Frivoles bei den Festspielen: Musical „Ein Käfig voller Narren“ auf der Burg

Von: P. St.
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Eine farbenprächtige und frivole Show im Schatten der Burg Monschau: Das „Musical „Ein Käfig voller Narren“ bot mitreißendes und schräges Revue-Theater. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Eine schrille, bunte, frivole und schwungvolle Darbietung wurde am Freitagabend auf der Burg Monschau im Rahmen der Klassik 2013 geboten. Vor knapp 800 Zuschauern gastierte im Burghof die Kammeroper Köln mit dem Musical „La Cage Aux Folles - Ein Käfig voller Narren“.

Gemeinsam mit den Kölner Symphonikern unter Leitung von Inga Hilsberg, schon mehrfach bewährt bei den Festspielen in Monschau, wurde die Burg-Arena zum rasanten Revue-Theater.

Das Musical von Jerry Herman bietet zwar nicht die Fülle weltbekannter Melodien, sieht man einmal vom Hit „I am, what I am“ ab, dafür aber werden die Zuschauer mit einer schillernden und unkonventionellen Travestie-Show bestens unterhalten, die auch mit großen Gefühle nicht spart.

Mitreißende Tanznummern in einem Nachtclub, schlüpfrige Dialoge und eine munteres Verwirrspiel nehmen die Zuschauer mit in eine völlig verrückte Welt, in der Männer und Frauen munter die Rollen tauschen.

Kein Komödienstadl

Besonders im zweiten Akt nahm die Handlung Fahrt auf, und die Kammeroper überzeugte unter der Regie von Bernd Schaarmann vollends mit einer großartigen Ensemble-Leistung. Die 24. Vorstellung seit der Premiere am 28. Juni 2013 in Köln sorgte auch in Monschau für eine buntes Spektakel vor den altwürdigen Mauern der Burg.

Das Musical um eine durchaus ernsthafte erzählte Liebesgeschichte gleitet dabei keineswegs in ein billiges Komödienstadl ab, was bei einer Handlung mit Männern in Frauenkleidern durchaus leicht passieren kann. Die Kammeroper Köln schafft den Spagat zwischen leicht gespielter Unterhaltung und dem ernsthaften Plädoyer für alternative Lebensentwürfe.

Mit Witz und Sympathie, Eleganz und menschlichen Schwächen sorgen die gut aufgelegten Darsteller in ungewohnten Rollen für eine ebenso berührende wie faszinierende Show mitten aus einem Leben voller Träume und Wünsche.

Trotzdem bleibt bis zum Schluss alles schräg, aber der Zuschauer wird mitgenommen vom Glamour und der Phantasie mitten hinein in den ausschweifenden Lebensstil des Nachtclubs.

„Wir sind, was wir sind, doch was wir sind, sind wir nur scheinbar. Wir mögen es heiß, wie jeder weiß, lieben den Wirrwarr“, heißt es im „Käfg voller Narren“, der vor 40 Jahren seine Uraufführung feierte und fünf Jahre später auch die Kinoleinwand eroberte. Die Musicalfassung entstand 1983 und seitdem läuft das Stück pausenlos am Broadway.

Die in diesem Jahr entwickelte Produktion der Kammeroper Köln zeigt, dass das Stück mit großen Emotionen und praller Lebenslust auch heute noch aktuell ist.

Der langanhaltende und begeisternde Beifall der Zuschauer in Monschau war somit mehr als verdient.

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