Fünfte Nacht der Museen: Begeisternde Kunst in Monschau

Von: mon
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Ottmar Gillessen erzählt als Nachtwächter bei der Nacht der Museen die Geschichte der Stadt Monschau auf schön und schaurige Art und Weise. Foto: V. Monterey)

Monschau. Wenn Ottmar Gillessen in seine traditionelle Uniform steigt und die Öllampe in die Hand nimmt, steigt die Spannung in der Monschauer Altstadt. Denn dann beginnt für die Besucher eine Führung ganz anderer Art durch das kleine Eifelstädtchen.

Nicht nur über die Stadt und ihre Entstehung im Jahre 1198, über Niedergang und Wiederaufbau, sondern natürlich auch aus dem Leben eines Nachtwächters wird hier erzählt. Dieser musste schließlich für einen kargen Lohn von einem Gulden für Recht und Ordnung sorgen und während des Rundgangs wird klar, welch „haarige Sache“ es gewesen sein muss, sich vom frühen Abend bis zum Sonnenaufgang darum zu kümmern, „dass keine Schelme in die Stadt kamen und keine Einbrüche geschahen“, so Gillessen. Insbesondere zur späten Führung in der Dunkelheit der Nacht kamen zahlreiche Besucher.

Die Führungen fanden im Rahmen der fünften Nacht der Museen in Monschau statt. Insgesamt neun Museen und Galerien öffneten ihre Türen bis nach Mitternacht und boten einen interessanten Einblick in Kunst und Kultur des Eifelstädtchens und seine Umgebung.

Mit dabei die Historische Senfmühle, das Brauereimuseum, die Sandskulpturenausstellung in der Glashütte, die Kaffee-Rösterei Maassen, das Rote Haus, allesamt in der Altstadt, das Webereimuseum in Höfen, das Druckereimuseum Weiss in Imgenbroich und die Ausstellung im Weissen Pferdchen in Mützenich. Und schließlich die beliebte „Nachtwächterführung“ als ganz besonderes Highlight.

Auch das Rote Haus „erzählte“ die Geschichte aus alten Tuchmacherzeiten, das „Haus mit der schönen großen Treppe“, so die achtjährige Ida Wallbaum aus Stockheim, die mit Familie und Freunden das abendliche Flair des Städtchens genoss. Sehenswert ist auch die Sandskulpturenausstellung. In ungeahnter Größe präsentieren sich dort Größen wie Julius Caesar und Ludwig van Beethoven, Albert Einstein und Anne Frank, Architektur aus den verschiedensten Ländern und schließlich die Stadt Monschau, die wohl schönste Skulptur der Ausstellung. „Die Gebäude haben uns am besten gefallen“, bestätigten Mirjam Volland aus Aachen und Brigitte Benedini aus Roetgen, insbesondere die „filigrane“ Arbeitsweise.

In der Galerie Beumers waren sowohl internationale Künstler als auch Arbeiten von Manfred Beumers zu sehen, die nicht selten die Stadt Monschau zum Thema haben. Ein ganz anderes Thema lockte Besucher in das Weisse Pferdchen in Mützenich, das ebenso bequem wie das entfernter gelegene Druckereimuseum Weiss und Webereimuseum mit einem der vier Shuttle-Busse, die viertelstündlich ihre Runden drehten, zu erreichen war.

Hier waren die „Russischen Impressionisten“ des Moskauer Künstlerbundes in den Räumen der Sammlung Maria van der Venn zu sehen. Rund zwanzig großformatige Ölgemälde mit dem Thema „Architektur“ gaben einen interessanten Einblick mit „einem hohen symbolischen Wiedergabewert“, so Bernhard Schrouff. Insgesamt 1100 Bilder zählt der Bestand der Sammlung, darunter allein 400 Bilder, die 1990 ausgeführt wurden und die bewegte Vergangenheit beleuchten, in der die „Künstler verscherbelt worden sind“, so Schrouff.

Doch indem die Künstler staatlich organisiert waren, bekamen sie zumindest einen Obolus für die vom Staat in Qualität und Form der Ausführung bemessenen Bilder und konnten sich dafür zumindest ein kleines Atelier unterhalten. Die versteckte Kritik in den Bildern, nicht selten die Tristesse der Zeit, machen die Gemälde besonders Ausdrucksstark.

Wer von damaligen Zeiten noch immer nicht genug hatte, konnte sich im Druckereimuseum Weiss mit Schrift und Druck befassen, von der Höhlenmalerei über die ersten Schriften der Ägypter und Sumerer, über das Mittelalter und Entstehung des Drucks bis hin zu den ersten Druckmaschinen und zum heutigen digitalen Zeitalter. „Wir freuen uns, dass die Nacht der Museen so gut angenommen wird, „meinte Kurt Förster, Schriftsetzermeister und Leiter des Museums, wenn auch in diesem Jahr „weniger Gäste“ dagewesen seien.

Dafür hätten „viele Feriengäste“ das Event wahrgenommen, um in die Welt des „Zeit(-ungs)drucks“ zu schnuppern, der Nachtwächterführung beizuwohnen oder sich den kulinarischen Genüssen zu widmen, bei Senfpralinen oder Kaffeelikör.

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