Kalterherberg/Leykaul - Freizeittipp: Mit dem Railbike nach Sourbrodt

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Freizeittipp: Mit dem Railbike nach Sourbrodt

Von: ho
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Im Konvoi geht es für die Tei
Im Konvoi geht es für die Teilnehmer auf der Hinfahrt nach Sourbrodt zunächst nahe an der Rur entlang mitten durch das Hohe Venn.

Kalterherberg/Leykaul. Nicht nur bei Eisenbahnfreunden steigt die Spannung und Vorfreude, wenn sie an Gleis 1 des Bahnhofes der Abfahrt entgegen fiebern. Auf die Durchsage „Bitte einsteigen und die Türen schließen, der Zug fährt gleich ab” warten sie allerdings vergebens.

Am Kalterherberger „Hauptbahnhof” gibt es keine Lautsprecheranlage und Züge fahren dort seit vielen Jahren schon nicht mehr ab. Dafür aber mit Draisinen andere Schienenfahrzeuge, die sich großer Beliebtheit erfreuen und gerade auch für die in der Ferienzeit Daheimgebliebenen einen nicht alltäglichen Ausflugstipp darstellen.

Dort, wo seit jüngstem die asphaltierte Trasse des Vennbahn-Radweges endet, kann man eigentlich nahtlos auf die vierrädrigen Hilfsfahrzeuge für die Schiene, die nach Karl Drais benannt wurden, umsteigen und vom Kalterherberger Bahnhof auf dem alten Schienenstrang der Vennbahn bis zum belgischen Sourbrodt fahren.

Knapp 30 „Railbikes”, wie die Draisinen im veränderten Neudeutsch heißen, stehen dafür zur Verfügung, die wie beim Fahrrad per Pedale in Gang gesetzt werden. Bevor es so weit ist, heißt es aber zunächst einmal „Fahrscheine lösen”. Wer den Fahrpreis von 30 Euro pro Draisine bezahlt hat, erhält als Fahrschein ein farblich rot markiertes Holzplättchen, das vor der Abfahrt dem einweisenden Personal als Zahlungsnachweis wieder auszuhändigen ist. Nach einer entsprechenden Einweisung kann es dann mit dem Hinweis „Nicht anhalten, nicht abbiegen, nicht auf die Jagd gehen und nicht rauchen” langsam losgehen. Ein Railbike nach dem anderen geht dann in kurzen Abständen auf die sieben Kilometer lange Strecke.

Die Fahrzeuge bieten Platz für bis zu vier Erwachsene und zur Fortbewegung sind wenigstens zwei Fahrer erforderlich. Die anderen Fahrgäste sitzen bequem in einer Art Liegestuhl dahinter. Dieser kann im übrigen zusammengeklappt werden, sodass bei Bedarf Platz für einen Rollstuhl vorhanden ist. Je nach Krafteinsatz beträgt die Geschwindigkeit zwischen 5 und 15 km/h.

Da ein Überholen auf der Schienentrasse nicht möglich ist, geht es in einem für alle angenehmen Tempo in Richtung Sourbrodt los, wobei man neben dem Fahrspaß bald die idyllische Landschaft des Hohen Venns genießen kann. Wenn dann ab einer gewissen Geschwindigkeit das typische Rattern der Schienenfahrzeuge zu hören ist, fängt der Fahrgenuss nicht nur für Hobby-Eisenbahner an.

Auch wenn die Strecke bis Sourbrodt leicht ansteigend ist, reicht die Puste der Pedaltreter allemal, um sich mit den Mitfahrern und den Railbikern davor und dahinter zu unterhalten. Somit ist dieser Freizeitspaß auch für ältere Menschen geeignet. Und wenn es tatsächlich an einem schwachen Tag und aufgrund der nicht vorhandenen Gangschaltung gar nicht mehr gehen sollte, wechselt man sich beim Pedaltreten eben einfach einmal ab. Ganz Gewiefte haben entsprechende Verpflegung in fester und flüssiger Form dabei, so dass die ca. einstündige Fahrt bis zum Zielbahnhof wie im Flug vergeht.

Auf dem großen Bahnhofsgelände in Sourbrodt ist dann zunächst einmal Pause angesagt und die Railbikes werden mit Hilfe einer einfachen mechanischen Einrichtung für die Rückfahrt nach Kalterherberg gedreht. Die Rückfahrt kann man dann durch das entsprechende Gefälle zum Zielort noch mehr genießen. Zunächst wird die Domaine Rurhof passiert und danach gleitet die vielseitige Vennlandschaft mit ihren teils dunklen Gewässern an den Railbikern wie im Film vorbei.

Aufgrund des Gefälles kann man Füße und Beine entspannen oder hochlegen und ungefähr vier Kilometer langsam und bequem ins Tal rollen. Das letzte Etappenstück bis Kalterherberg ist dann gleichfalls leicht zu schaffen. Mit der entsprechenden Kleidung kann man auch bei schlechterem Wetter fahren und wird auch nach der Fahrt an einem solchen Tag immer noch von Fahrvergnügen sprechen.

Gerade in der Ferienzeit ist man gut beraten, vor dem geplanten Fahrtermin eine Reservierung vorzunehmen, da man ansonsten feststellen könnte, dass alle Draisinen bereits besetzt sind. Reservierungen können über das Internet vorgenommen werden (http://www.railbike.be).

Bis zum 31. August ist die Railbike-Station ganzwöchig geöffnet und die Abfahrtzeiten sind für 11.00, 13.30 und 15.45 Uhr terminiert. Ab dem 1. September kann die Schienenverbindung zwischen den Bahnhöfen von Kalterherberg und Sourbrodt dann nur noch am Wochenende genutzt werden.
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