehre für die Kommune, dieses stationäre Notstromaggregat in Partnerschaft mit der Städteregion zu übernehmen”) hieß Montag Nachmittag unter den Besuchern Dezernent Gregor Jansen und Amtsleiterin Marlis Cremer (beide Städteregion), Simmeraths Ordnungsamtsleiter Bruno Wilden, Kreisbrandmeister Bernd Hollands, dessen Stellvertreter Jürgen Förster, den Leiter der kommunalen Feuerwehr Simmerath, Christian Förster, den Rurberger Löschgruppenführer Bernd Bongard sowie die Ortsvorsteher von Rurberg und Woffelsbach, Heiner Jansen und Reinhold Jansen, willkommen. Abordnungen befreundeter Hilfsorganisationen - Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft - waren ebenfalls erschienen.

Die Initiatoren der Aktion zu mehr Bevölkerungsschutz bezeichneten es „gerade für eine Flächengemeinde wie Simmerath als sinnvoll, in jedem Ortsteil bei Bedarf eine Anlaufstelle für die Bürger zu wissen”. Feuerwehr-Gerätehäuser seien den Bewohnern bekannt und deshalb Orte, an die man sich im „Fall der Fälle” wenden könne. Darin werde die menschliche Grundversorgung bei Stromleitungs- und Energie-Zusammenbruch aufrecht erhalten (Licht, Wärme, Nahrung).

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns konstatierte, seitens der Kommunen für den Brandschutz aufzubringender Kosten sei die Beschaffung der Aggregate „eine große Hilfe”, schließlich unterhalte Simmerath 13 Löschgruppen und ebenso viele Feuerwehr-Gerätehäuser. Den insgesamt 320 Wehr-Aktiven stünden 22 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung; daher sei deren gute Ausrüstung wie stete Aus - und Weiterbildung eine nie endende Aufgabe.

Der Verwaltungschef dankte den Angehörigen der Rurberger Wehr angesichts der Inbetriebnahme des neuen Aggregates: „Harmonisches Miteinander, das musterhafte Geltung hat!”
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