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Für den alten Traktor kommt die Hilfe zu spät

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Beinah die Hand vor Augen nicht mehr gesehen: Von der brennenden Scheune in Kalterherberg waberten dicke Rauchwolken gen Himmel. Foto: C. Classen

Kalterherberg/Konzen. Am Ende ist es der Jüngere, der den Älteren aus der Scheune zieht. Zu diesem Zeitpunkt dringen noch immer Rauchwolken so dick sind wie Nebelschwaden aus dem Inneren. Die Glutnester lassen sich so schnell nicht löschen, obwohl die Einsatzkräfte der Feuerwehr alles dafür tun.

Es ist keine Rettungs-, sondern eine Bergungsmission, die der Jüngere absolviert. Einen Traktor moderner Bauart nutzte die Feuerwehr am Mittwoch, um das sehr viel ältere Modell aus der noch schwelenden Scheune an der Elsenborner Straße in Kalterherberg zu ziehen. Na ja, zumindest was davon übrig ist, gelangt schließlich ans Tageslicht. Ein verkohltes Wrack, an dessen Felgen noch die geschmolzenen Reste von dem hängen, was einst die Reifen waren.

Jahrelang hat der Besitzer des Altertümchens Zeit, Geld und Arbeit in dessen Pflege investiert und als er jetzt sieht, wie die Feuerwehr das Wrack des alten Traktors ins Freie schleppt, kämpft der Mann kurz mit seiner Fassung. Er fängt sich schnell wieder, nicht zuletzt wohl, weil der Gedanke, dass keine weiteren Brandopfer zu beklagen sind, Trost spendet.

„Unter Kontrolle”

Es ist 14.01 Uhr, als bei der Feuerwehr-Leitstelle in Simmerath der Alarm eingeht. Minuten später sind die Löschzüge eins, zwei und drei der Feuerwehr Monschau unter Leitung von Brandinspekteur Albert Prümmer unterwegs zur Elsenborner Straße. Die brennende Scheune steht glücklicherweise in einiger Entfernung zu den umliegenden Gebäuden. Die beiden Pferde, die dort ihre Unterkunft haben, sind auf der Koppel, als das Feuer ausbricht. In der Scheune steht der alte Traktor und daneben lagert eine große Menge Stroh. „Das wird uns noch eine Weile beschäftigen”, sagt Heiner Sauren, Sprecher der Feuerwehr Monschau, am Einsatzort. Und: „Wir bekommen das Feuer nur komplett aus, wenn wir das Stroh rausschleppen.”

Deswegen schaufelt der Traktor, der eben noch sein Vorgängermodell ins Freie gezogen hat, nun das Stroh - und damit auch die Glutnester - Lage für Lage aus der Scheune. „Feuer unter Kontrolle”, krächzt es um 14.33 Uhr aus Saurens Funkgerät. Der Einsatz ist damit aber noch lange nicht beendet, brennendes Stroh ist hartnäckig „Das wird noch bis in die Abendstunden dauern”, sagt Sauren.

Weniger zeitaufwändig war für die Wehr der Einsatz, zu dem sie bereits Mittwochvormittag gerufen worden war. An der Straße Am Lutterbach in Konzen war gegen 11.30 Uhr der Kamin eines Einfamilienhauses in Brand geraten. Die Rauchentwicklung war derartig stark, dass die Bewohner aufgefordert wurden, ihr Heim zu verlassen. Sauren spricht mit Blick auf den Kaminbrand in Konzen von Glück im Unglück: „Wäre das während der Nachtstunden passiert, hätte es durchaus gefährlich werden können.” So aber lautete die Bilanz des Einsatzes: Niemand verletzt, alle mit Schrecken davongekommen.

Die „Lebensversicherung”

Einen guten Rat gab´s von den Brandbekämpfern gratis. „Wir haben den Leuten die Anschaffung eines Rauchmelders ans Herz gelegt - als Lebensversicherung”, sagt Sauren.

Was den Kaminbrand ausgelöst hat, ist bislang unklar. Und es dürfte wohl auch schwierig herauszufinden sein, meint Sauren: „Für so etwas gibt es keine Parameter. Da kann der Kamin noch so gut gereinigt sein und es kann trotzdem passieren.”

Eine heiße Spur gibt es dagegen bereits, was die Ursache für den Scheunenbrand in Kalterherberg angeht. Zwar dauern die offiziellen Ermittlungen derzeit noch an. „Was der Auslöser war, ist völlig unklar”, sagt Sauren. Am Einsatzort war allerdings die Rede davon, dass an einem Stall in unmittelbarer Nähe der Scheune Schweißarbeiten gemacht wurden.
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