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Fremdwasser soll in Lammersdorf keine Chance haben

Von: P. St.
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Durch den Einsatz der Kanalkamera kamen die Stellen im Lammersdorfer Kanalnetz, wo Fremdwasser eindringt, ans Licht. Foto: Büro Berg&Partner

Lammersdorf. An Wasser besteht in Lammersdorf kein Mangel - vor allem unter der Erde nicht. Probleme mit den großen Mengen an Grundwasser sind daher auch nichts Neues, wie schon so mancher Bauherr erfahren hat, der sich hier, am Rande den Venns, niederlassen wollte.

Ein akutes Wasser-Problem wurde auch vor einigen Jahren in den Lammersdorfer Kanälen deutlich. Immer mehr Fremdwasser drang von außen in die Leitungen ein, was schließlich dazu führte, dass das Pumpwerk Kelzerbach bei Starkregen regelmäßig überlastet war, dann überlief und Schmutzwasser in Richtung Kalltalsperre abgeschlagen wurde.

Im Rahmen eines vom Land NRW geförderten Pilotprojektes wurde dann ab 2005 damit begonnen, das Fremdwasser aus öffentlichen Kanälen und privaten Hausanschlüssen zu eliminieren. 426 Grundstücksanschlüsse wurde unter die Lupe genommen. Das Unterfangen, das Fremdwasser zurückzuhalten, ist nach vierjähriger Projektphase gelungen, doch damit ist in Lammersdorf erst eine Hälfte des Problems erledigt.

Im südlichen Bereich des Ortes, der zur Kläranlage Simmerath im Kalltal entwässert, ist die Fremdwasserproblematik nicht viel anders. Deshalb soll hier für weitere 400 Grundstücke eine umfassende Untersuchung gestartet werden. Die Fortführung des Pilotprojektes soll mit erheblicher finanzieller Unterstützung des Landes erfolgen. Die Gemeinde bereitet derzeit den Förderantrag vor, im April/Mai soll eine umfassenden Bürgerinformation erfolgen. Im Juni soll mit der Untersuchung begonnen werden, ehe dann in der zweiten Phase im Jahr 2011 die Sanierung der festgestellten Mängel erfolgen soll.

Über die Fortführung des Pilotprojektes und den Rückblick auf die bereits erfolgte Sanierung der Kanäle in Lammersdorf berichtete dem Simmerather Tiefbauausschuss jetzt das zuständige Büro Berg& Partner, das im Auftrag der Gemeinde das Projekt betreut.

Gemeinde und Ingenieurbüro sind an einer einvernehmlichen Lösung mit den Grundstückseigentümern interessiert, auch wenn diese nicht zu einer Kooperation gezwungen werden können. Das Landeswassergesetz aber wird keinen Bürger verschonen, denn die gesetzliche Forderung lautet, dass die Kommunen bis zum Jahr 2015 eine Dichtheitsprüfung für ihre Kanäle vorlegen müssen.

Die Beteiligung am Pilotprojekt aber wird den Bürgern seitens der Gemeinde nahegelegt, vor allem, weil dies die Voraussetzung dafür ist, in den Genuss der Landesförderung zu kommen.

Am zurückliegenden Sanierungsabschnitt in Lammersdorf beteiligten sich seinerzeit über 90 Prozent der Grundstückseigentümer, 98 Prozent an der Phase I (Untersuchung) und 89 Prozent an der Phase II (Sanierung).

Die Untersuchung kostete im Schnitt den Bürger 140 Euro. Ohne Landesförderung (diese betrug 67 Prozent) wären es 600 Euro gewesen. Die Sanierung der Grundstücke kostete im Schnitt 2100 Euro; ohne Förderung wären es rund 3400 Euro pro Grundstück gewesen. Einzelne Grundstücke lagen allerdings auch deutlich über diesem Durchschnittswert. Die wenigen Bürger, die in Eigeninitiative die Sanierung vornahmen und damit auf die 30-prozentige Förderung verzichteten, mussten allerdings ebenso eine Dichtheitsprüfung einer Fachfirma nachgewiesen werden.

Die Gesamtkosten beliefen auf 280.000 Euro für die Untersuchung und 1,3 Millionen Euro für die Sanierung. Das Land förderte die Maßnahme mit insgesamt 650.000 Euro.

Dieses Ziel strebe man auch für die zweite Phase der Fremdwassersanierung in Lammersdorf an, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Vor allem sei es wichtig, dass man „eine Gleichbehandlung aller Bürger” erreichen wolle.

Zur Sanierung an stehen jetzt weitere sieben Kilometer Kanalnetz. Wie dringend erforderlich die Maßnahme ist, zeigt die Tatsache, dass an der Kläranlage neben dem normalen Abwasser noch einmal 175 Prozent Fremdwasser ankommen, das mit behandelt wird und selbstverständlich vom Wasserverband Eifel-Rur als Betreiber der Kläranlagen der Gemeinde in Rechnung gestellt wird.

Einstimmung beschloss der Ausschuss, den Förderantrag an das Umweltministerium zu stellen und zu einer Bürgerinformation einzuladen. Außerdem soll die Gemeinde eine Satzung zur vorgezogenen Dichtheitsprüfung erarbeiten.
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