Für Berufsschullehrer geht es im BGZ ans Eingemachte

Von: ani
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Elf Berufsschullehrer, die im Dachdecker-Handwerk unterrichten, wurden im Simmerather BGZ von Ausbildungsmeister Alfred Förster (3.v.re.) mit der „Biberschwanzdoppeldeckung“ vertraut gemacht. Foto: Hoffmann

Simmerath. Theoretische Kenntnisse: sehr gut. Praktische Erfahrungen: nicht vorhanden oder mangelhaft. Würden Berufsschullehrer Zeugnisse bekommen, könnten sie eventuell so aussehen, da die „Theoretiker“ schlichtweg nicht gelernt haben, wie beispielsweise ihre Schüler im Dachdecker-Handwerk arbeiten.

Um dem vorzubeugen fand in der vergangenen Woche im Simmerather BGZ eine zweitägige Fortbildung für Lehrer aus ganz Nordrhein-Westfalen statt, bei der Ausbildungsmeister Alfred Förster die Federführung übernahm. Hierbei stand die Steildachdeckung inklusive Details und Durchdringungen von der Traufe bis zum First auf dem Stundenplan. „Diese Maßnahme“, so Förster, „führen wir hier in Simmerath nun schon zum siebten Mal durch“.

Zusammen mit Friedhelm Ahrens aus Oberhausen und Friedrich Pillen aus Solingen hat er vor Jahren spezielle Fortbildungen für Berufsschullehrer, die Lehrlinge im Dachdecker-Handwerk unterrichten, entwickelt, damit die eingangs geschilderte Problematik erst gar nicht aufkommt. „Wenn ein Schüler im Unterricht eine Frage stellt, und der Lehrer sie nicht beantworten kann, weil er das Problem nicht versteht, dann hat er in der Regel schon verloren“, geht Friedrich Pillen hierzu ins Detail.

Pillen und Ahrens nehmen im übrigen als Moderatoren für die Lehrerfortbildung der Bezirksregierung Düsseldorf an dieser Maßnahme teil. Beide heben die Wichtigkeit der speziellen Schulung im Dachdeckerbereich hervor und können auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. „Wir machen das schon über zehn Jahre und haben gut 40 Veranstaltungen organisiert, wobei wir in der Regel ein Mal im Jahr hier in Simmerath sind“, erklärt Friedhelm Ahrens, während Alfred Förster den elf Lehrgangsteilnehmern aus Solingen, Oberhausen und Geldern im Hintergrund Praxis vermittelt. Dabei geht es um die Herstellung einer Eckverbindung an einem Kamin mittels Bleichblech.

Im Fachjargon nennt sich das „Biberschwanzdoppeldeckung“, wozu Förster das weiche Bleiblech filigran mit Blechschere und zwei kurzen Dachlattenstücken bearbeitet. „Manches kann man sich eben nicht anlesen, sondern muss man sich aneignen“ sagt Förster. Zudem sei es wichtig, dass die Berufsschullehrer die gleiche Sprache sprechen wie ihre Schüler.

Da sollte beispielsweise klar sein, was gemeint sei, wenn ein Kopfstück (Ende) einer Dachrinne umgebördelt (umgebogen) werden müsse.

Nach der Demonstration ging es für die Lehrer (darunter vier Frauen) ans Eingemachte. Mit einem Stück Bleiblech, Zollstock, Bleistift und Blechschere bewaffnet, absolvierte die Lehrer-Crew ihren Praxistest.

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